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Politisch kommunizieren 16 Min. Lesezeit28. September 2026

Was macht man auf Instagram? 8 Ideen für Politik

Was macht man auf Instagram? Entdecken Sie 8 konkrete Ideen für Parteien, Kandidatinnen und Kandidaten: Posts, Reels, Stories, Live und Dialog.

Simon Mai

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Simon Mai

Was macht man auf Instagram? 8 Ideen für Politik
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40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland nutzen Instagram regelmäßig, mindestens wöchentlich. Für politische Akteure dient die Plattform vor allem der Information, persönlichen Sichtbarkeit, Mobilisierung und direkten Beteiligung.

Doch was macht man auf Instagram, wenn ein Account mehr leisten soll, als Pressemitteilungen in quadratische Bilder zu verwandeln? Parteien, Fraktionen sowie Kandidatinnen und Kandidaten können dort dauerhafte Positionen zeigen, aktuelle Nähe herstellen, neue Menschen erreichen, Veranstaltungen begleiten und Fragen aus der Community aufnehmen. Instagram ist dabei kein einzelnes Format, sondern ein Zusammenspiel verschiedener kommunikativer Aufgaben.

Die Plattform lag 2025 laut ARD/ZDF-Medienstudie mit 40 Prozent wöchentlicher Nutzung vor Facebook und blieb die meistgenutzte Social-Media-Plattform in Deutschland. Die Studie für 2026 bestätigt diese Spitzenposition, auch wenn bei keinem Anbieter eine Zunahme der wöchentlichen Reichweite festgestellt wurde und Instagram seinen Vorsprung gegenüber Facebook weiter ausbaute. Für die politische Praxis bedeutet das: Nicht jedes Format passt zu jedem Anlass. Stories begleiten den Tag, Feed-Posts erklären die Linie, Reels schaffen neue Sichtbarkeit und Live-Videos öffnen den direkten Austausch.

1. Stories für zeitnahe Kommunikation

Stories sind für Inhalte gedacht, deren Wert am selben Tag entsteht. Sie verschwinden nach 24 Stunden automatisch und eignen sich deshalb für kurzfristige Kampagnenmeldungen, Veranstaltungshinweise, Reaktionen auf politische Entwicklungen und Einblicke in den Wahlkampfalltag. Inhalte mit längerem Nutzen können Sie anschließend in Highlights sichern.

Eine Kandidatin zeigt morgens den Weg zu einem Bürgergespräch, teilt mittags eine kurze Einschätzung aus dem Rathaus und beantwortet abends eine Frage aus der Community. Diese Folge vermittelt Nähe und Präsenz, ohne aus jeder Alltagsszene eine große Botschaft zu machen. Für Parteien und Fraktionen lassen sich Stories ähnlich einsetzen, etwa zur Begleitung eines Termins oder zur Einordnung einer aktuellen Entscheidung.

Praktische Regel: Jede Story braucht einen erkennbaren Anlass. Zeigen Sie nicht nur, dass Sie unterwegs sind, sondern erklären Sie, warum der Termin politisch relevant ist.

Nähe braucht einen redaktionellen Rahmen

Umfragen, Fragen-Sticker und kurze Abstimmungen funktionieren, wenn sie eine konkrete Diskussion eröffnen. Eine Umfrage zur Priorität eines kommunalen Projekts kann Rückmeldungen sammeln und Themen für weitere Beiträge sichtbar machen. Sie ersetzt jedoch keine belastbare Bürgerbeteiligung. Komplexe Entscheidungen sollten nicht den Eindruck erwecken, sie ließen sich per Klick erledigen.

Klare Rubriken erleichtern die tägliche Umsetzung:

  • Unterwegs: Termine, Gespräche und Besuche vor Ort.
  • Erklärt: Eine politische Entscheidung in wenigen verständlichen Sätzen.
  • Gefragt: Antworten auf wiederkehrende Fragen aus Direktnachrichten oder Kommentaren.
  • Morgen: Ein Hinweis auf den nächsten Termin, Livestream oder neuen Beitrag.

