Pfedelbach im Hohenlohekreis, am Abend der Stichwahl. Nach Monaten des Wahlkampfs, nach Abenden in den Ortsteilen und unzähligen Gesprächen steht das Ergebnis fest: Ina Krone gewinnt die Bürgermeisterwahl mit 52,5 Prozent der Stimmen. Die Frau aus Pfedelbach wird Bürgermeisterin von Pfedelbach.
Was nach dem natürlichsten Ergebnis der Welt klingt, war strategisch eine der interessanteren Aufgaben unserer jüngeren Wahlkämpfe. Denn wer aus der eigenen Gemeinde kommt, hat es bei einer Bürgermeisterwahl keineswegs automatisch leichter. Wir haben Ina Krone von A bis Z begleitet: Strategie, Corporate Design, Flyer, Wahlprogramm, Werbemittel, Website und Social Media. Dieser Case erzählt, wie aus einer Kandidatur von nebenan eine Kampagne mit klarem Profil wurde.
44,3 %
Ergebnis in der Stichwahl
52,5 %
Ergebnis im ersten Wahlgang
Die Nachbarin als Kandidatin
Ina Krone brachte zwei Qualitäten mit, die sich auf dem Papier ideal ergänzen: Verwaltungserfahrung und tiefe Verwurzelung in Pfedelbach. Sie kannte die Abläufe eines Rathauses aus der beruflichen Praxis, und sie kannte ihre Gemeinde als Bürgerin, als Nachbarin, als eine von hier.

Im Wahlkampf ist genau diese Nähe ein zweischneidiges Schwert. Wen alle kennen, den kennen alle mit Geschichte. Eine externe Bewerbung darf sich neu erfinden, eine Kandidatin aus dem Ort wird an dem gemessen, was man über sie zu wissen glaubt. Dazu kommt eine zweite Falle: Wer als vertraute Nachbarin antritt, dem wird zwar Bodenhaftung zugetraut, aber seltener der große Gestaltungsanspruch. Sympathie allein füllt keine Wahlurne.

Unsere strategische Aufgabe bestand also darin, die Herkunft aus Pfedelbach als Stärke zu erzählen, ohne die Kandidatur darauf zu reduzieren. Ina Krone sollte als das wahrgenommen werden, was sie ist: eine Frau aus der Gemeinde, mit dem Handwerkszeug der Verwaltung und mit frischen Ideen für die kommenden Jahre.
Vertraut und trotzdem frischer Wind
Die Positionierung, die wir gemeinsam entwickelten, verband beide Ebenen zu einer Erzählung. Die Nähe zu Pfedelbach wurde zum Beleg für Ernsthaftigkeit: Ina Krone bewirbt sich in der Gemeinde, in der sie zu Hause ist und bleibt. Ihre Verwaltungserfahrung wurde zum Beleg für Umsetzungskraft: Sie kennt den Weg vom Beschluss zur fertigen Lösung. Ihre Vorhaben für Pfedelbach wiederum machten den Aufbruch konkret, der einer lokalen Kandidatin sonst schnell abgesprochen wird.
In Texten, Reden und im Wahlprogramm hielten wir diese Balance konsequent durch. Kein nostalgischer Heimatwahlkampf, stattdessen ein klarer Blick nach vorn, getragen von jemandem, der die Gemeinde in- und auswendig kennt. So wurde aus der Nachbarin eine Bewerberin mit Führungsanspruch, ohne dass die Nähe zu den Menschen verloren ging, die ihre Kandidatur so glaubwürdig machte.
Wahlkampf mit Landkarte und Daten
„Wahlkampf nach Bauchgefühl verschenkt Stimmen. Wahlkampf nach Daten holt sie ab."
Pfedelbach ist mehr als sein Kernort. Die Gemeinde besteht aus zahlreichen Ortsteilen und kleinen Weilern, jeder mit eigenem Charakter, eigenen Themen und eigenem Selbstbewusstsein. Für eine Bürgermeisterwahl heißt das: Wer nur auf dem Marktplatz präsent ist, verliert die Fläche.
Wir gingen diese Herausforderung mit einer Methode an, die sich in unseren Wahlkämpfen bewährt hat. Für jeden Ortsteil analysierten wir die Ergebnisse der zurückliegenden Wahlen und leiteten daraus eine Priorisierung ab. Wo liegt unser stärkstes Potenzial? Wo lohnt sich zusätzlicher Einsatz, weil Stimmen beweglich sind? Wo genügt Präsenz, weil die Unterstützung ohnehin trägt? Aus diesen Antworten entstand ein Einsatzplan, der die knappste Ressource des Wahlkampfs optimal verteilte: die Zeit der Kandidatin.

