Zum Inhalt springen
creategy

Ansiedlung von Helsing.

Gemeinde Hallbergmoos

Kommunikation für die Ansiedlung eines Standorts für Verteidigungstechnologie in Hallbergmoos. Erfolgreiches Ratsbegehren inklusive.

Ansiedlung von Helsing.

Sonntagabend im Sitzungssaal von Hallbergmoos, Wahlleiter Michael Kirmayer tritt ans Mikrofon. Vertreterinnen der Bürgerinitiative stehen neben Bürgermeister Benjamin Henn und Helsing-Deutschlandchef Wolfgang Gammel, alle warten auf dieselbe Zahl. Wochenlang hatte die Gemeinde über eine der größten Standortfragen ihrer Geschichte diskutiert, nun verkündet Kirmayer das Ergebnis des Ratsbegehrens zur Senderwiese.

Die Zeitenwende will vor Ort umgesetzt werden. Bild: Helsing
Die Zeitenwende will vor Ort umgesetzt werden. Bild: Helsing

59 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmen für die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen, mit denen das Verteidigungstechnologie-Unternehmen Helsing auf einem Teil der Senderwiese eine neue Betriebsstätte errichten kann. Aus einem Projekt, das monatelang im lokalen Kreuzfeuer stand, wird eine der klarsten direktdemokratischen Entscheidungen für eine Millioneninvestition der vergangenen Jahre.

59 %

Zustimmung im Ratsbegehren

300+

neue, hochqualifizierte Arbeitsplätze

45 Hektar

Fläche für das geplante Sondergebiet

Eine Standortfrage mit landesweiter Bedeutung

Hallbergmoos liegt im Landkreis Freising, unmittelbar am Münchner Flughafen, und hat sich vom bäuerlich geprägten Dorf zu einem Hochtechnologie-Standort mit dem Munich Airport Business Park entwickelt. Als Helsing, das 2021 gegründete Münchner Unternehmen für KI-gestützte Verteidigungstechnologie, Interesse an einem neuen Standort auf der sogenannten Senderwiese im Süden der Gemeinde bekundet, steht die Kommune vor einer Entscheidung von einer Tragweite, die weit über die eigenen Gemeindegrenzen hinausreicht.

Die rund 78 Hektar große Fläche, jahrzehntelang ungenutzt und zuletzt nur für gelegentliche Freizeitaktivitäten in Gebrauch, soll zu etwa 45 Hektar Teil eines Sondergebiets für Produktionsbetriebe der Landesverteidigung werden, Helsings geplante „Resilience Factory". Der Gemeinderat votiert im März mit 16 zu 6 Stimmen für die Einleitung des entsprechenden Änderungsverfahrens beim Flächennutzungsplan. Parallel formiert sich eine Bürgerinitiative, die unter dem Namen „Keine Drohnenfabrik auf der Senderwiese" Unterschriften sammelt und am Ende mehr als 800 Unterstützerinnen und Unterstützer für ein eigenes Bürgerbegehren gewinnt.

Sowohl Gemeinderat als auch Bürgerinitiative wollen die Bevölkerung direkt entscheiden lassen, bei der konkreten Fragestellung liegen die beiden Seiten jedoch zunächst auseinander. Für die Gemeinde Hallbergmoos und ihren Ersten Bürgermeister Benjamin Henn, erst seit Januar 2025 im Amt, bedeutet das, eine komplexe Debatte aus Sicherheitspolitik, Naturschutz und Standortentwicklung so verständlich aufzubereiten, dass am Ende jede Bürgerin und jeder Bürger eine informierte Entscheidung treffen kann. Mit dieser Aufgabe beauftragt die Gemeinde creategy.