Hashtags und Ortstags können die Auffindbarkeit unterstützen. Entscheidend bleibt, dass Bild, Text und Anlass zusammenpassen. Wer den Aufbau politischer Stories vertiefen möchte, findet im Beitrag Storytelling auf Instagram für politische Kommunikation konkrete Ansätze für eine nachvollziehbare Dramaturgie.

Eine Hand hält ein Smartphone, das ein malerisches Foto eines Sonnenuntergangs über dem Meer anzeigt.

2. Feed-Posts für strategische Kernbotschaften

Welche politische Botschaft soll auch Wochen später noch auffindbar und verständlich sein? Dafür ist der Feed der richtige Ort. Parteien und Fraktionen zeigen dort Schwerpunkte, Positionen, Infografiken und Veranstaltungsrückblicke. Kandidatinnen und Kandidaten machen sichtbar, wofür sie stehen und wie sie politische Arbeit erklären. Der Instagram-Feed bleibt damit die öffentliche Visitenkarte des Accounts.

Ordnen Sie jeden Beitrag zuerst nach seinem kommunikativen Zweck:

  • Position zeigen: Formulieren Sie eine Forderung, Entscheidung oder Kritik so, dass die betroffene Zielgruppe den politischen Kern schnell erkennt.
  • Zusammenhang erklären: Eine Grafik kann Zuständigkeiten, Abläufe oder Folgen übersichtlicher darstellen als ein längerer Text.
  • Person einordnen: Ein Porträt wird aussagekräftiger, wenn es mit einem konkreten Thema und einer politischen Aufgabe verbunden ist.
  • Ergebnis dokumentieren: Ein Rückblick sollte zeigen, was bei einem Termin besprochen wurde und welcher nächste Schritt folgt.

Die visuelle Gestaltung darf wiedererkennbar sein. Einheitliche Farben, Schriften und Bildmotive erleichtern die Zuordnung zum Account. Eine klare Gestaltung ersetzt jedoch keine klare Aussage. Der erste sichtbare Satz sollte den Nutzen des Beitrags benennen. Aus „Heute im Ausschuss“ wird beispielsweise: „Warum die neue Verkehrsführung drei Ortsteile betrifft.“

Auch der Abschluss braucht eine konkrete Funktion. Verlinken Sie eine ausführliche Erklärung auf Ihrer Website, laden Sie zu einer Veranstaltung ein oder stellen Sie eine präzise Frage. „Was denken Sie?“ eröffnet häufig eine diffuse Diskussion. Besser ist eine Frage, die sich direkt auf die vorgestellte Entscheidung bezieht.

Planen Sie Feed-Posts als Reihe statt als isolierte Einzelstücke. Wiederholen sich ähnliche Botschaften unmittelbar, verliert der Account an Spannung. Ein Redaktionsplan hilft, Themen, Anlässe und unterschiedliche Formate sinnvoll zu verteilen. So bleibt der Feed aktuell, ohne Beiträge nur für einen gefüllten Kalender zu produzieren.

3. Reels für virale Reichweite und Bewegtbild

Reels bringen Bewegung in politische Kommunikation. Sie können ein aktuelles Statement, eine kurze Erklärung, einen Terminrückblick oder einen Blick hinter die Kulissen zeigen. Anders als ein klassischer Feed-Post erreichen Reels auch Menschen, die dem Account noch nicht folgen. Das macht sie für Kandidatinnen und Kandidaten interessant, die außerhalb der eigenen Parteistrukturen sichtbar werden möchten.

Die Länge ist flexibler geworden. Ein deutschsprachiger Fachbeitrag zu Instagram Reels beschreibt seit Anfang 2025 eine maximale Länge von bis zu 3 Minuten. Ein anderer Beitrag nennt je nach Konto sogar längere Fassungen. Für politische Inhalte bleibt die praktische Frage wichtiger als die technische Obergrenze: Kann eine Person die Aussage in der vorgesehenen Zeit verstehen und bis zum Ende ansehen?

