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Wahlen gewinnen 21 Min. Lesezeit05. Oktober 2026

Fragen an Bürgermeisterkandidaten: 7 Themen

Fragen an Bürgermeisterkandidaten zu Haushalt, Verkehr und Stadtentwicklung: 7 Themen mit Nachfragen, Formulierungen und Bewertungsraster.

Simon Mai

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Simon Mai

Fragen an Bürgermeisterkandidaten: 7 Themen
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Woran erkennen Sie eine gute Frage an Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten? Nicht daran, dass sie besonders zugespitzt klingt. Eine belastbare Frage bleibt kommunal beeinflussbar, verlangt eine erkennbare Priorität und führt zu einer Antwort, die sich später überprüfen lässt. „Was wollen Sie für unsere Stadt tun?“ eröffnet zwar ein Gespräch, trennt aber weder Zuständigkeiten noch konkrete Vorhaben.

Das ist bei Bürgermeisterwahlen besonders wichtig. In Deutschland werden Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in knapp 11.000 Städten und Gemeinden gewählt. Rund 85 % dieser Ämter werden direkt vom Volk vergeben. Eine Untersuchung von 3.211 Direktwahlen mit 7.657 Kandidierenden zeigt außerdem, dass im Durchschnitt 2,4 Kandidierende pro Wahl gegeneinander antreten. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung lag dort bei 59,7 %. Die Untersuchung zu deutschen Direktwahlen macht damit deutlich, warum persönliche Vergleichbarkeit und kommunale Führungskompetenz eine so große Rolle spielen.

Die folgenden sieben Themenfelder sind für Bürgerrunden, Podien, Interviews und soziale Medien geeignet. Zu jedem Thema finden Sie eine Hauptfrage, passende Nachfragen, Formulierungsvarianten, Prüfkriterien und Hinweise für die Umsetzung. Fragen Sie immer zuerst, ob die Kommune tatsächlich zuständig ist. Schulen, Verkehr, Wohnungsbau und Sicherheit berühren häufig auch Aufgaben des Landes, des Bundes oder anderer Behörden. Wer diese Grenze offenlegt, erschwert allgemeinpolitische Ausweichantworten.

Auch die Form beeinflusst die Qualität. Die bpb empfiehlt offene Interviewfragen, die nicht mit Ja, Nein oder einem einzelnen Wort beantwortet werden können. Kettenfragen sollten Sie vermeiden. Stellen Sie eine kurze Hauptfrage und legen Sie höchstens eine präzise Nachfrage nach.

1. Stadtentwicklung und Flächennutzung

Wo eine Stadt wächst, entscheidet sich nicht nur an neuen Wohnungen. Es geht um die Verteilung von Wohnraum, Gewerbe, Grünflächen, Schulen, Wegen und öffentlicher Infrastruktur. Eine gute Frage zwingt Kandidatinnen und Kandidaten deshalb, einen bekannten Ort mit einer nachvollziehbaren Entwicklungsperspektive zu verbinden.

Eine moderne Wohnsiedlung mit Parkanlagen, Grünflächen und kommerziellen Gebäuden in einer urbanen Planungsvisualisierung aus der Vogelperspektive.

Hauptfrage: Welche Fläche in unserer Stadt wollen Sie vorrangig entwickeln, und wie verbinden Sie dort bezahlbaren Wohnraum, Gewerbe, Grünflächen und die notwendige Infrastruktur?

Passende Nachfragen:

  • Standort: Welche konkrete Industriebrache, welches Neubaugebiet oder welches bestehende Quartier meinen Sie?
  • Priorität: Was soll dort zuerst entstehen, und worauf würden Sie dafür verzichten?
  • Beteiligung: Wie können Anwohnerinnen und Anwohner Einfluss nehmen, ohne dass das Verfahren offen bleibt?
  • Folgen: Wie werden Verkehr, Schulen, Betreuung, Wasser und Freiräume von Anfang an mitgeplant?
  • Prüfung: Woran lässt sich erkennen, dass die Entwicklung tatsächlich vorankommt?

Eine Kandidatin kann auf eine Umwandlung einer Industriebrache in ein gemischtes Quartier setzen. Ein Kandidat kann die systematische Nachverdichtung bestehender Viertel bevorzugen. Beide Ansätze haben Vorteile und Risiken. Neue Quartiere schaffen Planungsspielraum, verlangen aber neue Straßen, soziale Infrastruktur und langfristige Investitionen. Nachverdichtung nutzt vorhandene Netze, kann aber Freiflächen verringern und Konflikte mit Anwohnerinnen und Anwohnern verschärfen.

Praktische Regel: Lassen Sie sich keinen allgemeinen Wachstumssatz beantworten. Legen Sie einen Stadtplan, eine Luftaufnahme oder ein bekanntes Grundstück vor und fragen Sie nach dem ersten konkreten Schritt.

