Hundert bürokratische Regeln, gesammelt und aufgelistet, aber ohne einen einzigen Namen dahinter, der sich konkret für ihre Abschaffung einsetzt. So lässt sich die Ausgangslage beschreiben, aus der die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ein digitales Werkzeug entwickeln will, mit dem sich Bundestagsabgeordnete parteiübergreifend genau ein Thema aussuchen können, für das sie sich künftig persönlich starkmachen.
Am Ende steht das Bürokratie-Paten-Portal, eine vollständig neu entwickelte Webapp, in der jedes Töpfchen sein Deckelchen findet, wie es die INSM selbst beschreibt. Aus einer abstrakten Debatte über Bürokratieabbau wird ein konkretes Werkzeug, mit dem einzelne Abgeordnete öffentlich Verantwortung für ein einzelnes Thema übernehmen können.

Während andere über Bürokratieabbau nur reden, handeln wir – gemeinsam mit Politikern. Eine Art Mischung aus „Tinder“ und „Abgeordnetenwatch“: Wir erleichtern Politikern parteiübergreifend und konkret, beim Bürokratieabbau mitzumachen.
Thorsten Alsleben
Geschäftsführer INSM
100
Bürokratische Regeln zur Auswahl
1
Magic-Login-Link pro Abgeordnetem
0
Third-Party-Cookies
NextJS
Technologische Basis der Website
Eine Idee, die konkrete Paten braucht
Die INSM ist eine 2000 gegründete, von Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie finanzierte Initiative mit Sitz in Berlin, die sich für wirtschaftsliberale Reformen einsetzt, unter anderem für den Abbau bürokratischer Vorgaben. Eine Liste mit hundert konkreten, aus Sicht der INSM überflüssigen oder überzogenen Regeln existiert bereits, doch eine Liste allein verändert noch keine Gesetzeslage.
Für echte politische Wirkung braucht es Abgeordnete, die sich ein einzelnes Thema aus dieser Liste zu eigen machen und öffentlich dafür einstehen, dass genau diese eine Regel abgeschafft oder abgemildert wird. Genau hier liegt die eigentliche Herausforderung des Projekts: Wie lässt sich aus hundert abstrakten Positionen auf einer Liste eine persönliche, öffentlich sichtbare Selbstverpflichtung einzelner Politikerinnen und Politiker machen, und zwar so niedrigschwellig, dass sie im ohnehin dichten Alltag eines Mandats tatsächlich wahrgenommen und genutzt wird.
Mit dieser Aufgabe beauftragt die INSM creategy, für die Entwicklung des Bürokratie-Paten-Portals von der ersten Konzeptidee bis zur fertigen, produktiv nutzbaren Webapp.
Für ein Projekt dieser Art reicht es nicht, allein die technische Umsetzung zu liefern. Die eigentliche Aufgabe liegt darin, ein Konzept zu entwickeln, das sich Abgeordneten in wenigen Sekunden erschließt und sie zu einer konkreten Handlung bewegt, ohne dass lange Erklärungen nötig sind. Ein Werkzeug, das erst ausführlich vorgestellt werden muss, bevor es funktioniert, erreicht seine Zielgruppe im politischen Alltag selten.
Eine Website, die von Grund auf neu gedacht wird

Für ein Projekt mit derart spezifischen Anforderungen reicht ein Standard-Baukasten nicht aus. creategy entwickelt die gesamte Website deshalb vollständig neu, auf NextJS-Basis, um jede Funktion exakt auf die Bedürfnisse der Kampagne zuzuschneiden.
Eine Individualentwicklung dieser Art erlaubt es, Funktionen zu realisieren, die sich mit vorgefertigten Baukastensystemen kaum oder nur mit erheblichem Aufwand umsetzen ließen, von individuellen Login-Verfahren für jeden einzelnen Abgeordneten bis zu einer Filterlogik, die exakt auf die hundert Regeln der Liste zugeschnitten ist. Für ein Werkzeug, das MdBs im hektischen parlamentarischen Alltag überzeugen muss, zählt jede Sekunde, die zwischen erstem Klick und abgeschlossener Patenschaft liegt.
Diese technische Grundlage bildet zugleich das Fundament für alle weiteren Besonderheiten der Webapp, von den vorausgefüllten Profilen bis zur Bürokratieampel. Ohne eine flexible, individuell entwickelte Basis ließen sich diese Elemente kaum in der gewünschten Konsequenz umsetzen.
So niedrig wie möglich: die Hürde für die Abgeordneten
Für Bundestagsabgeordnete zählt Zeit zu der knappsten Ressource überhaupt. creategy gestaltet das Portal deshalb konsequent darauf ausgelegt, die Nutzungsschwelle so gering wie möglich zu halten. Vorausgefüllte Profile beschränken die Dauer der Registrierung auf das absolut notwendige Minimum, statt jeden Abgeordneten dieselben Grunddaten manuell eintragen zu lassen.
„Wer im hektischen Mandatsalltag überzeugen will, darf keine einzige überflüssige Hürde aufbauen."
Ergänzend entwickelt creategy individuelle Multi-Use-Magic-Login-Links für jeden einzelnen Abgeordneten, die ein müheloses, passwortloses Einloggen ermöglichen. Für Nutzerinnen und Nutzer, die ohnehin mit einer Vielzahl von Zugängen, Passwörtern und digitalen Werkzeugen konfrontiert sind, entfällt damit eine der häufigsten Hürden für die tatsächliche Nutzung eines Online-Angebots.
Diese konsequente Reduktion auf das Wesentliche ist gerade für eine Zielgruppe wichtig, die selten die Zeit hat, sich in ein neues digitales Tool einzuarbeiten. Wer eine Patenschaft für ein bürokratisches Thema übernehmen will, soll das in wenigen Klicks erledigen können, nicht erst nach einem längeren Registrierungsprozess.
Auf einen Blick: Ampel und Entlastungsskala