Beginnen Sie mit dem Kern. „Die neue Regelung betrifft Sie direkt“ ist als Einstieg meist stärker als eine lange Begrüßung. Untertitel sind wichtig, weil viele Menschen Videos ohne Ton ansehen. Texte müssen auf dem Smartphone lesbar bleiben und dürfen nicht am unteren Rand von Bedienelementen verdeckt werden.

Infografik zum Vergleich von Instagram-Stories und Feed-Posts für eine effektive Social-Media-Kommunikationsstrategie.

Was politische Reels leisten können

  • Einordnen: Erklären Sie eine Nachricht mit einer klaren politischen Konsequenz.
  • Beantworten: Reagieren Sie auf eine häufige Frage aus Kommentaren oder Direktnachrichten.
  • Dokumentieren: Zeigen Sie einen Wahlkampftag, ohne daraus eine Hochglanzwerbung zu machen.
  • Mobilisieren: Weisen Sie auf eine Veranstaltung, einen Infostand oder eine Gesprächsmöglichkeit hin.

Populäre Musik und Sounds können zum Format passen, dürfen die Aussage aber nicht überdecken. Ein politischer Account sollte Trends nicht automatisch übernehmen. Wenn ein Sound die Ernsthaftigkeit eines Themas beschädigt oder die Rolle der Kandidatin unklar macht, ist ein ruhiger O-Ton die bessere Entscheidung.

Weitere praktische Hinweise zur Planung und Gestaltung finden Sie im Beitrag über Social-Media-Reels.

4. Live-Videos für authentische Direktkommunikation

Wofür eignet sich ein Live-Video in der politischen Praxis? Vor allem für Situationen, in denen Rückfragen, Einordnung und unmittelbare Reaktion wichtiger sind als eine nachträglich geglättete Botschaft. Eine Fraktion kann einen Antrag erklären und Fragen beantworten. Eine Bürgermeisterkandidatin kann vor einer Veranstaltung aus dem Wahlkreisbüro senden. Eine Partei kann ein Gespräch mit einer Fachperson übertragen und Fragen aus dem Publikum aufnehmen.

Die Nähe entsteht durch den direkten Austausch. Gleichzeitig bleiben technische Störungen, unklare Zuständigkeiten und unvorbereitete Antworten auf aggressive Fragen sichtbar. Authentisch wirkt das Format deshalb nur mit einer klaren Vorbereitung.

Legen Sie Thema, Zeitpunkt und beteiligte Personen frühzeitig fest und kündigen Sie den Termin an. Bereiten Sie Fakten, Kernbotschaften und mögliche kritische Fragen vor. Lassen Sie trotzdem Raum für spontane Beiträge. Eine Moderation liest Kommentare vor, bündelt ähnliche Fragen und beendet Diskussionen höflich, wenn sie vom Anlass wegführen.

Ablauf und Zuständigkeiten vor dem Start klären

Ein Live-Video braucht einen nachvollziehbaren Ablauf:

  1. Begrüßung: Erklären Sie kurz das Thema und stellen Sie die Beteiligten vor.
  2. Einordnung: Verknüpfen Sie die Frage mit dem lokalen oder politischen Zusammenhang.
  3. Austausch: Beantworten Sie vorbereitete Fragen und greifen Sie danach Live-Kommentare auf.
  4. Abschluss: Nennen Sie den nächsten Schritt und eine geeignete Kontaktmöglichkeit.

Prüfen Sie vorab Verbindung, Bild, Ton, Beleuchtung und Hintergrund. Bestimmen Sie außerdem, wer bei technischen Problemen übernimmt. Zuschauerinnen und Zuschauer müssen Gesichter erkennen und Stimmen verstehen können.

Für Vorbereitung und Durchführung bietet der Beitrag zu Instagram-Live-Videos weitere praktische Hinweise. Direktnachrichten können den Austausch nach der Übertragung fortsetzen. Bitten Sie bei sensiblen Anliegen nicht um öffentliche Details, sondern verweisen Sie auf einen passenden privaten oder offiziellen Kontaktweg.

