Grünwald südlich von München zählt zu den wohlhabendsten Gemeinden Deutschlands, mit einer Bevölkerung, die deutlich älter ist als der bayerische Durchschnitt, und einer Kommunalpolitik, die seit Jahrzehnten fest in CSU-Hand liegt. Genau in diesem Umfeld bereitet sich die Parteifreie Bürger Grünwald e.V. (PBG) auf die Kommunalwahl am 8. März 2026 vor.
Von der ersten Umfeld- und Themenanalyse über die Personenmarke bis zu Plakatdesign, Werbemitteln und digitalen Content-Formaten begleitet creategy die PBG in zwei Strategie-Workshops beim Aufbau ihrer Kampagne.
11.094
Einwohnerinnen und Einwohner Grünwalds (2023)
16,4 %
Ergebnis der PBG bei der Kommunalwahl 2026
Ausgangslage
Grünwald gilt seit Jahren als eine der reichsten Gemeinden Deutschlands, mit einem Pro-Kopf-Einkommen weit über dem Bundesdurchschnitt und einer entsprechend niedrigen Arbeitslosenquote. Zugleich ist die Bevölkerung im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt älter und der Anteil ausländischer Staatsangehöriger höher, bei einer insgesamt wachsenden Einwohnerzahl. Politisch dominiert die CSU die Gemeinde auf allen Ebenen deutlich, amtierender Erster Bürgermeister ist seit 2002 Jan Neusiedl (CSU), der zur Wahl 2026 erneut antritt.
Die PBG selbst ist seit Jahren fester Bestandteil der Grünwalder Kommunalpolitik: Bei der Gemeinderatswahl 2020 erreichte sie 15,9 Prozent, bei der Bürgermeisterwahl trat mit Sandra Gutheil eine eigene Kandidatin an und kam auf 20,7 Prozent gegen den amtierenden Neusiedl. Für die Wahl 2026 beauftragt die PBG creategy damit, ihre Kampagne auf eine belastbare strategische und gestalterische Grundlage zu stellen.
Eine datenbasierte Analyse von Umfeld und Themen

Im ersten Strategie-Workshop analysiert creategy gemeinsam mit der PBG die Bevölkerungsstruktur, die wirtschaftliche Lage und die Wahlergebnisse der vergangenen Jahre auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Ergänzt wird diese Analyse um eine bundesweite Themen-Umfrage sowie um die von der PBG selbst gesetzten Themenschwerpunkte aus vier Clustern: Mitgestaltung, Infrastruktur, Wohnraum und Sicherheit sowie weitere kommunale Anliegen.
Aus dieser Analyse leitet creategy drei zentrale Zielthemen für die Kampagne ab: bezahlbaren Wohnraum über das Einheimischen-Modell und die Nutzung der Eierwiese, eine Fußgängerbrücke zwischen Grünwald und Pullach samt neuer S-Bahn-Haltestelle sowie mehr Sicherheit durch einen kommunalen Ordnungsdienst. Für eine Wählervereinigung ohne Landes- oder Bundespartei im Rücken ist eine derart datenbasierte Themensetzung die Grundlage, auf der sich die eigene Position im Wahlkampf erst überzeugend behaupten lässt.
Personenmarke und Positionierung
Aus der Analyse entwickelt creategy für die PBG drei strategische Kernbotschaften: Unabhängigkeit, weil die Vereinigung an keine Landes- oder Bundespartei gebunden ist, Sachkompetenz, weil ihre Kandidatinnen und Kandidaten aus dem echten Berufsleben kommen statt aus der professionellen Politik, und Bürgernähe durch direkte, persönliche Kommunikation. Diese drei Werte bilden den roten Faden für Narrativ, Themensetzung und Gestaltung der gesamten Kampagne.
„Wer für nichts als die eigene Gemeinde antritt, braucht keine große Bühne, nur ein klares Wort."
Ergänzend entwickelt creategy ein Zukunftsmonitor-Konzept, mit dem die PBG über Ideenkarten, eine Online-Umfrage und Themenveranstaltungen Vorschläge direkt aus der Bürgerschaft sammeln kann. Für eine Vereinigung, deren zentrales Versprechen Bürgernähe lautet, ist ein solches Beteiligungsformat mehr als nur ein Werbemittel, es macht die eigene Positionierung im Wahlkampf konkret erlebbar.
