Der bisherige Bürgermeister wechselt als Oberbürgermeister in eine andere Stadt, in Linkenheim-Hochstetten wird die Rathausspitze neu besetzt. Sieben Bewerberinnen und Bewerber stellen sich zur Wahl, darunter Tim Drees, 35 Jahre alt, Rechtsanwalt aus Karlsruhe, ohne Parteibuch und ohne bisheriges Amt in der Gemeinde. Nach einem ersten Wahlgang mit zwei fast gleichauf liegenden Spitzenkandidaten fällt die Entscheidung in der Stichwahl mit gerade einmal 30 Stimmen Vorsprung.
50,3
Prozent in der Stichwahl
30
Stimmen Vorsprung
7
Bewerberinnen und Bewerber im ersten Wahlgang
Ausgangslage
Linkenheim-Hochstetten im Landkreis Karlsruhe zählt rund 9.800 Wahlberechtigte. Mit dem Wechsel des bisherigen Bürgermeisters Michael Möslang als Oberbürgermeister nach Weinheim wird das Amt frei, ein offener Sitz, um den sich im ersten Wahlgang am 27. September 2026 sieben Bewerbungen drehen. Bei Kommunal- und Bürgermeisterwahlen fällt die Wahlbeteiligung traditionell niedriger aus als bei Bundes- oder Landtagswahlen, ein Umstand, den creategy von Beginn an als eigene Aufgabe begreift.
Tim Drees ist Jurist und Rechtsanwalt für IT-Recht, hat am Karlsruher Institut für Technologie die Rechtsberatung für Spitzenforschung mitverantwortet und zuletzt als Justiziar bei der Helmholtz-Gemeinschaft gearbeitet. Er lebt in Karlsruhe, kennt die Gemeinde aus seiner Zeit am KIT Campus Nord und tritt als unabhängiger Kandidat von außen an. Für diese Kandidatur beauftragt er creategy mit den Grundlagen seiner Kampagne.
Eine Personenmarke für den Kandidaten von außen
In bis zu zwei digitalen Workshops entwickelt creategy mit der hauseigenen Political Brand Method Analyse, Strategie und Personenmarke für Drees. Aus seiner Biografie entstehen drei Markenwerte: kompetent durch seinen juristischen Werdegang mit Erfahrung in Gremienarbeit, Auftragsvergabe, Fördermittelakquise und Bauleitplanung, unabhängig und pragmatisch als Kandidat ohne Parteibindung, und dynamisch mit 35 Jahren mitten im Leben. Daraus entsteht der Kampagnenclaim, der Auftritt und Haltung gleichermaßen trägt: Zuhören. Verstehen. Gestalten. :::
„Wer von außen kommt, muss zuerst zuhören, damit ihm die Gemeinde zutraut, sie zu gestalten."
Für einen Kandidaten, der nicht vor Ort lebt und keine Ortsverankerung über Vereine oder Parteien mitbringt, ersetzt ein klar formulierter Dreiklang aus Haltung und Arbeitsweise die sonst über Jahre gewachsene Bekanntheit.
Design und Printprodukte für den direkten Kontakt
Aus individuellen Kreationen entwickelt creategy ein eigenständiges Kampagnendesign mit Wort-Bild-Marke, Farbwelt und Typografie für die parteilose Kandidatur, dazu einen kurzen Style-Guide für die eigene Nutzung. Darauf aufbauend entstehen die klassischen Printformate für den direkten Kontakt: bis zu zwei Flyer, eine Beachflag, ein Plakatmotiv und ein Wahlkampf-Goodie.









creategy entwarf acht verschiedene Versionen der zentralen Wort-Bild-Marke.
Für einen Kandidaten ohne Parteifarbe und Parteiorganisation ersetzt ein eigenständiges Design die sonst verfügbare Wiedererkennung, es macht Drees in der Gemeinde schnell als eigene, unverwechselbare Marke sichtbar.
Eine eigene Website als digitale Zentrale
Ergänzend richtet creategy eine Onepager-Website auf WordPress-Basis ein, die Vorstellung, Themen, Lebenslauf und Kontaktmöglichkeiten bündelt, für mobile Endgeräte optimiert und bei Google auffindbar. Eine Terminsektion zeigt anstehende Veranstaltungen, eine digitale Bürgerumfrage lädt zum Stimmungsbild über Einkaufsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit, Verkehr oder Seniorenangebote ein.

Für einen Kandidaten von außen, den viele Wählerinnen und Wähler zunächst einordnen müssen, ist eine klar strukturierte eigene Website oft der erste Anlaufpunkt, und die Bürgerumfrage macht das erklärte Zuhören schon im Wahlkampf konkret.
Wahlbriefe für zwei Zielgruppen
Im Verlauf der Kampagne erstellt creategy zusätzlich zwei persönlich adressierte Wahlbriefe, einen für Seniorinnen und Senioren, einen für Erstwählerinnen und Erstwähler. Dazu gehören die Brieftexte, ein passendes Briefpapier im Kampagnendesign, ein Musterschreiben zur Anforderung der Adressdaten und die Abwicklung mit dem Versanddienstleister.
Für zwei Zielgruppen, die klassische Plakat- oder Social-Media-Kommunikation oft seltener erreicht, ist ein persönlich adressierter Brief ein direkter Kontaktpunkt, der sich gezielt auf ihre jeweilige Lebenssituation zuschneiden lässt.
Ergebnis
Im ersten Wahlgang am 27. September 2026 liegt Tim Drees mit 35,0 Prozent und 1.990 Stimmen knapp vor Asmaa Reuter mit 34,4 Prozent und 1.955 Stimmen, keiner der sieben Bewerber erreicht die absolute Mehrheit. In der Stichwahl am 18. Oktober 2026 setzt sich Drees mit 50,3 Prozent gegen seine Mitbewerberin durch: 2.671 Stimmen stehen 2.641 gegenüber, ein Unterschied von 30 Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 54,3 Prozent. Er tritt zum 1. Dezember sein Amt an.
Zwei Erkenntnisse aus diesem Case lassen sich auf andere Kandidaturen von außen übertragen. Erstens: Ein Kandidat ohne Ortsverankerung gewinnt Vertrauen, wenn Claim, Design und Website dieselbe Haltung des Zuhörens erkennbar machen. Zweitens: In einem Rennen, das am Ende von 30 Stimmen entschieden wird, zählt jeder gezielte Kontakt, auch der zu Gruppen wie Seniorinnen, Senioren und Erstwählerinnen, die sich über klassische Kanäle nur schwer erreichen lassen.
Für creategy zeigt der Case, dass sich auch ein schlankes Kampagnenpaket aus Strategie, Design, Print, Website und gezieltem Direktkontakt in einem engen Rennen als entscheidend erweisen kann, wenn alle Bausteine dieselbe Personenmarke tragen. Bei Tim Drees hat die Kombination aus unabhängiger Haltung und konsequenter Vorbereitung am Ende zu einem Wahlsieg mit denkbar knappem Vorsprung geführt.