Eine Analyse als Fundament

Auf dieser Wiese soll der neue Standort entstehen
Auf dieser Wiese soll der neue Standort entstehen

Bevor die eigentliche Kommunikationsarbeit beginnt, führt creategy eine tiefgehende Media- und Sentiment-Analyse der bisherigen Berichterstattung in Print, Online und sozialen Medien durch. Ergänzend wertet die Agentur die erste Bürgerinformationsveranstaltung aus und kategorisiert die dort geäußerten Einwände nach Themenfeldern wie Lärm, Verkehr, Sicherheit und Ethik. :::

Ein Stakeholder-Mapping identifiziert zusätzlich die relevanten Multiplikatoren im Ort, von Vereinen über Gewerbetreibende bis zu potenziellen Widerstandsgruppen. Für ein Projekt dieser Reichweite reicht es nicht, nur die lautesten Stimmen zu kennen. Entscheidend ist, ein vollständiges Bild davon zu gewinnen, welche Sorgen in welchen Teilen der Bevölkerung tatsächlich verbreitet sind und welche Argumente bislang kaum eine Rolle spielen.

Diese Analyse liefert der Gemeinde eine belastbare Grundlage für jede weitere Entscheidung. Statt auf Vermutungen über die Stimmung im Ort zu reagieren, kann die Kommunikation gezielt dort ansetzen, wo tatsächlicher Informationsbedarf oder echte Sorgen bestehen.

Kernbotschaften, die jeder versteht

Auf Basis der Analyse entwickelt creategy gemeinsam mit den Fachbereichen der Gemeinde und Vertretern von Helsing die zentralen Kernbotschaften des Projekts, in einem eigenen Fact-Checking-Workshop, der alle technischen und rechtlichen Daten gemeinsam sichtet. Aus bürokratischen und technischen Begriffen entsteht ein Wording-Guide, der die Fakten in eine Sprache übersetzt, die auch ohne Fachwissen verständlich bleibt.

Was niemand versteht, dem vertraut auch niemand."

Jede Kernbotschaft wird zudem mit den Inhalten des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans abgeglichen, um die rechtliche Angreifbarkeit der Kommunikation von vornherein zu minimieren. Für ein Projekt, das absehbar juristisch und politisch genau geprüft wird, ist diese Sorgfalt Grundvoraussetzung für jede weitere Kommunikationsmaßnahme, kein optionaler Zusatz.

Storytelling positioniert die Ansiedlung zugleich im größeren Kontext regionaler Wertschöpfung und Sicherheit, mit rund 300 neuen Arbeitsplätzen und zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen als konkreten, greifbaren Argumenten. Ein detaillierter Maßnahmenplan für die kommenden sechs bis zwölf Monate ordnet alle Schritte den Meilensteinen der Bauleitplanung zu, damit Kommunikation und Verwaltungsverfahren synchron verlaufen.

Die richtige Frage für das Ratsbegehren

Ein straffer Zeitplan für einen schnellen Baubeginn
Ein straffer Zeitplan für einen schnellen Baubeginn

Ein Ratsbegehren steht und fällt mit seiner Fragestellung. Sie muss juristisch belastbar sein, für Laien verständlich, und darf keine Richtung vorgeben. Sowohl Gemeinderat als auch Bürgerinitiative wollen die Bevölkerung über dieselbe Grundsatzfrage abstimmen lassen, formulieren sie zunächst aber unterschiedlich, ein Unterschied, der später darüber entscheidet, wie eindeutig sich das Ergebnis zuordnen lässt.

creategy unterstützt die Gemeinde bei der Ausarbeitung der Argumentationskette für ein unterstützendes Ratsbegehren und entwickelt gemeinsam mit der Verwaltung eine Formulierung, die exakt beschreibt, worüber abgestimmt wird: die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen, nicht die Ansiedlung selbst und nicht die Tätigkeit des Unternehmens. Ergänzend entsteht ein Bürgerentscheid-Kit zur strategischen Vorbereitung auf mögliche Szenarien sowie ein Q&A-Katalog als internes „War-Room"-Dokument mit Antworten auf die kritischsten Fragen der Debatte.