Eine politische Entscheidung hat oft mehrere Seiten. Carousel-Posts helfen Parteien, Fraktionen sowie Kandidatinnen und Kandidaten dabei, diese Zusammenhänge in einer nachvollziehbaren Reihenfolge zu zeigen. Geeignet sind sie etwa für eine Position, einen Veranstaltungsrückblick oder die Erklärung eines kommunalen Projekts. Jede Folie ergänzt die vorherige, statt die gesamte Botschaft in eine lange Caption zu drängen.

Starten Sie mit einer Frage, einer These oder einem konkreten Konflikt. „Was ändert sich beim neuen Verkehrskonzept?“ schafft eine klare Erwartung. „Unser Antrag im Gemeinderat“ bleibt dagegen offen und erklärt noch nicht, warum das Thema relevant ist.

Die Geschichte muss auch ohne Caption funktionieren

Ordnen Sie die Folien nach der politischen Aufgabe, die sie erfüllen:

  • Einstieg: Benennen Sie Thema und Nutzen.
  • Ausgangslage: Zeigen Sie, welches Problem die Entscheidung betrifft.
  • Einordnung: Erklären Sie Zuständigkeiten, Folgen und Hintergründe.
  • Position: Stellen Sie den Vorschlag Ihrer Partei, Fraktion oder Kandidatur vor.
  • Nächster Schritt: Sagen Sie, was nun geschieht und wie die Community reagieren kann.

Die zentrale Aussage gehört früh in die Abfolge. Wer nach wenigen Folien aussteigt, sollte den Kern bereits verstanden haben. Eine einheitliche Schrift, Farbwelt und Bildlogik erleichtert das Lesen. Zu viel Text überfordert, zu wenig Text lässt politische Zusammenhänge offen. Prüfen Sie deshalb jede Folie auf eine klare Aussage und eine gut erkennbare Hierarchie.

Eine Hand hält eine Reihe von quadratischen Fotos mit maritimen Motiven und Blumen vor einem weißen Hintergrund.

Ein Carousel ist kein Ablageort für fünf Pressefotos. Es ist eine geführte Erklärung mit Anfang, Mitte und einem nächsten Schritt.

Die Caption fasst die Geschichte zusätzlich für Personen zusammen, die nicht jede Folie ansehen. Die letzte Folie kann zu einer Veranstaltung, einer Website oder einer konkreten Frage führen. Hinweise zur Planung finden Sie im Beitrag zum Instagram-Karussell-Post.

6. Zusammenarbeit mit lokalen Influencern und Multiplikatoren

Welche Stimme erreicht Menschen vor Ort bereits mit Vertrauen? Lokale Journalistinnen und Journalisten, Content Creator, Vereinsaktive und Ehrenamtliche sprechen unterschiedliche Netzwerke an. Eine Kooperation passt deshalb nur, wenn Themen, Werte und Publikum zu Ihrer politischen Arbeit passen.

Beginnen Sie mit einem konkreten Anlass. Ein lokaler Creator begleitet eine Kandidatin bei einem Rundgang durch ein Viertel. Ein Vereinsvertreter erklärt, welche kommunale Entscheidung den Alltag seiner Mitglieder betrifft. Eine Journalistin kündigt eine Veranstaltung an und stellt danach Fragen. Der kommunikative Zweck entscheidet über das Format: Sie können Einblicke geben, Sachkenntnis sichtbar machen oder ein Thema in einen lokalen Zusammenhang einordnen.

Glaubwürdigkeit bleibt Sache des Multiplikators. Stellen Sie belastbare Informationen, Bildmaterial und Gesprächsmöglichkeiten bereit, ohne dessen Sprache oder Bewertung vorzugeben. Vereinbaren Sie Rollen, Kennzeichnung und organisatorische Fragen vorab. Die redaktionelle Freiheit der anderen Seite gehört zur Zusammenarbeit und schützt beide Seiten vor vorbereiteten Werbesätzen.