Für Podien eignen sich Visualisierungen besser als abstrakte Flächenbegriffe. Benennen Sie den Bahnhof, das ehemalige Werksgelände, den Parkplatz oder das Quartier, das alle kennen. In einem Interview können Sie zusätzlich fragen: „Welche Entscheidung müsste der Rat dafür treffen, welche Verwaltungseinheit müsste handeln und welche Interessengruppen würden Sie zuerst an einen Tisch holen?“

Ein belastbarer Antwortbeleg besteht aus einem benannten Ort, einer Nutzungsidee, einem Beteiligungsverfahren und einer Reihenfolge der Entscheidungen. „Wir brauchen mehr Wohnraum“ ist eine Position. „Wir prüfen die Brachfläche am Güterbahnhof, sichern einen Anteil für geförderten Wohnraum, planen die Busanbindung parallel und legen die Varianten öffentlich vor“ ist eine überprüfbare Arbeitsbeschreibung. Für die redaktionelle Vorbereitung hilft auch das Prinzip des Agenda-Settings in der politischen Kommunikation, bei dem ein Thema mit einer klaren Entscheidung und einem konkreten Handlungsrahmen verbunden wird.

Die Umsetzung endet nicht mit einem Beschluss. Kampagnenteams sollten vorab klären, welche Karte, welches Foto und welche kurze Erklärung die Frage verständlich machen. Wer kommunale Projekte über soziale Medien begleitet, kann dafür den Videokurs Social Media für Gemeinden nutzen. Er richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gemeinden, Städten und Landkreisen, die Kanäle häufig zusätzlich zu ihrer eigentlichen Aufgabe betreuen, und behandelt kommunale Besonderheiten wie Neutralität, Datenschutz und den Umgang mit kritischen Bürgerfragen.

Ein geeignetes Bewertungsraster lautet: konkret, wenn Standort, Nutzung, Beteiligung und nächster Schritt genannt werden; teilweise konkret, wenn ein Vorhaben erkennbar ist, aber Finanzierung oder Infrastruktur offenbleiben; ausweichend, wenn die Antwort nur Wachstum, Lebensqualität oder Bürgernähe verspricht.

Das Video kann später zeigen, wie eine Kandidatin ihre Priorität erklärt. Wichtig ist, dass Bild und Aussage zusammenpassen.

2. Finanzen und Haushaltswirtschaft

Eine Stadt kann nicht jedes sinnvolle Vorhaben gleichzeitig finanzieren. Genau deshalb sollte die Finanzfrage nicht mit „Wie wollen Sie sparen?“ beginnen. Sie sollte sichtbar machen, welche Leistungen geschützt, welche Projekte verschoben und welche Einnahmen oder Fördermittel realistisch eingeplant werden.

Hauptfrage: Welche drei Aufgaben haben für Sie im Haushalt Vorrang, und an welcher Stelle würden Sie Ausgaben reduzieren oder Vorhaben verschieben?

Die Frage verlangt eine Rangfolge. Sie lässt sich auf eine angespannte Haushaltslage ebenso anwenden wie auf eine Kommune mit größeren Spielräumen. Entscheidend ist, ob die Kandidatin oder der Kandidat zwischen laufenden Kosten, Investitionen, Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen unterscheiden kann.

Die Finanzantwort prüfbar machen

Fragen Sie anschließend:

  • Ausgangslage: Auf welche Haushaltsunterlagen oder Jahresabschlüsse stützen Sie Ihre Einschätzung?
  • Sparmaßnahme: Welche konkrete Ausgabe würden Sie prüfen, verändern oder beenden?
  • Investition: Welches Vorhaben soll trotz knapper Mittel zuerst umgesetzt werden?
  • Finanzierung: Welche Mittel kommen aus dem Haushalt, aus Gebühren, Förderprogrammen oder anderen Quellen?
  • Konflikt: Wer müsste mit Einschränkungen rechnen, wenn Ihre Priorität umgesetzt wird?

Eine Stadtschuldenuhr kann die Größenordnung veranschaulichen, ersetzt aber keine Erklärung. Ebenso wenig genügt der Hinweis auf einen Bürgerhaushalt, wenn nicht klar wird, welche Entscheidungen tatsächlich offenstehen. Bürgerinnen und Bürger brauchen eine verständliche Darstellung der laufenden Verpflichtungen, der Investitionsbedarfe und der Folgen politischer Entscheidungen.

Ein gutes Podium kann Kandidierende mit demselben Szenario konfrontieren: Ein notwendiges Bauprojekt wird teurer, gleichzeitig besteht Sanierungsbedarf an einer Schule und der öffentliche Raum soll gepflegt werden. Die Hauptfrage lautet dann: „Welche Aufgabe sichern Sie zuerst, welche verschieben Sie und woran machen Sie diese Entscheidung fest?“ Die Nachfrage sollte nur einen Punkt vertiefen, etwa: „Welche Leistung würde im ersten Jahr konkret anders organisiert?“

„Wer alles verspricht, hat noch keine Priorität benannt.“

Belastbare Antworten nennen eine Ausgabenkategorie, eine Investitionsentscheidung, ein Finanzierungsprinzip und einen politischen Zielkonflikt. Verweise auf Rechnungshofberichte, Jahresabschlüsse oder geprüfte Haushaltsdaten erhöhen die Nachvollziehbarkeit. Kampagnenteams sollten daraus eine einfache Grafik entwickeln, aber keine Darstellung verwenden, die Schulden wie private Haushaltsausgaben behandelt. Eine Kommune kann investieren, muss aber ihre rechtlichen Bindungen, Folgekosten und laufenden Verpflichtungen berücksichtigen.

