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Aus dem Rathaus an die Rathausspitze.

Oliver Marzian

Als Amtsleiter kannte Oliver Marzian das Eislinger Rathaus von innen, als Kandidat musste er trotzdem für einen Aufbruch stehen. Der Case zeigt, wie diese Positionierung gelang und warum die saubere Umsetzung der TTPA-Verordnung in der Stichwahl zum unterschätzten Erfolgsfaktor wurde.

Aus dem Rathaus an die Rathausspitze.

Eislingen an der Fils, am Abend der Stichwahl. Wochenlang hat die Stadt über ihre Zukunft diskutiert, nun liegt die Entscheidung bei den Wählerinnen und Wählern. Als das Ergebnis feststeht, ist klar: Oliver Marzian wird neuer Oberbürgermeister von Eislingen. Mit 51,8 Prozent der Stimmen setzt er sich im zweiten Wahlgang durch.

Hinter diesem Abend liegt ein Wahlkampf, den wir von A bis Z begleitet haben. Strategie, Corporate Design, Fotoproduktion, Social Media, Werbemittel: Full Service aus einer Hand. Dieser Case erzählt, wie aus einem Amtsleiter im Eislinger Rathaus der neue Mann an der Rathausspitze wurde, und zeigt zugleich, warum in modernen Wahlkämpfen auch juristisches Handwerk über Sieg und Niederlage mitentscheidet.

51,8 %

Ergebnis in der Stichwahl

2. Platz

im ersten Wahlgang

Aus dem Rathaus an die Rathausspitze

Oliver Marzian brachte eine Ausgangslage mit, um die ihn viele Kandidaten beneiden. Als Amtsleiter im Eislinger Rathaus kannte er die Verwaltung von innen, die Themen der Stadt aus der täglichen Arbeit und viele Abläufe besser als jeder Bewerber von außen. Wer ihm im Wahlkampf eine Fachfrage stellte, bekam eine Antwort aus der Praxis.

Doch genau diese Nähe zum Rathaus barg auch ein strategisches Risiko. Wer aus der Verwaltung heraus für deren Spitze kandidiert, gerät schnell in eine Schublade: der Kandidat des Apparats, die Fortsetzung des Bisherigen unter neuem Namen. In einer Stadt, die bei einer Oberbürgermeisterwahl immer auch über einen Neuanfang abstimmt, kann diese Wahrnehmung eine Kandidatur ausbremsen, bevor sie richtig begonnen hat.

Kampagnendesign und zentrale Kampagnenbotschaften
Kampagnendesign und zentrale Kampagnenbotschaften

Unsere Aufgabe war damit klar umrissen. Die Verwaltungserfahrung sollte als Stärke sichtbar bleiben, ohne dass Oliver Marzian als Verwalter des Status quo wahrgenommen wird. Beständigkeit und Aufbruch mussten in einer Person zusammenfinden.

Ein eigenes Profil statt einer Fortsetzung

Aus dieser Analyse entwickelten wir die strategische Leitidee der Kampagne: Oliver Marzian tritt mit einem eigenen Profil an, mit eigenen Ideen für Eislingen und einem eigenen Führungsanspruch. Seine Zeit im Rathaus ist dabei das Fundament, auf dem er aufbaut. Sie ist der Beleg dafür, dass er am ersten Arbeitstag keine Einarbeitung braucht.

Oliver Marzian positioniert sich
Oliver Marzian positioniert sich

Die strategische Positionierung übersetzten wir in ein eigenständiges Corporate Design. Die Farbwelt trägt die doppelte Botschaft der Kampagne: ein aktivierendes Orange für Energie und Aufbruch, kombiniert mit einem Blau, das Seriosität und Verlässlichkeit ausstrahlt. Dynamik und Substanz, in einem Farbklang vereint.

Diese Positionierung zog sich durch jede Ebene der Kampagne. In den Texten und Reden stand konsequent der Blick nach vorn im Mittelpunkt: konkrete Vorhaben, klare Schwerpunkte, ein erkennbarer eigener Plan für die Stadt. Die Verwaltungserfahrung tauchte immer dann auf, wenn sie die Umsetzbarkeit dieser Pläne belegte. So wurde aus dem vermeintlichen Insider-Makel ein Kompetenzversprechen: einer, der weiß, wie das Rathaus funktioniert, und genau deshalb weiß, was sich ändern muss.

Für Wählerinnen und Wähler entstand damit ein stimmiges Angebot. Kein Sprung ins Ungewisse, aber auch kein Weiter-so. Diese Balance präzise zu treffen war die zentrale strategische Leistung der Kampagne, und sie trug bis in die Stichwahl.

Ein Design, das Dialog signalisiert

Ein zweites Gestaltungselement prägte den Auftritt besonders: Sprechblasen. Sie zogen sich als wiederkehrendes Motiv durch Plakate, Flyer und digitale Formate und machten auf einen Blick sichtbar, wofür der Kandidat steht. Oliver Marzian sucht das Gespräch, hört zu, antwortet, diskutiert. Die Sprechblase verwandelte diese Haltung in ein grafisches Versprechen, das die Menschen an jedem Kontaktpunkt der Kampagne wiederfanden.