Vertrauen vor Reichweite

Bei der Auswahl zählen mehrere Punkte:

  • Lokale Relevanz: Erreicht die Person Menschen aus Ihrem Wahlkreis oder Ihrer Kommune?
  • Thematische Nähe: Passt das bisherige Profil zu Ihrem Anliegen?
  • Transparenz: Sind Unterstützung, Rollen und politische Interessen nachvollziehbar?
  • Arbeitsweise: Ist eine unabhängige, respektvolle und verbindliche Zusammenarbeit möglich?

Schreiben Sie persönliche Anfragen und schlagen Sie ein klares Szenario vor, etwa ein Gespräch, einen Vor-Ort-Termin oder eine gemeinsame Erklärung. Versprechen Sie keine Aussagen, die der Multiplikator nicht selbst vertreten kann. Prüfen Sie außerdem, ob Aufwand und erwartete Wirkung im Verhältnis stehen.

Ein Influencer-Brands Ranking Guide bietet einen allgemeinen Orientierungspunkt für die Einordnung von Kooperationen. Für politische Kommunikation zählt jedoch, ob eine Person im lokalen Umfeld Vertrauen und Sachkenntnis mitbringt. Bedanken Sie sich öffentlich, ohne die Unterstützung als Zustimmung der gesamten Community darzustellen.

7. Community-Engagement und Hashtag-Strategien

Welche Fragen und Konflikte beschäftigen Menschen vor Ort? Kommentare, Direktnachrichten, Umfragen und geteilte Beiträge geben darauf unmittelbare Hinweise. Wer auf Rückmeldungen nicht reagiert, begrenzt politische Kommunikation auf die eigene Veröffentlichung. Für Parteien, Fraktionen sowie Kandidatinnen und Kandidaten wird Instagram erst dann zum Dialogkanal, wenn Antworten, Nachfragen und Kritik eingeplant sind.

Legen Sie eine Moderationsrichtlinie fest. Sie sollte bestimmen, wann Sie auf Kritik eingehen, wann Beiträge aus rechtlichen oder sachlichen Gründen verborgen werden und wohin Sie persönliche Anliegen weiterleiten. Die Regeln gelten für alle Beteiligten, auch bei scharfer Kritik an der eigenen Partei oder Person. Dokumentieren Sie wiederkehrende Fragen, damit daraus Themen für künftige Posts oder Stories entstehen.

Antworten Sie konkret und vermeiden Sie vorgefertigte Floskeln. Muss ein Sachverhalt erst geprüft werden, sagen Sie das offen und nennen Sie einen realistischen nächsten Schritt. Teilen Sie Nutzerbeiträge nur mit Zustimmung. Private Informationen gehören nicht in öffentliche Antworten.

Hashtags unterstützen die Einordnung

Hashtags machen politische Inhalte thematisch und lokal auffindbar. Kombinieren Sie einen Kampagnen-Hashtag wie #IhreStadt2026 mit Themenbegriffen wie #Klimaschutz oder #Kommunalwahl und passen Sie die Schreibweise an den tatsächlichen Ort und die laufende Kampagne an. Je nach Thema können auch #Infrastruktur oder #Mittelstand passen.

Vermeiden Sie irrelevante und übernutzte Begriffe. Prüfen Sie regelmäßig, welche Hashtags passende Reaktionen aus der gewünschten Region oder zu einem bestimmten Anliegen auslösen. Die Caption bleibt wichtiger als die Hashtag-Menge: Sie sollte Thema, Ort und politische Bedeutung verständlich benennen.

Verteilen Sie das Account-Management auf mehrere Schultern. Eine Person kann nicht dauerhaft Inhalte erstellen, Kommentare moderieren, Direktnachrichten beantworten und politische Fakten prüfen. Ein gemeinsamer Redaktionsplan und abgestimmte Zugriffsrechte sichern Kontinuität während Sitzungswochen und Wahlkampfterminen.

8. Bezahlte Werbung für zielgerichtete Reichweite

Welche politische Botschaft soll bezahlte Reichweite unterstützen? Mit Meta Ads können Parteien, Fraktionen sowie Kandidatinnen und Kandidaten Inhalte gezielt in bestimmten Regionen ausspielen. Das eignet sich etwa für einen Veranstaltungshinweis, ein Vorstellungsvideo oder einen Aufruf zur Beteiligung. Voraussetzung bleibt eine klare Aussage, denn Werbung verstärkt auch unklare Kommunikation.