Das Thema ist auch deshalb zentral, weil der kommunale Investitionsrückstand laut KfW-Kommunalpanel weiterhin in dreistelliger Milliardenhöhe liegt. Diese Angabe sollte in der Befragung nicht als isolierte Zahl dienen, sondern als Hinweis darauf, dass Prioritäten, Finanzierung und Verwaltungsumsetzung zusammengehören. Der WDR-Kandidatencheck zeigt, wie kommunale Fragen zu Sanierungsstau, Wohnen, Mobilität und Sicherheit in standardisierten Formaten gebündelt werden können. Für Ihre Runde lohnt es sich, aus solchen Themen konkrete Haushaltsentscheidungen zu machen.

Bewerten Sie die Antworten nach fünf Punkten: Problemlage, Priorität, Finanzierung, Folgekosten und nachvollziehbare Entscheidung. Eine Antwort ist konkret, wenn alle fünf Punkte zumindest in Grundzügen erkennbar sind. Sie ist teilweise konkret, wenn eine Priorität genannt wird, die Finanzierung aber fehlt. Sie weicht aus, wenn ausschließlich von verantwortungsvollem Wirtschaften oder Fördermitteln die Rede ist.

3. Verkehr und Mobilität

Verkehrsfragen werden schnell zu Stellvertreterdebatten. Die einen sprechen über Staus und Parkplätze, die anderen über sichere Radwege und einen verlässlichen Bus. Für eine faire Kandidatenbefragung sollten Sie diese Perspektiven nicht gegeneinander ausspielen, sondern eine konkrete Strecke, einen Engpass oder ein Quartier auswählen.

Moderne Stadtstraße mit Straßenbahn, Fahrradweg, Autos und Fußgängern für eine nachhaltige urbane Verkehrsplanung.

Hauptfrage: Welche konkrete Verkehrsverbindung wollen Sie verbessern, und wie soll sich die Situation für Anwohnerinnen und Anwohner, Pendlerinnen und Pendler, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende verändern?

Die Frage zwingt zur Abwägung. Ein Straßenbahnausbau kann Kapazitäten schaffen, braucht aber Planung, Finanzierung und Bauzeit. Ein geschützter Radfahrstreifen erhöht die Sicherheit, kann jedoch Fahrspuren oder Parkplätze verändern. Parkraumbewirtschaftung kann den öffentlichen Raum neu ordnen, wird aber ohne gutes Angebot des öffentlichen Verkehrs schnell als Belastung wahrgenommen.

Aus der Verkehrsidee wird ein Vorhaben

Verlangen Sie keine allgemeine Aussage über „moderne Mobilität“. Fragen Sie nach einer bekannten Straße, einem Knotenpunkt oder einer Haltestelle. Danach können Sie gezielt nachlegen:

  • Zeitpunkt: Welche Planungs- oder Umsetzungsentscheidung soll zuerst fallen?
  • Nutzergruppen: Wie berücksichtigen Sie Menschen, die auf das Auto angewiesen sind?
  • Kosten: Wie werden Bau, Betrieb und mögliche Folgekosten finanziert?
  • Verkehrsraum: Welche Fläche wird neu verteilt, und warum?
  • Kontrolle: Woran messen Sie nach der Umsetzung Sicherheit, Erreichbarkeit und Akzeptanz?

Auch eine Kombination kann sinnvoll sein, etwa Parkraumbewirtschaftung mit Elektromobilitätsstationen oder Carsharing als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Entscheidend ist, dass Kandidierende nicht nur ein gewünschtes Endbild zeigen. Sie sollten erklären, wer planen muss, welche Genehmigung erforderlich ist und wie die Interessen der Betroffenen berücksichtigt werden.

Für die Bürgerrunde: Lassen Sie Pendlerinnen und Pendler sowie Anwohnerinnen und Anwohner getrennt zu Wort kommen. Ihre Probleme überschneiden sich, sind aber nicht identisch.

Vorher Nachher Fotos aus vergleichbaren Projekten können den Austausch erleichtern. Sie sollten jedoch nicht den Eindruck erwecken, ein Projekt lasse sich unverändert übertragen. Topografie, Zuständigkeiten, Liniennetz und Straßenbreite unterscheiden sich. Ein fairer Nachsatz lautet: „Welche örtlichen Bedingungen machen dieses Beispiel auf unsere Stadt übertragbar oder gerade nicht?“

Für die Bewertung genügt ein klares Raster. Konkret ist die Antwort bei benannter Strecke, Zielgruppe, Maßnahme, Finanzierung und Umsetzungsschritt. Teilweise konkret ist sie bei einer guten Idee ohne Zeitplan oder Zuständigkeitsklärung. Ausweichend bleibt sie, wenn die Kandidatin lediglich alle Verkehrsträger gleich stark unterstützen möchte, ohne eine Entscheidung zu treffen.

