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- Wahlspruch oder Wahlslogan? Eine kurze Klärung
- Was ein guter Wahlspruch leisten muss
- Wahlsprüche nach Ausgangslage
- Für Amtsinhabende
- Für Herausfordernde
- Für parteilose Kandidaturen
- Für Quereinsteigende
- In fünf Schritten zu Ihrem eigenen Wahlspruch
- Drei Regeln für die Formulierung
- Die häufigsten Fehler bei Wahlsprüchen
- Häufige Fragen zu Wahlsprüchen
- 100 Wahlsprüche zum Download
- Wenn Sie den Wahlspruch lieber erarbeiten lassen
Wahlsprüche: Beispiele, Regeln und 100 Claims zum Download
Wahlsprüche sind der kürzeste Satz einer Kampagne. Sie stehen auf dem Plakat, unter dem Namen, am Infostand und im Kopf der Menschen, die eine Kandidatur noch nicht kennen. Entsprechend lange wird darüber diskutiert, meist ohne Methode und häufig bis kurz vor Druckschluss.
Dieser Beitrag zeigt, was einen guten Wahlspruch ausmacht, welche Sprüche zu welcher Ausgangslage passen und wie Sie in fünf Schritten zu Ihrem eigenen kommen.
100 Wahlsprüche als PDFWahlspruch oder Wahlslogan? Eine kurze Klärung
Der Begriff Wahlspruch hat im Deutschen zwei Bedeutungen, die häufig durcheinandergeraten.
Ein Wahlspruch im klassischen Sinne ist ein Leitsatz, den eine Person, eine Familie oder eine Institution dauerhaft führt. „Einigkeit und Recht und Freiheit" ist ein Wahlspruch in diesem Sinne, ebenso die lateinischen Devisen auf Wappen. Gemeint ist ein Motto, das eine Haltung ausdrückt und über Jahre gilt.
Ein Wahlspruch im Wahlkampf ist etwas anderes: ein kurzer Satz, der für die Dauer einer Kandidatur die zentrale Botschaft trägt. Fachlich spricht man vom Claim oder vom Wahlkampfslogan.
Beide Bedeutungen berühren sich, weil auch ein guter Wahlkampfslogan eine Haltung transportiert. In diesem Beitrag geht es um die zweite Bedeutung, also um Sprüche für Bürgermeisterwahlen, Kommunalwahlen und Direktkandidaturen.
Was ein guter Wahlspruch leisten muss
Drei Aufgaben muss er erfüllen.
Er macht erkennbar, worum es geht. Ohne ein Programm zu ersetzen, gibt er eine Richtung vor. Wer den Spruch liest, sollte ahnen, wofür die Kandidatur steht.
Er passt zur Person. Ein Satz, den Sie selbst nicht aussprechen würden, fällt spätestens im ersten Interview auf. Lesen Sie jeden Kandidaten laut vor, bevor Sie ihn drucken lassen.
Er passt zur Ausgangslage. Das ist der am häufigsten übersehene Punkt. Wer ein Amt verteidigt, braucht eine andere Botschaft als jemand, der es angreift.
Ebenso wichtig ist, was ein Wahlspruch nicht leisten kann. Er überzeugt niemanden allein, er ersetzt keine Themen und er repariert keine Kampagne, die inhaltlich nicht steht. Wer drei Monate über den Spruch diskutiert und dabei Liste, Material und Termine liegen lässt, hat die Prioritäten vertauscht.
Wahlsprüche nach Ausgangslage
Die häufigste Ursache für einen schwachen Wahlspruch ist ein Satz, der die eigene Lage ignoriert. Deshalb sortieren wir unsere Sammlung nach der Situation, in der jemand antritt.
Für Amtsinhabende
Ihr Vorteil ist der Nachweis. Sie können zeigen, was in Ihrer Amtszeit entstanden ist. Ihr Risiko ist der Eindruck des Weiter-so. Gute Sprüche verbinden deshalb Bilanz und Vorhaben.
Beispiele:
- Verlässlich für [Musterstadt].
- Klarer Kurs. Sicheres [Musterstadt].
- [Musterstadt] in guten Händen.
Für Herausfordernde
Ihr Vorteil ist die Erwartung von Veränderung. Ihr Risiko ist der Eindruck, es gehe mehr um das Abwählen als um das Gestalten. Ein Spruch, der sich nur gegen jemanden richtet, trägt selten bis zum Wahltag.
Beispiele:
- Frischer Wind für [Musterstadt].
- Frischer Wind. Klare Richtung.
- [Musterstadt] neu denken.
Für parteilose Kandidaturen
Ihr Vorteil ist Unabhängigkeit. In vielen Kommunen ist sie mehr wert als jede Parteiunterstützung. Ihr Risiko ist die Frage nach dem Rückhalt im Rat. Gute Sprüche machen die Unabhängigkeit zum Versprechen an die Sache.
Beispiele:
- Echt. Unabhängig.
- Nah dran. Unabhängig.
- Nah dran. Für alle.
Für Quereinsteigende
Ihr Vorteil ist der frische Blick und eine Berufserfahrung außerhalb der Politik. Ihr Risiko ist die Frage, ob Sie das Amt können. Gute Sprüche übersetzen die eigene Herkunft in eine Qualifikation.
Beispiele:
- Neue Ideen. Echtes Handeln.
- Kein Berufspolitiker. Ein Bürgermeister.
- Aus dem Leben. Für [Musterstadt].