Für die Darstellung der hundert bürokratischen Regeln entwickelt creategy die sogenannte Bürokratieampel. Sie zeigt auf einen Blick, in welchem Status sich der Abbau einer bestimmten Regel gerade befindet, angelehnt an das vertraute Prinzip von Rot und Grün, bei Grün kann losgelegt werden, bei Rot besteht noch Handlungsbedarf.

Ergänzend schafft eine eigens entwickelte Entlastungsskala Klarheit darüber, welchen tatsächlichen Einfluss das jeweilige Thema auf Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger hat. Für Abgeordnete, die aus hundert möglichen Themen eine sinnvolle Auswahl treffen müssen, liefert diese Skala eine schnelle Orientierung, welche Regel mit vergleichsweise überschaubarem politischem Aufwand eine besonders spürbare Entlastung bewirken könnte.
Beide Elemente zusammen übersetzen eine komplexe, oft sehr technische Materie in eine visuell sofort erfassbare Information, ohne die zugrunde liegenden Inhalte zu vereinfachen oder zu verzerren.
Mehr Filter als Instagram, aber keine Cookies
Mit hundert Regeln zur Auswahl braucht das Portal eine leistungsfähige Such- und Filterfunktion. creategy entwickelt dafür umfangreiche Filtermöglichkeiten, sodass jeder Stakeholder, ob Abgeordneter, Fachjournalistin oder interessierte Bürgerin, in Sekunden genau das Thema findet, das ihn oder sie tatsächlich interessiert.
Gleichzeitig verzichtet creategy bewusst auf den Einsatz nerviger Third-Party-Cookies. Für ein Portal, das Vertrauen bei einer politisch aufmerksamen Zielgruppe aufbauen will, ist ein sparsamer, datenschutzbewusster Umgang mit Trackingtechnologien ein Signal, das über die reine rechtliche Notwendigkeit hinausgeht. Wer selbst Bürokratie abbauen will, sollte die eigene Website nicht mit unnötigem technischem Ballast überfrachten.
Für Abgeordnete und ihre Mitarbeiterstäbe, die selbst regelmäßig mit Datenschutzanfragen und Compliance-Vorgaben befasst sind, ist dieser Verzicht zudem ein glaubwürdiges Detail. Ein Portal, das Bürokratieabbau fordert, aber selbst mit unnötigen Cookie-Bannern und Tracking-Mechanismen aufwartet, würde die eigene Botschaft von Beginn an unterlaufen.
Ein Werkzeug für hundert konkrete Patenschaften
Aus einer Liste mit hundert bürokratischen Regeln entsteht mit dem Bürokratie-Paten-Portal ein Werkzeug, das abstrakte Forderungen in konkrete, öffentlich sichtbare Selbstverpflichtungen einzelner Abgeordneter übersetzt. Wie bei einer Partnerbörse, nur mit politischen Reformthemen statt persönlichen Profilen, sollen sich Abgeordnete und Bürokratiethema gezielt finden, parteiübergreifend und ohne komplizierten Anmeldeprozess.
Zwei Erkenntnisse aus diesem Case lassen sich auf andere digitale Beteiligungsprojekte für stark eingebundene Zielgruppen übertragen. Erstens: Eine Individualentwicklung lohnt sich immer dann, wenn Standardlösungen die eigentlichen Besonderheiten eines Projekts, etwa passwortlose Logins oder eine speziell entwickelte Ampellogik, nicht abbilden können. Zweitens: Bei Zielgruppen mit extrem knapper Zeit entscheidet über den Erfolg weniger der Funktionsumfang eines Tools als die Frage, wie wenige Klicks zwischen erstem Interesse und abgeschlossener Handlung liegen.
Für creategy zeigt der Case, dass sich digitale Produktentwicklung und politische Kommunikation eng verzahnen lassen, wenn eine Idee klar genug ist, um sie in ein einziges, fokussiertes Werkzeug zu übersetzen. Beim Bürokratie-Paten-Portal hat die Kombination aus individueller technischer Entwicklung, einer bewusst niedrigen Nutzungsschwelle und einer klaren visuellen Aufbereitung am Ende ein Werkzeug entstehen lassen, das eine oft nur abstrakt geführte Debatte über Bürokratieabbau auf hundert konkrete, personalisierte Ansatzpunkte herunterbricht.