Für die Vorbereitung kommunaler Kanäle kann die Gemeindekommunikation helfen, komplexe Verkehrsentscheidungen verständlich und sachlich zu vermitteln. Eine Kampagne sollte dabei Kritik nicht ausblenden. Wer Parkplätze verändert, muss erklären, welche Alternativen bestehen. Wer eine neue Straße verspricht, sollte offenlegen, welche Kosten und Eingriffe damit verbunden sind.

4. Sicherheit, Sauberkeit und öffentlicher Raum

Sicherheit hat eine objektive und eine wahrgenommene Seite. Eine dunkle Unterführung, Müll in einer Grünanlage oder wiederkehrende Graffiti können das Vertrauen in einen Ort schwächen, auch wenn die Kriminalitätslage nicht im gleichen Maß verändert ist. Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten sollten deshalb beschreiben, was die Kommune selbst steuern kann und wo Polizei, Eigentümer oder andere Behörden zuständig sind.

Hauptfrage: Welchen öffentlichen Ort wollen Sie zuerst sicherer und gepflegter machen, welche kommunale Maßnahme setzen Sie dort um und wie prüfen Sie die Wirkung?

Benennen Sie den Park, den Bahnhofsvorplatz, den Spielplatz oder den Straßenzug. Eine Fotodokumentation hilft, Probleme sachlich zu zeigen. Sie macht sichtbar, ob es um fehlende Beleuchtung, Abfall, beschädigte Stadtmöbel, schlecht gepflegte Grünflächen oder Nutzungskonflikte geht.

Kurzfristig handeln, langfristig gestalten

Passende Nachfragen lauten:

  • Sofortmaßnahme: Was kann die Verwaltung kurzfristig verändern?
  • Ordnung: Welche Aufgabe übernehmen Reinigungsdienst, Ordnungsamt oder Polizei?
  • Gestaltung: Welche bauliche oder planerische Veränderung soll dauerhaft helfen?
  • Beteiligung: Wie werden Anwohnerinnen und Anwohner sowie Nutzergruppen einbezogen?
  • Ergebnis: Welche sichtbare Verbesserung erwarten Sie nach der Umsetzung?

Quartiersbezogene Ordnungsteams können an bekannten Brennpunkten ansprechbar sein. Eine schnelle Anti-Graffiti-Reinigung kann verhindern, dass Schäden dauerhaft sichtbar bleiben. Bei Grünflächen können Anwohnerinnen und Anwohner an der Gestaltung beteiligt werden. Lichttechnik und Stadtmöbel sollten jedoch nicht pauschal als Sicherheitslösung verkauft werden. Mehr Licht kann Konflikte mit Natur, Energieverbrauch und Lichtverschmutzung erzeugen.

Das Bewertungsraster sollte die Zuständigkeit ausdrücklich enthalten. Konkret ist eine Antwort, wenn Ort, Maßnahme, verantwortliche Stelle und Prüfkriterium genannt werden. Teilweise konkret ist sie, wenn ein Ordnungskonzept vorliegt, aber die dauerhafte Finanzierung fehlt. Ausweichend wird sie, wenn eine Kandidatin nur mehr Polizeipräsenz fordert, obwohl die Kommune diese nicht selbst anordnen kann.

Prüfen Sie immer die Zuständigkeit: Eine Bürgermeisterin kann kommunale Reinigung, Beleuchtung, Gestaltung und Verwaltung koordinieren. Polizeiliche Aufgaben liegen nicht vollständig bei der Stadt.

Die politische Kommunikation sollte dabei nicht nur Beschwerden sammeln. Im Issue Management werden Themen nach Relevanz, Betroffenheit, Handlungsspielraum und Eskalationsrisiko geordnet. Dieses Vorgehen ist für eine Kandidatenbefragung nützlich, weil es verhindert, dass der lauteste Einzelfall automatisch zur wichtigsten kommunalen Priorität wird.

Eine gute Variante für soziale Medien lautet: „Welchen Ort zeigen Sie uns am ersten Tag nach Ihrer Wahl, was soll dort bis zum Ende des ersten Jahres anders sein, und wer trägt die Verantwortung?“ Die Antwort wird dadurch anschaulich, ohne den Kandidierenden ein fertiges Ergebnis zu unterstellen.

5. Schulen, Bildung und Kinderbetreuung

Eltern fragen selten nach Bildungspolitik im abstrakten Sinn. Sie wollen wissen, ob ein Schulgebäude rechtzeitig saniert wird, ob ein Betreuungsplatz verfügbar ist und ob Kinder in belasteten Sozialräumen Unterstützung erhalten. Gleichzeitig liegen Lehrpläne und Personalfragen oft beim Land. Eine kommunale Frage muss daher sauber zwischen Gebäude, Ausstattung, Betreuung, Jugendhilfe und pädagogischer Zuständigkeit unterscheiden.

Ein moderner Schulhof mit Spielplatz, Fahrradständern und Schülern vor einem hellen, großzügigen Schulgebäude bei sonnigem Wetter.

Hauptfrage: Welche konkrete Schule oder Betreuungseinrichtung hat für Sie Vorrang, und was soll sich dort bei Gebäude, Ausstattung oder Betreuungsangebot zuerst verbessern?