Legen Sie vor dem Start ein konkretes Ziel fest: Aufmerksamkeit für ein Thema, Besuche auf einer Website, Anmeldungen zu einer Veranstaltung oder die Aktivierung einer bestehenden Community. Erst danach lassen sich passende Zielgruppen, Formate und Handlungsaufforderungen auswählen. Prüfen Sie später, ob die Anzeige tatsächlich zum gewünschten Ergebnis geführt hat.

Politische Werbung verlangt besondere Sorgfalt. Klären Sie vor der Veröffentlichung die geltenden Vorgaben für Ihre Region, den Anzeigeninhalt, Transparenz und Datenschutz. Halten Sie Freigaben, verwendete Materialien und die verantwortlichen Personen nachvollziehbar fest.

Die Auswahl richtet sich nach dem kommunikativen Zweck:

  • Veranstaltung bewerben: Begrenzen Sie die Ausspielung auf den relevanten Ort und Zeitraum.
  • Kandidatin vorstellen: Verbinden Sie Person, Thema und Anlass in einem kurzen Video.
  • Websitebesucher erneut ansprechen: Verwenden Sie Retargeting nur auf einer rechtlich geprüften Grundlage.
  • Varianten vergleichen: Verändern Sie jeweils nur einzelne Elemente, etwa Bild, Einstieg oder Handlungsaufforderung.

Bewerten Sie nicht nur Klicks. Entscheidend ist, ob Menschen sich anmelden, die angekündigte Information auf der Landingpage finden oder in einen ernsthaften Austausch treten. Beobachten Sie auch Kommentare und Nachrichten, weil bezahlte Reichweite Kritik genauso sichtbar machen kann wie Zustimmung.

Reichweite lässt sich einkaufen, Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Inhalte und Beteiligung. Hinweise zu Instagram Engagement Paketen sollten Sie daher nicht mit echter politischer Unterstützung gleichsetzen. Gekaufte Interaktionen bauen keine belastbare Community auf und können die Auswertung Ihrer Kommunikation verfälschen.

Vergleich der 8 Instagram‑Aktivitäten

FormatImplementierungskomplexitätRessourcenbedarfErwartete ErgebnisseIdeale AnwendungsfälleHauptvorteile
Stories für zeitnahe KommunikationNiedrig (häufig posten)Gering (Smartphone, schnell)Kurzfristige Sichtbarkeit, hohes EngagementSofortige Aktionen, Event‑Hinweise, EinblickeAuthentizität, Dringlichkeit, tägliches Engagement
Feed‑Posts für strategische KernbotschaftenMittel–hoch (Planung & Redaktion)Mittel (Grafik, Text, ggf. Fotos)Dauerhafte Präsenz, Profilaufbau, tiefere InfosKernbotschaften, Portraits, InfografikenLangfristige Auffindbarkeit, konsistente Ästhetik
Reels für virale Reichweite und BewegtbildMittel (Schnitt, Trends nutzen)Gering–mittel (Smartphone, Schnitttools)Sehr hohe organische Reichweite, neue ZielgruppenKurzvideos, virale Inhalte, emotionale StorysMaximale Reichweite durch Algorithmus
Live‑Videos für authentische DirektkommunikationMittel–hoch (Moderation & Technik)Mittel–hoch (stabile Verbindung, Team)Direkte Interaktion, starke Bindung zur CommunityQ&A, Live‑Events, spontane ReaktionenHöchste Authentizität, Echtzeit‑Dialog
Carousel‑Posts für mehrteilige GeschichtenMittel (Mehrere Folien, Design)Mittel (Grafiken, mehrere Assets)Längere Verweildauer, erhöhtes EngagementSchritt‑für‑Schritt Erklärungen, Infografik‑SerienNarratives Storytelling, mehr Raum für Inhalte
Zusammenarbeit mit lokalen Influencern & MultiplikatorenMittel (Recherche & Abstimmung)Variabel (Honorare, Briefing, Material)Erweiterte Reichweite, erhöhte GlaubwürdigkeitLokale Mobilisierung, Themen‑AmplifikationAuthentische Empfehlungen, Zugang zu Nischen
Community‑Engagement & Hashtag‑StrategienHoch (kontinuierliche Betreuung)Hoch (Moderation, Monitoring, Zeit)Stärkerer Dialog, bessere AuffindbarkeitBürgerdialog, Feedback, Kampagnen‑HashtagsDirekter Austausch, organische Reichweite
Bezahlte Werbung für zielgerichtete ReichweiteMittel–hoch (Setup & Optimierung)Hoch (Budget, Tools, Analyse)Präzise Reichweite, messbare KPIsGezielte Events, Retargeting, ZielgruppengewinnungSkalierbarkeit, exaktes Targeting, Messbarkeit