Im PDF finden Sie zu jeder dieser Gruppen deutlich mehr Vorschläge, dazu universell einsetzbare Sprüche und eine Sortierung nach Themen.
100 Wahlsprüche als PDFIn fünf Schritten zu Ihrem eigenen Wahlspruch
Schritt 1: Ausgangslage bestimmen. Beginnen Sie in der Gruppe, die zu Ihrer Situation passt. Treffen mehrere zu, etwa parteilos und herausfordernd, lesen Sie beide.
Schritt 2: Zehn markieren. Gehen Sie die Liste einmal durch und markieren Sie alles, was Sie spontan anspricht. Nicht bewerten, nur markieren.
Schritt 3: Laut lesen. Sprechen Sie jeden markierten Spruch laut aus, mit Ihrem Namen davor. Was sich beim Sprechen falsch anfühlt, fällt raus.
Schritt 4: Gegen die Konkurrenz prüfen. Streichen Sie jeden Satz, den auch Ihre Mitbewerberinnen und Mitbewerber sagen könnten. Bürgernähe, Zukunft, Miteinander, Zusammenhalt: Diese Begriffe stehen auf jedem zweiten Plakat und unterscheiden Sie von niemandem.
Schritt 5: Örtlich machen. Der stärkste Hebel zum Schluss. Ein Wahlspruch wird besser, wenn er den Ort trägt. Aus einer allgemeinen Aussage wird so ein Satz, den nur Sie sagen können.
Der Test am Ende: Lesen Sie Ihren Wahlspruch einer Person vor, die nicht in der Politik ist. Fragen Sie danach, wofür diese Person Sie hält. Passt die Antwort, sind Sie fertig. Würde sie auf jede Kandidatur passen, gehen Sie zurück zu Schritt vier.
Drei Regeln für die Formulierung
Kürze schlägt Vollständigkeit. Drei bis fünf Wörter reichen. Alles darüber wird auf dem Plakat nicht mehr gelesen, weil ein Plakat im Vorbeifahren wirkt.
Konkret schlägt abstrakt. „Damit der Bus wieder fährt" trägt weiter als „Für eine moderne Mobilität". Der konkrete Satz wirkt kleiner und bleibt länger hängen.
Verben schlagen Substantive. Ein Spruch mit Verb erzeugt Bewegung, eine Reihung von Substantiven erzeugt einen Verwaltungsakt. Vergleichen Sie „Anpacken statt abwarten" mit „Für eine Politik der Umsetzung".
Zum Dreiklang noch ein Hinweis: Er funktioniert weiterhin, wirkt allerdings schnell nach Schablone, weil ihn viele nutzen. Ein Zweiklang oder ein einzelner klarer Satz sticht heraus, gerade wenn ringsum alle in Dreiern sprechen.
Die häufigsten Fehler bei Wahlsprüchen
Zu allgemein. Sprüche, die auf jede Kandidatur passen, wirken auf keine.
Zu lang. Wer mehr als fünf Wörter braucht, hat die Botschaft noch nicht gefunden.
Zu spät entschieden. Der Wahlspruch gehört an den Anfang der Materialproduktion, weil Plakat, Flyer und Website darauf aufbauen.
Im Gremium beschlossen. Ein Spruch, über den zwölf Personen abgestimmt haben, ist meist der Satz, gegen den niemand etwas hatte. Genau das macht ihn wirkungslos.
Gegen jemanden formuliert. Negative Sprüche erzeugen Aufmerksamkeit und selten Zustimmung.
Häufige Fragen zu Wahlsprüchen
Wie lang darf ein Wahlspruch sein? Drei bis fünf Wörter sind der Richtwert. Entscheidend ist die Lesbarkeit aus der Entfernung: Was auf einem Plakat aus zwanzig Metern nicht erfassbar ist, wirkt im Vorbeifahren nicht.
Sollte der Ortsname vorkommen? Häufig ja. Der Ortsbezug macht aus einem austauschbaren Satz einen, den nur Sie sagen können. Testen Sie beide Varianten und entscheiden Sie nach Klang.
Braucht eine Liste denselben Wahlspruch wie die Kandidatur für das Bürgermeisteramt? Nein. Meistens ist es sogar besser, sie zu trennen. Die Liste braucht eine gemeinsame Botschaft, die Kandidatur für das Amt eine persönliche.
Darf man Wahlsprüche anderer übernehmen? Kurze Sprüche sind selten geschützt, kopierte Sprüche fallen im Ort trotzdem auf. Nutzen Sie fremde Beispiele als Anregung und formulieren Sie eigene daraus.
100 Wahlsprüche zum Download
Unsere Sammlung enthält 100 Claims aus der Praxis, sortiert nach Ausgangslage, dazu eine Anleitung in fünf Schritten und drei Regeln für die Formulierung. Kostenlos als PDF.
100 Wahlsprüche herunterladenWenn Sie den Wahlspruch lieber erarbeiten lassen
Ein Spruch, der wirklich trägt, entsteht aus Ihrer Lage vor Ort, aus Ihrer Person und aus dem, was die Menschen in Ihrer Gemeinde bewegt. Genau dafür gibt es unsere Political Brand Method: Analyse des politischen und demoskopischen Umfelds, Erarbeitung Ihrer Personenmarke, kommunikatives Narrativ und daraus abgeleitet Ihr Claim. Aus demselben Fundament entstehen anschließend Design, Rede und Material.
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