Sammeln Sie vor der Fragerunde die örtlich bekannten Probleme. Dazu gehören fehlende Plätze, Sanierungsbedarf, unzureichende Räume für Ganztagsangebote, digitale Ausstattung oder fehlende Barrierefreiheit. Für eine faire Befragung sollten Sie nicht nur eine gut ausgestattete Einrichtung auswählen. Ein Standort in einem belasteten Sozialraum kann zeigen, wie ernst es Kandidierenden mit Bildungsgerechtigkeit ist.

Fragen, die Umsetzung sichtbar machen

Nachfragen können lauten:

  • Projekt: Welches Schulbauprojekt oder welche Kita wollen Sie zuerst voranbringen?
  • Zeitplan: Welche Planungsentscheidung soll als Nächstes fallen?
  • Finanzierung: Welche Mittel kommen aus Kommune, Land, Bund oder anderen Quellen?
  • Zielgruppe: Wie berücksichtigen Sie Kinder mit Förderbedarf, Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher oder Familien ohne ausreichende Betreuung?
  • Verantwortung: Welche Aufgabe übernimmt die Stadt selbst, welche liegt beim Land?

Eine sogenannte Kita Platzgarantie klingt verständlich, ist aber nur dann belastbar, wenn Raum, Personal, Trägerstruktur und Gebührenmodell geklärt sind. Auch Tabletklassen oder Coding Programme sollten nicht als bloße Ausstattungsidee stehen bleiben. Fragen Sie, wer Geräte wartet, wie Lehrkräfte unterstützt werden und wie Kinder ohne digitale Ausstattung zu Hause einbezogen werden.

Eine geeignete Formulierung für ein Podium lautet: „Nennen Sie ein Schul oder Betreuungsprojekt, das Sie im ersten Jahr politisch und organisatorisch voranbringen würden. Welche Entscheidung müsste dafür getroffen werden, und woran erkennen Eltern, dass die Umsetzung begonnen hat?“ So bleibt die Frage kommunal und vermeidet Versprechen über Lehrpläne, die die Stadt nicht selbst festlegt.

Für die Bewertung gilt: konkret ist die Antwort bei Standort, Problem, Zuständigkeit, Finanzierung und nächstem Schritt. Teilweise konkret ist sie bei einem benannten Projekt ohne realistischen Zeitplan. Ausweichend bleibt sie, wenn ausschließlich mehr Bildungsgerechtigkeit oder bessere Chancen versprochen werden.

Die Reinigung und Pflege von Schulen gehört ebenfalls zur wahrgenommenen Qualität des Lernortes. Als praktisches Beispiel für einen externen Dienstleister kann der Reinigungsdienst durch mr. clean AG in einer Recherche oder Materialsammlung genannt werden. Entscheidend bleibt, dass Kandidierende erklären, wie Leistungsstandards, Kontrolle und Verantwortung organisiert werden.

6. Wirtschaft, Arbeitsplätze und Fachkräftesicherung

Wirtschaftsförderung wird oft als Wettbewerb um Unternehmen beschrieben. Für die kommunale Praxis zählt jedoch, ob Gewerbeflächen verfügbar sind, Genehmigungen funktionieren, das Handwerk Platz findet und Beschäftigte die Stadt als lebenswerten Arbeitsort wahrnehmen. Eine Kandidatenfrage sollte daher nicht nur nach Neuansiedlungen fragen, sondern auch nach den Unternehmen, die bereits vor Ort arbeiten.

Hauptfrage: Welche Gewerbefläche oder welche Wirtschaftsbranche wollen Sie vorrangig stärken, und welchen konkreten Beitrag kann die Stadt dafür leisten?

Eine Antwort sollte zwischen Wirtschaftsförderung, Bauleitplanung, Infrastruktur und privaten Entscheidungen unterscheiden. Die Stadt kann Flächen ausweisen, Verfahren koordinieren, Ansprechpartner bereitstellen und mit Kammern oder regionalen Partnern arbeiten. Sie kann aber nicht jede Ansiedlung garantieren und nicht allein den Fachkräftebedarf lösen.

Vom Standortversprechen zur Arbeitsbeziehung

Fragen Sie weiter:

  • Bestandspflege: Wie unterstützen Sie Handwerk, kleine Unternehmen und bestehende Betriebe?
  • Flächen: Welche Gewerbegebiete sind geeignet, und welche Nutzungskonflikte bestehen?
  • Gründung: Welche Räume, Beratung oder Netzwerke stehen Startups und jungen Unternehmen offen?
  • Fachkräfte: Wie verbinden Sie Arbeitsplätze mit Wohnen, Betreuung, Mobilität und Integration?
  • Nachweis: Welche Information veröffentlichen Sie, damit die Entwicklung nachvollziehbar bleibt?

Ein Startup Hub kann Gründungen unterstützen, ein spezialisiertes Gewerbegebiet kann Flächenkonflikte ordnen. Beide Instrumente lösen aber nicht automatisch den Fachkräftemangel. Ein logistischer Standort kann Arbeitsplätze schaffen, gleichzeitig aber zusätzlichen Verkehr auslösen. Eine Kampagne zur Fachkräftegewinnung kann Aufmerksamkeit erzeugen, braucht aber Arbeitgeber, Wohnraum, Betreuung und verlässliche Verkehrsverbindungen.