Legende zur geplanten Ansiedlung
Legende zur geplanten Ansiedlung

Diese Vorbereitung erweist sich als wertvoll, als parallel zum Ratsbegehren auch das Bürgerbegehren der Initiative zur Entscheidung ansteht. Weil beide Verfahren inhaltlich dieselbe Grundsatzfrage behandeln, sorgt die klare, rechtssichere Fragestellung im Ratsbegehren am Ende dafür, dass das zweite Verfahren inhaltlich gegenstandslos wird.

Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern

Neben der strategischen Vorbereitung setzt creategy auf direkten, persönlichen Austausch sowie auf eine Testimonial-Kampagne.

Eines von mehreren Testimonials für die Ansiedlung

Ergänzend entwickelt creategy eine eigene Faktenplattform, auf der alle relevanten Informationen zum Projekt gebündelt und laufend aktualisiert zugänglich sind. Für ein Thema, das online und in sozialen Medien schnell von Gerüchten und verkürzten Darstellungen geprägt wird, bietet eine solche Plattform eine verlässliche, jederzeit abrufbare Gegeninstanz.

Moderationsveranstaltung zum Austausch über die Ansiedlung

Videografie und Infomaterial übersetzen die komplexen Inhalte zusätzlich in leicht zugängliche Formate, für Menschen, die weder Zeit noch Interesse an ausführlichen Planungsdokumenten haben, aber trotzdem eine informierte Entscheidung treffen möchten. Über allem steht ein durchgehend flexibler Stundenretainer, mit dem creategy kurzfristig auf neue Entwicklungen reagieren kann, von Pressemitteilungen bis zur redaktionellen Betreuung der Gemeinde-Website.

59 Prozent für die Zukunft des Technologiestandorts

Am 5. Juli 2026 stimmen 59 Prozent der Wählerinnen und Wähler von Hallbergmoos für die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen zur Ansiedlung von Helsing, bei einer für ein Ratsbegehren ungewöhnlich hohen Wahlbeteiligung von 55,89 Prozent. 41 Prozent stimmen dagegen. Das zweite, parallel eingereichte Bürgerbegehren der Bürgerinitiative wird durch das Ergebnis inhaltlich gegenstandslos.

Sprecherin Elfriede Schäffer von der Bürgerinitiative kommentiert die Niederlage mit den Worten: „Schade für die Senderwiese, aber das ist Demokratie." Die Initiative bedankt sich bei ihren Unterstützerinnen und Unterstützern und wertet die eigene Kampagne trotz des Ergebnisses als Erfolg direkter Bürgerbeteiligung. Auch bei Helsing wird das deutliche Votum positiv aufgenommen, der Gemeinderat kann die Bauleitplanverfahren nun fortsetzen.

Zwei Erkenntnisse aus diesem Case lassen sich auf andere kommunale Standortentscheidungen übertragen. Erstens: Eine sorgfältige Media- und Stakeholder-Analyse zu Beginn eines kontroversen Projekts verhindert, dass Kommunikation an den tatsächlichen Sorgen der Bevölkerung vorbeiläuft. Zweitens: Bei einer direktdemokratischen Abstimmung entscheidet die genaue Fragestellung oft mit darüber, wie eindeutig sich die Bevölkerung überhaupt positionieren kann, eine rechtssichere, verständliche Formulierung ist deshalb ebenso wichtig wie die inhaltliche Überzeugungsarbeit selbst.

Für creategy zeigt der Case, dass sich die eigene Expertise aus Wahlkampf und politischer Kommunikation auch auf komplexe Standort- und Ansiedlungsprojekte übertragen lässt. In Hallbergmoos hat die Kombination aus fundierter Analyse, verständlichen Kernbotschaften, einer rechtssicheren Ratsbegehren-Fragestellung und einem echten Bürgerdialog am Ende zu einer der eindeutigsten direktdemokratischen Entscheidungen für ein Millionenprojekt der vergangenen Jahre geführt.

Sprechen wir über Ihre Gemeinde.

Jede Gemeinde hat ihre eigene Ausgangslage. In einem ersten Gespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre kommunikative Situation und zeigen Ihnen, wo professionelle Unterstützung den größten Unterschied macht. Kostenlos und unverbindlich.

Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.