Familie als Rückhalt von Oliver Marzian
Familie als Rückhalt von Oliver Marzian

Dazu produzierten wir das komplette Bildmaterial selbst. Unser Fotograf begleitete Oliver Marzian vor Ort in Eislingen und schuf eine Bildwelt, die den Kandidaten so zeigt, wie ihn die Kampagne erzählt: zugewandt, präsent, mitten in seiner Stadt. Authentische Fotos aus dem echten Umfeld schlagen jede Symbolbild-Datenbank, weil die Menschen ihre eigenen Straßen und Plätze wiedererkennen.

Social Media im Dauerbetrieb

Ein Oberbürgermeisterwahlkampf wird heute auch im Feed entschieden. Deshalb übernahmen wir für Oliver Marzian die komplette Social-Media-Arbeit: Redaktionsplanung, Texte, Grafiken, laufende Betreuung der Kanäle. Full Service bedeutete hier, dass der Kandidat sich auf Termine und Gespräche konzentrieren konnte, während seine Kanäle kontinuierlich und professionell bespielt wurden.

Inhaltlich folgten die Postings der Kampagnenlogik. Einblicke in den Wahlkampfalltag machten den Menschen Marzian erlebbar, inhaltliche Formate transportierten seine Vorhaben für Eislingen, Terminankündigungen holten die Menschen an die Wahlkampfstände. Alles im wiedererkennbaren Design, alles in einer Sprache, die zum Kandidaten passt. Über die Wochen entstand so ein digitales Schaufenster der Kampagne, das Reichweite aufbaute und zugleich Gesprächsanlässe für den analogen Wahlkampf lieferte.

Die TTPA-Verordnung als Heimspiel

Wer Wahlkampf macht, muss auch die Regeln des Wahlkampfs beherrschen."

Seit Inkrafttreten der europäischen TTPA-Verordnung gelten für politische Werbung strenge Vorgaben: Transparenzpflichten, Kennzeichnungsregeln und das vollständige Aus für bezahlte politische Anzeigen auf Plattformen wie Meta und Google. Für viele Kampagnen ist dieses Regelwerk ein Minenfeld, für uns als Spezialagentur gehört es zum Handwerk.

Wenn man im Wahlkampf auf Profis setzt, vermeidet man in der Stichwahlphase solche Schlagzeilen
Wenn man im Wahlkampf auf Profis setzt, vermeidet man in der Stichwahlphase solche Schlagzeilen

Die Kampagne von Oliver Marzian setzten wir von Beginn an sauber im Rahmen der Verordnung um: Transparenzhinweise, korrekte Kennzeichnung politischer Inhalte, ein Kommunikationsmix, der auch ohne verbotene Plattformwerbung volle Wirkung entfaltet, organischer Content, starke eigene Kanäle und klassische Werbemittel vor Ort. Was nach Formalie klingt, wurde im Verlauf der Stichwahl zum relevanten Faktor. Über die Mitbewerberin erschien ein Bericht, wonach die Vorgaben der TTPA-Verordnung in ihrer Kampagne nicht korrekt umgesetzt worden seien, eine Debatte, die mitten in der entscheidenden Wahlkampfphase Vertrauen kostet.

Die Kampagne von Oliver Marzian blieb von solchen Diskussionen verschont, und das war kein Zufall. Regelkonformität ist im Wahlkampf mehr als eine juristische Pflicht. Sie schützt die Glaubwürdigkeit des Kandidaten in dem Moment, in dem sie am wertvollsten ist.

Die Entscheidung in der Stichwahl

Der erste Wahlgang brachte mit 30,2 Prozent ein starkes Ergebnis, die absolute Mehrheit verfehlte das Feld jedoch. Also ging Eislingen in die Stichwahl, und mit ihr begann die intensivste Phase der Kampagne, wenige Wochen, in denen jede Botschaft sitzen muss und keine Zeit für Kurskorrekturen bleibt.

Genau hier zahlte sich die Arbeit der vorangegangenen Monate aus. Die Positionierung stand, das Design war in der Stadt etabliert, die Kanäle liefen eingespielt weiter. Statt hektisch nachzujustieren, konnte die Kampagne ihre Geschichte konsequent zu Ende erzählen: der eigene Plan für Eislingen, getragen von der Erfahrung aus dem Rathaus. Am Wahlabend machten die Wählerinnen und Wähler Oliver Marzian mit 51,8 Prozent zu ihrem neuen Oberbürgermeister.

Der Case Eislingen zeigt, was Full Service im Wahlkampf bedeutet: eine Strategie, die aus einer heiklen Ausgangslage eine Stärke formt, ein Design, das diese Strategie sichtbar macht, eine Umsetzung, die von der Fotoproduktion bis zum letzten Posting aus einer Hand kommt, und die Sicherheit, dass die Kampagne auch dort sauber arbeitet, wo es niemand sieht, bis es plötzlich alle sehen.

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