Eine Wirtschaftsidee ist erst dann kommunal belastbar, wenn sie Fläche, Zuständigkeit, Zielgruppe und Folgewirkung zusammenbringt.

Für ein Bürgerforum eignet sich ein konkreter Betrieb als Ausgangspunkt. Fragen Sie: „Was würde sich für dieses Unternehmen innerhalb Ihrer Amtszeit verändern?“ Danach können Sie zwischen Genehmigungsbeschleunigung, Flächenbereitstellung, Verkehrsanbindung und Fachkräftegewinnung unterscheiden. Die Kandidierenden müssen dann zeigen, ob sie die Bedürfnisse eines einzelnen Betriebs mit dem Interesse der gesamten Stadt ausbalancieren.

Für Kampagnenteams kann die Frage nach Fachkräften mit der kommunalen Debatte über den Fachkräftemangel in der sozialen Arbeit verbunden werden. Sie erinnert daran, dass Arbeitskräfte nicht nur in Industrie und Technologie fehlen. Kommunen selbst brauchen Personal in Betreuung, Pflege, Verwaltung und sozialen Diensten.

Bewerten Sie die Antwort nach Bestandspflege, Flächenstrategie, Verwaltungsleistung, Fachkräftebezug und Nachhaltigkeit. Konkret ist sie bei einem benannten Gebiet und einer kommunalen Handlung. Teilweise konkret ist sie bei einer Förderidee ohne Partner oder Ressourcen. Ausweichend bleibt sie bei allgemeinen Versprechen von Wachstum und Standortmarketing.

7. Soziales, Integration und Zusammenhalt

Sozialer Zusammenhalt zeigt sich im Alltag eines Stadtteils. Er hängt davon ab, ob ältere Menschen Beratung erreichen, Zugewanderte Orientierung finden, Menschen mit Behinderung öffentliche Angebote nutzen können und Familien in schwierigen Lagen nicht zwischen Zuständigkeiten verloren gehen. Eine gute Frage fordert deshalb kein allgemeines Bekenntnis zur Offenheit, sondern eine konkrete Verbesserung für eine benannte Gruppe.

Hauptfrage: Welche Gruppe erreicht die Stadt heute noch nicht ausreichend, und welches kommunale Angebot wollen Sie für diese Menschen zuerst verbessern?

Mögliche Gruppen sind neu zugewanderte Familien, ältere Menschen ohne ausreichende Mobilität, Menschen mit Beeinträchtigungen, Alleinerziehende oder Jugendliche in benachteiligten Quartieren. Beispiele wie ein kommunales Willkommenszentrum, mobile Beratung, Patenschaftsprogramme oder Quartiersmanagement können den Kandidierenden helfen, ihre Vorstellungen zu präzisieren. Sie sollten aber nicht ungeprüft als fertige Lösung gelten.

Hilfe muss erreichbar und finanzierbar sein

Passende Nachfragen sind:

  • Zugang: Wo erreichen Betroffene das Angebot, und welche Hürden werden abgebaut?
  • Partner: Welche Vereine, Verbände, Träger oder Beratungsstellen werden beteiligt?
  • Ressourcen: Wie werden Personal und laufende Kosten finanziert?
  • Reichweite: Wie erfahren Menschen von dem Angebot, die kommunale Kanäle selten nutzen?
  • Ergebnis: Woran erkennen Betroffene und Verwaltung, dass die Unterstützung funktioniert?

Eine kostenlose oder vergünstigte Kulturveranstaltung kann Teilhabe erleichtern, ersetzt aber keine Beratung oder soziale Infrastruktur. Ein Patenschaftsprogramm kann Begegnung schaffen, darf aber nicht professionelle Hilfe ersetzen. Mobile Beratung kann den Ämtergang verkürzen, braucht jedoch klare Zuständigkeiten und Datenschutzregeln.

Die KAS Einordnung zu Kommunalwahlen verweist darauf, dass Wählerinnen und Wähler Kandidierende besonders dann überzeugend finden, wenn diese die Probleme ihrer Stadt kennen und als durchsetzungsfähig, vertrauenswürdig und fachlich kompetent wahrgenommen werden. Für Fragen zu Integration und sozialem Zusammenhalt heißt das: Lassen Sie sich ein lokales Problem beschreiben, bevor Sie nach dem politischen Programm fragen. Wer nur Schlagworte nennt, zeigt noch keine Sachkenntnis.

Auch Klima und Krisen gehören in dieses Themenfeld, wenn Sie die Auswirkungen auf vulnerable Gruppen berücksichtigen. Hitze, Starkregen, Energieunsicherheit oder eine unklare Krisenkommunikation treffen Menschen unterschiedlich stark. Der NABU Fragekatalog zur Kommunalwahl zeigt unter anderem, dass kommunale Fragen auch Lichtverschmutzung und Umweltfolgen aufgreifen können. Für Ihre Runde können Sie daraus eine operative Frage machen: „Wie schützen Sie ältere Menschen, Kinder und Menschen ohne Rückzugsmöglichkeit bei Extremwetter, und wer informiert sie im Ernstfall?“

Konkret ist die Antwort bei Zielgruppe, Angebot, Partnern, Ressourcen und Zugang. Teilweise konkret ist sie bei einem Projekt ohne Finanzierung oder Reichweite. Ausweichend bleibt sie bei allgemeinen Aussagen über eine offene Stadt ohne benannte Menschen und Orte.