Auf dieser Grundlage konzipierten wir auch die Veranstaltungen kreativ und ortsteilgenau. Formate, die zu den Menschen kommen, in die Weiler und Teilorte hinein, dorthin, wo klassische Wahlveranstaltungen selten stattfinden. Für die Bewohnerinnen und Bewohner war das ein deutliches Signal: Diese Kandidatin macht keinen Wahlkampf über die Ortsteile hinweg, sie führt ihn mitten in ihnen.
Ein Auftritt aus einem Guss

Parallel entwickelten wir das komplette Corporate Design der Kampagne: eine eigenständige Farbwelt, passende Schriften und eine klare Gestaltungslinie, die Ina Krones Doppelprofil aus Nähe und Kompetenz visuell übersetzte. Auf dieser Grundlage entstand die gesamte Werbemittelfamilie aus einer Hand.
Die Flyer transportierten Person und Programm in die Briefkästen der Gesamtgemeinde. Das Wahlprogramm bündelte die Vorhaben in einer Form, die zum Lesen einlädt und die Handschrift der Kandidatin trägt. Die Website machte Programm, Termine und Person rund um die Uhr zugänglich. Dazu kamen Werbemittel für Stände und Veranstaltungen, alle in derselben visuellen Linie. Von der ersten Begegnung am Gartenzaun bis zum letzten Klick vor dem Wahlsonntag begegnete den Menschen in Pfedelbach eine Kampagne, die erkennbar zusammengehört.
Reels aus erster Hand
Für Social Media wählten wir bewusst einen Weg, der zur Kandidatin passt. Wir entwickelten die Formate und schrieben die Skripte für ihre Reels. Aufgenommen hat Ina Krone die Videos selbst, vor Ort in Pfedelbach, mit ihrer eigenen Stimme und an den Orten, um die es inhaltlich ging. :::
Diese Arbeitsteilung war eine strategische Entscheidung. Hochglanzproduktionen können Distanz erzeugen, gerade bei einer Kandidatin, deren größtes Kapital ihre Nahbarkeit ist. Ein Reel, das erkennbar von ihr selbst kommt, wirkt dagegen wie das, was es ist: eine Nachbarin, die ihrer Gemeinde erzählt, was sie vorhat. Unsere Skripte sorgten dafür, dass jede Botschaft saß, die Dramaturgie stimmte und die Inhalte auf die Kampagnenlinie einzahlten. Die Authentizität lieferte die Kandidatin.
So entstand ein Kanal, der Reichweite in der Gemeinde aufbaute und zugleich genau das Bild verstärkte, das die gesamte Kampagne zeichnete. Professionell gedacht, persönlich gemacht.
Die Entscheidung in der Stichwahl
Im ersten Wahlgang fuhr Ina Krone in einem Feld mit mehreren Mitbewerbern ein starkes Ergebnis von 52,5 Prozent ein und lag damit vorn. Für die absolute Mehrheit reichte es noch knapp nicht, also fiel die Entscheidung in der Stichwahl. Ihr Gegenüber: ein jüngerer Kandidat, der mit viel Dynamik auftrat und den Wahlkampf noch einmal beschleunigte.
Genau für dieses Szenario hatte die Kampagne vorgebaut. Wer Ina Krone auf die vertraute Nachbarin reduziert hätte, wäre gegen jugendliche Dynamik womöglich ins Hintertreffen geraten. Doch die Positionierung aus Erfahrung, Verwurzelung und eigenen Ideen hielt dem Vergleich stand. In den Wochen der Stichwahl erzählte die Kampagne ihre Geschichte konsequent weiter, präsent in den priorisierten Ortsteilen, sichtbar auf allen Kanälen. Ina Krone fuhr das Ergebnis souverän ins Ziel und gewann die Stichwahl mit 52,5 Prozent.
Der Case Pfedelbach zeigt, dass Herkunft im Wahlkampf keine Kategorie ist, die für sich selbst spricht. Aus der Gemeinde zu kommen ist weder Vorteil noch Nachteil. Es ist Material, aus dem eine gute Strategie eine Geschichte formt. Dann wählt eine Gemeinde am Ende beides: die Nachbarin und die Bürgermeisterin, die sie werden will.