Ein Wahlkampfdesign aus Sandwich-Plakaten und digitalen Formaten



Im zweiten Strategie-Workshop entwickelt creategy für die PBG eine Plakatstruktur nach dem Sandwich-Prinzip: ein Kopfplakat mit Kandidatinnen und Kandidaten, kombiniert mit einem zweiten Plakat, das je nach Standort ein Thema oder eine der drei USPs in den Vordergrund stellt. Ergänzt wird diese Struktur um Vorschläge für Social-Media-Formate wie kurze Interviewclips zu Motivation, Kernthema und Parteilosigkeit sowie ein Rubrikformat, das die persönliche Haltung der Kandidatinnen und Kandidaten zu Grünwalder Themen pointiert vermittelt.
Für ein digitales Kurzformat mit dokumentarischem Charakter entwickelt creategy zusätzlich das Konzept „Reeltalk": PBG-Vertreterinnen und -Vertreter werden dabei scheinbar beiläufig gefilmt, etwa im Gespräch auf der Straße, mit klaren Aussagen zu aktuellen Themen statt gestelzter Politikersprache. Für eine Vereinigung, die sich über Bürgernähe positioniert, passt ein derart unmittelbarer, wenig inszenierter Look besonders gut zur eigenen Markenbotschaft.
Werbemittel und Content-Formate für die Mobilisierungsphase
Ergänzend zur Plakatkampagne entwickelt creategy ein Set kleinerer Werbemittel: einen nachhaltig produzierten Jutebeutel, Einkaufswagenchips mit PBG-Logo, einen Schal in den Vereinsfarben sowie eine Endlos-Faltkarte, auf der sich mit jedem Falten ein weiteres Argument aus dem Wahlprogramm zeigt. Als zentrales Printmedium schlägt creategy zudem eine kleine, im Advertorial-Stil gestaltete Zeitung vor, die Kandidatinnen und Kandidaten sowie Veranstaltungen vorstellt, ergänzt um einen klassischen, teilindividualisierten Wahlkampfflyer.
Der gemeinsame Zeitplan reicht von der Festlegung der Grundlagen im Dezember 2025 über den Beginn der Plakatierung im Januar 2026 bis zum Wahltermin am 8. März 2026, mit einer eigenen Mobilisierungsphase für Themenflyer, eine persönliche Briefaktion und Tür-zu-Tür-Gespräche in den letzten Wochen vor der Wahl. Für eine Gemeinde mit sechs Gemeindeteilen sorgt diese Kombination aus Print, Digitalformaten und persönlicher Ansprache dafür, dass die Kampagne über die gesamte Wahlperiode hinweg sichtbar bleibt.
Ergebnis
Aus einer datenbasierten Umfeld- und Themenanalyse, einer auf drei Werte verdichteten Positionierung und einem durchgängigen Plakat- und Werbemittelkonzept entsteht für die PBG eine Kampagnengrundlage für die Kommunalwahl am 8. März 2026 in Grünwald. Das Ergebnis gegenüber der letzten Wahl kann verbessert wernde!
Zwei Erkenntnisse aus diesem Case lassen sich auf andere Wählervereinigungen ohne Landes- oder Bundespartei übertragen. Erstens: Gerade eine Kandidatur ohne Parteiapparat im Rücken profitiert von einer möglichst konkreten, datenbasierten Themensetzung, die eigene Positionierung wird dadurch überprüfbar statt behauptet. Zweitens: Wenige, klar formulierte Markenwerte lassen sich über Plakate, Werbemittel und digitale Formate hinweg konsistent durchhalten, auch wenn mehrere Kandidatinnen und Kandidaten gemeinsam auftreten.
Für creategy zeigt der Case, dass sich auch die Kampagne einer kommunalen Wählervereinigung mit mehreren Kandidatinnen und Kandidaten strukturiert und mit klarer Handschrift aufbauen lässt. Bei der PBG hat die Kombination aus datenbasierter Analyse, verdichteter Positionierung und einem breiten Werbemittel-Mix eine tragfähige Grundlage für die Kommunalwahl 2026 in Grünwald geschaffen.