7-Punkte-Vergleich: Fragen an Bürgermeisterkandidaten

ThemaImplementierungskomplexitätRessourcenbedarfErwartete ErgebnisseIdeale EinsatzfälleHauptvorteile
Stadtentwicklung und FlächennutzungHoch, langfristig, viele AkteureMittel bis hoch, Flächen, Planung, InvestorenMehr Wohnraum, Revitalisierung, ausgewogene FlächennutzungBrachflächenrecycling, Nachverdichtung, NeubauquartiereSichtbar für Bürger, klare Zukunftsvisionen
Finanzen und HaushaltswirtschaftMittel, technisch komplex, gesetzliche GrenzenGering bis mittel, Expertise, Controlling, ggf. EinsparungenHaushaltsstabilität, Transparenz, priorisierte InvestitionenHaushaltskonsolidierung, Bürgerhaushalt, InvestitionsplanungWirtschaftliche Glaubwürdigkeit, Vertrauen bei Investoren
Verkehr und MobilitätHoch, Infrastruktur, InteressenkonflikteHoch, Baukosten, Betrieb, FördermittelBessere Erreichbarkeit, weniger Stau, ModalshiftStraßenbahn‑/Radwegeausbau, Parkraummanagement, ÖPNV‑TaktverdichtungHohe Alltagssichtbarkeit, schneller Nutzen, Klimabeitrag
Sicherheit, Sauberkeit und öffentlicher RaumMittel, Koordination, PersonalplanungMittel, Reinigung, Personal, TechnikSauberere Straßen, erhöhtes SicherheitsgefühlOrdnungsteams, Reinigungszyklen, BeleuchtungsprojekteUnmittelbar erlebbar, breiter Wählerkonsens, schnelle Effekte
Schulen, Bildung und KinderbetreuungHoch, lange Vorlaufzeiten, LänderkompetenzenHoch, Bau, Personal, digitale AusstattungVerbesserte Bildungschancen, InfrastrukturmodernisierungSchulbauoffensive, Tabletklassen, Kita‑GarantienLangfristige Wirkung, große Wählerschicht (Eltern)
Wirtschaft, Arbeitsplätze und FachkräftesicherungMittel, abhängig von externer EntwicklungMittel, Förderprogramme, Gewerbeflächen, NetzwerkeMehr Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen, StandortstärkungGründerzentren, Gewerbeansiedlung, Fachkräfte‑kampagnenDirekte ökonomische Wirkung, breite Unterstützung
Soziales, Integration und ZusammenhaltMittel, viele Stakeholder, soziale KomplexitätMittel, Programme, Beratungsstellen, NetzwerkeStärkerer Zusammenhalt, bessere Integration, ArmutsminderungWillkommenszentren, Patenprogramme, QuartiersmanagementWertebasierte Positionierung, sichtbare soziale Wirkung

Von der Frage zur Entscheidung

Eine gute Kandidatenbefragung beginnt mit einer kommunalen Zuständigkeit. Entscheiden Sie zuerst, ob es um Bauleitplanung, Haushalt, Verkehr, Reinigung, Schulen, Wirtschaftsförderung oder soziale Angebote geht. Wenn eine Frage mehrere Ebenen vermischt, teilen Sie sie auf. Die Kandidatin sollte nicht gleichzeitig zu Bundespolitik, Landesrecht und einem konkreten Parkplatz Stellung nehmen müssen.

Formulieren Sie danach eine kurze Hauptfrage. Sie sollte ein Thema, einen Ort oder eine Zielgruppe und eine verlangte Priorität enthalten. „Wie wollen Sie unsere Innenstadt stärken?“ ist offen, aber zu weit. „Welche Maßnahme am Marktplatz hat für Sie Vorrang, und was soll sich dort bis zum Ende des ersten Jahres verändern?“ ist besser prüfbar.

Schließen Sie eine konkrete Nachfrage an. Geeignet sind Fragen nach dem Standort, der Zuständigkeit, der Finanzierung, dem Zeitplan und dem überprüfbaren Ergebnis. Stellen Sie nicht alle fünf Fragen auf einmal. Die bpb empfiehlt offene Fragen und rät von Kettenfragen ab. Diese Regel hilft besonders bei Podien, weil jede Kandidatin und jeder Kandidat ausreichend Raum für eine verständliche Antwort erhält.

Ein einheitliches Bewertungsraster

Für Bürgerrunden und Kampagnenteams reicht ein einfaches Raster mit drei Stufen:

  • Konkret: Die Antwort benennt ein Problem, eine Priorität, eine zuständige Stelle, eine Finanzierungslogik, einen realistischen nächsten Schritt und ein überprüfbares Ergebnis.
  • Teilweise konkret: Ein Vorhaben ist erkennbar, mindestens ein entscheidender Punkt bleibt aber offen. Das kann die Finanzierung, die Zuständigkeit, die Reihenfolge oder die betroffene Zielgruppe sein.
  • Ausweichend: Die Antwort besteht überwiegend aus allgemeinen Werten, Absichtserklärungen oder Forderungen an andere Ebenen. Ein konkreter Ort, eine Entscheidung oder ein Ergebnis fehlt.