Aus einzelnen Formaten wird ein Plan

Die Frage „Was macht man auf Instagram?“ lässt sich für politische Akteure nicht mit einer einzelnen Content-Idee beantworten. Sie brauchen eine Zuordnung zwischen kommunikativem Zweck, Zielgruppe und Format. Ein Feed-Post kann eine dauerhafte Position tragen. Ein Carousel erklärt den Zusammenhang. Ein Reel erweitert die Sichtbarkeit. Eine Story begleitet den politischen Alltag. Ein Live-Video schafft direkten Austausch. Community-Arbeit hält den Dialog offen.

Beginnen Sie mit einem konkreten Ziel. Eine Partei kann etwa ihre Position zu einem kommunalen Projekt verständlich machen wollen. Eine Fraktion möchte Fragen zu einem Antrag beantworten. Eine Kandidatin will persönliche Sichtbarkeit aufbauen und zugleich zeigen, wie sie arbeitet. Für jedes Ziel passt ein anderes Format besser.

Eine einfache Redaktionslogik

  • Feed und Carousel: Nutzen Sie diese Formate für dauerhafte Positionen, Erklärungen und Inhalte, die später auffindbar bleiben sollen.
  • Reels: Setzen Sie Bewegtbild ein, wenn Sie neue Menschen erreichen oder einen Gedanken schnell vermitteln wollen.
  • Stories: Begleiten Sie Termine, Gespräche und aktuelle Entwicklungen mit zeitnahen Einblicken.
  • Live: Öffnen Sie ein Thema für Fragen, Einordnung und unmittelbare Reaktionen.
  • Community-Arbeit: Beantworten Sie Kommentare und Nachrichten, damit aus Reichweite ein Gespräch werden kann.
  • Multiplikatoren und Werbung: Verstärken Sie ausgewählte Inhalte gezielt, statt jede Veröffentlichung extern oder bezahlt zu verbreiten.

Planen Sie keinen Rhythmus, den Ihr Team nicht halten kann. Ein kleiner, verlässlicher Ablauf ist politisch wertvoller als eine intensive Startphase, nach der der Account wochenlang stillsteht. Legen Sie pro Woche ein Kernanliegen fest und übersetzen Sie es in passende Formate. Aus einer Position kann ein Carousel entstehen, aus einer Folie ein Reel, aus den Fragen dazu eine Story und aus der Diskussion ein Live-Termin.

Beobachten Sie nicht nur Likes. Achten Sie darauf, ob Menschen Fragen stellen, Inhalte teilen, zu Veranstaltungen kommen, die Website besuchen oder sich auf einen persönlichen Kontakt einlassen. Instagram bleibt ein Verteil- und Dialogkanal, die politische Entscheidung fällt jedoch in Gesprächen, Sitzungen, Initiativen und vor Ort.

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Simon Mai

Über die Autorin / den Autor

Simon Mai

Simon Mai ist Geschäftsführer der Spezialagentur creategy. Zuvor war er im Bundestag und EU-Parlament tätig. Er hat bereits über 100 Wahlkämpfe begleitet.

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