Bewerten Sie keine Weltanschauung und vergeben Sie keine Punkte für rhetorische Sicherheit. Prüfen Sie, ob die Antworten auf dieselbe Frage vergleichbar sind. Wenn eine Kandidatin nach dem ersten Jahr gefragt wird, sollte jeder Kandidat über denselben Zeitraum sprechen. Wenn es um eine Fläche geht, sollten alle auf denselben Standort reagieren.

Für ein faires Format erhalten alle Bewerberinnen und Bewerber dieselbe Hauptfrage, dieselbe Redezeit und dieselbe Möglichkeit zur Nachfrage. Ein Beispiel aus der regionalen Berichterstattung arbeitete ausdrücklich mit sechs identischen Fragen an beide Kandidierende, um unmittelbare Vergleichbarkeit herzustellen. Der Bericht zur Bürgermeisterwahl in Bad Dürkheim zeigt damit eine einfache redaktionelle Grundidee: gleiche Ausgangsbedingungen statt wechselnder Fragen, die manche Kandidierende begünstigen.

Antworten dokumentieren

Halten Sie Antworten in einer gemeinsamen Vorlage fest. Sinnvolle Spalten sind Thema, Hauptfrage, konkrete Zusage, Zuständigkeit, Finanzierung, Zeitplan und Prüfkriterium. Ergänzen Sie eine Spalte für offene Punkte. So sehen Sie nach der Runde, wo eine Nachfrage tatsächlich noch erforderlich ist.

Für soziale Medien eignen sich kurze Ausschnitte, wenn der Zusammenhang erhalten bleibt. Schneiden Sie keine Antwort so, dass eine Einschränkung verschwindet. Veröffentlichen Sie bei kritischen Themen möglichst die vollständige Aussage oder verlinken Sie auf das gesamte Gespräch. In Gemeinden setzen viele Beteiligungsformate bereits auf mehrere Kanäle. Eine bundesdeutsche Stichprobe weist 64 % aktive Gemeinden mit Kontaktformularen und 44 % mit Umfragetools aus. Die Übersicht zur hybriden kommunalen Beteiligung spricht deshalb für ein Zusammenspiel aus Formular, Umfrage, Video und sozialem Netzwerk statt für eine einzelne Kommentarspalte.

Auch die Wahlbeteiligung macht die Qualität des Formats relevant. Bei den Bürgermeisterwahlen in Baden Württemberg wurden 2025 in 152 Gemeinden neue Rathauschefinnen und Rathauschefs gewählt. Die durchschnittliche Beteiligung lag bei 50,6 % in den Hauptwahlen und bei 51,7 % in den Stichwahlen. Die Spannweite reichte von 23,5 % in Pforzheim bis 84,4 % in Tunau im Landkreis Lörrach. Die Zusammenstellung zu Bürgermeisterwahlen verdeutlicht, wie stark lokale Bekanntheit, Mobilisierung und die Gestaltung des Wahlkampfs auseinanderliegen können. Eine präzise Fragenrunde ersetzt keine Mobilisierung, sie kann aber zeigen, warum die kommunale Entscheidung den Alltag betrifft.

Übertragen Sie die sieben Themen anschließend auf Ihre eigene Stadt. Ersetzen Sie allgemeine Begriffe durch bekannte Straßen, Schulen, Parks, Gewerbegebiete und Ortsteile. Fragen Sie nicht nur nach dem gewünschten Zustand, sondern nach der Entscheidung, die ihn möglich machen soll. Genau dort trennt sich ein überzeugendes politisches Ziel von einem umsetzbaren kommunalen Plan.

Wenn Sie für eine Kandidatin, einen Kandidaten, eine Fraktion oder eine Kommune einen fairen Fragenkatalog entwickeln, kann die creategy GmbH bei strategischer Wahlkampfplanung, Mentoring und kommunaler Kommunikation unterstützen. Die Agentur arbeitet überparteilich, bietet Leistungen einzeln oder als vollständige Kampagnenbegleitung an und vermittelt politisches Kommunikationshandwerk auch über Onlinekurse und digitale Werkzeuge.


Die creategy GmbH unterstützt Kandidatinnen und Kandidaten sowie kommunale Teams bei strategischer Wahlkampfplanung, Fragenformaten und verständlicher Gemeindekommunikation. Übertragen Sie jetzt die sieben Themen auf Ihre Stadt, wählen Sie pro Thema eine Hauptfrage und bereiten Sie die erste faire Bürgerrunde mit überprüfbaren Nachfragen vor.

#Bürgermeisterwahl#Wahlkampfstrategie
Simon Mai

Über die Autorin / den Autor

Simon Mai

Simon Mai ist Geschäftsführer der Spezialagentur creategy. Zuvor war er im Bundestag und EU-Parlament tätig. Er hat bereits über 100 Wahlkämpfe begleitet.

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