Es gibt Wahlkämpfe mit besonderer Kulisse, und dann gibt es die Reichenau. Eine Insel im Bodensee, verbunden mit dem Festland über einen schmalen Damm, geprägt von Gemüsefeldern, Weinbergen und einer Klostergeschichte, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Wer hier Bürgermeister werden will, bewirbt sich um mehr als ein Amt. Er bewirbt sich um das Vertrauen einer Gemeinde mit ausgeprägtem Selbstverständnis. Am 9. November 2025 hat Philipp Stolz dieses Vertrauen gewonnen: mit 64,5 Prozent der Stimmen, im ersten Wahlgang.
In diesem Umfeld haben wir Philipp Stolz bei seiner Kandidatur zur Bürgermeisterwahl begleitet. Kampagnendesign, Printprodukte, Fotoproduktion, Social-Media-Vorlagen und laufende Beratung: ein Paket, das genau auf seine Kampagne zugeschnitten war. Dieser Case zeigt, wie ein Wahlkampfauftritt entsteht, der unverkennbar zu seinem Ort gehört. Und er zeigt, wie unser modularer Ansatz in der Praxis funktioniert.
64,5 %
Wahlergebnis
1.
Wahlgang
1
Insel im Bodensee
Eine Wahl mit besonderer Kulisse
Die Reichenau ist als Wahlkampfgebiet ein Sonderfall. Die Gemeinde ist überschaubar, die Wege sind kurz, man kennt sich. Zugleich ist die Identifikation der Menschen mit ihrer Insel außergewöhnlich stark. Die Reichenau ist Heimat, Marke und Lebensgefühl in einem. Für einen Bürgermeisterkandidaten heißt das: Ein Auftritt, der überall in Deutschland funktionieren würde, funktioniert hier gerade nicht. Die Menschen spüren sofort, ob eine Kampagne für ihre Insel gemacht wurde oder für irgendeinen Ort.
Für Philipp Stolz wog diese Besonderheit doppelt schwer. Er kandidierte als Bewerber von außen, während sein Gegenkandidat Mario Streib als amtierender Hauptamtsleiter aus dem Rathaus der Gemeinde kam. Die naheliegendste Frage des Wahlkampfs lautete damit: Warum sollte die Reichenau einem Externen vertrauen, wenn ein Mann aus der eigenen Verwaltung bereitsteht? Auf diese Frage brauchte die Kampagne eine überzeugende Antwort, und zwar an jedem einzelnen Kontaktpunkt.

Genau daraus leiteten wir die gestalterische Leitidee der Kampagne ab. Der Auftritt von Philipp Stolz sollte die Reichenau nicht als Hintergrund benutzen. Er sollte sie in sich tragen, vom ersten Farbton bis zum kleinsten grafischen Detail. Gerade ein Kandidat von außen kann Verbundenheit behaupten, oder er macht sie sichtbar. Wir entschieden uns für Letzteres.
Ein Design, das die Insel trägt
„Ein Wahlkampf auf der Reichenau muss aussehen wie die Reichenau."
Im Zentrum des Kampagnendesigns stand die Insel selbst. Wir entwickelten eine Wortbildmarke, in der die Silhouette der Reichenau als kleines Icon neben dem Namen des Kandidaten steht. Ein Zeichen mit großer Wirkung: Wo immer der Name Philipp Stolz auftauchte, tauchte die Insel mit auf. Kandidat und Gemeinde wurden grafisch zu einer Einheit.
Auch die Farbwelt entwickelten wir aus dem Charakter des Ortes. Töne, die zur Lage am Bodensee und zur Landschaft der Insel passen und den Auftritt sofort verorten. So entstand ein Design, das zwei Dinge zugleich leistet. Es hebt den Kandidaten im Wahlkampf unverwechselbar hervor, und es sendet bei jedem Kontakt dieselbe stille Botschaft: Hier bewirbt sich jemand, für den die Reichenau Ausgangspunkt und Maßstab ist.
Diese Arbeit mit Lokalmarkern gehört zu unseren Grundprinzipien im Kampagnendesign. Wahrzeichen, Landschaft und Eigenheiten einer Gemeinde sind gestalterisches Material, das keine Vorlage von der Stange je ersetzen kann. Auf der Reichenau lag dieses Material buchstäblich vor der Haustür.

Die Wortbildmarke bildete den Kern des Auftritts. Aus ihr entwickelten sich alle weiteren Gestaltungselemente der Kampagne, von der Typografie über die Farbflächen bis zur Bildsprache.
Von der Marke auf die Straße
Ein Design beweist sich erst in der Anwendung. Auf Grundlage der neuen Kampagnenlinie produzierten wir daher die komplette Werbemittelausstattung für den Wahlkampf: Plakate für die Präsenz im Straßenbild, Flyer für die Briefkästen und Gespräche, dazu eine Beachflag für die Sichtbarkeit an den Wahlkampfständen.
Jedes dieser Werbemittel erfüllt im Wahlkampf eine eigene Aufgabe. Das Plakat schafft Bekanntheit und Präsenz, es muss in Sekundenbruchteilen wirken. Der Flyer liefert die Tiefe, er transportiert Person und Positionen dorthin, wo die Entscheidung fällt: an den Küchentisch. Und die Beachflag macht den Wahlkampfstand schon von Weitem als Anlaufstelle erkennbar, gerade bei Festen und Märkten, wo viele Eindrücke um Aufmerksamkeit konkurrieren.
Weil alle Werbemittel derselben Linie folgten, verstärkten sie sich gegenseitig. Wer morgens am Plakat vorbeifuhr, erkannte den Flyer im Briefkasten wieder und fand am Wochenende den Stand mit der vertrauten Inselmarke. Aus einzelnen Berührungspunkten wurde ein geschlossener Auftritt.

Bilder von der Insel, für die Insel
Zu einem Auftritt mit lokaler Handschrift gehört Bildmaterial mit lokaler Handschrift. Für Philipp Stolz organisierten wir deshalb ein Fotoshooting direkt auf der Reichenau, an den prägenden Orten der Gemeinde. Der Kandidat dort, wo die Menschen ihre Insel wiedererkennen, statt vor austauschbaren Studiohintergründen.
Der Ablauf folgte unserem bewährten Modell. Ein lokaler Fotograf aus unserem Netzwerk kommt vor Ort, kennt das Licht und die Gegebenheiten und erstellt in einem konzentrierten Termin ein breites Set an Motiven. Im Anschluss wählen unsere Kundinnen und Kunden aus den Ergebnissen die Aufnahmen aus, die sie am besten repräsentieren. So verbindet sich professionelle Qualität mit persönlicher Entscheidung, und die Kampagne verfügt vom ersten Tag an über einen Fundus, der für Plakate, Flyer, Website und Social Media gleichermaßen trägt.
Für die Kampagne auf der Reichenau war dieses Bildmaterial ein Schlüsselbaustein. Jedes Motiv erzählte nebenbei dieselbe Geschichte wie das Design: Dieser Kandidat gehört hierher.
Social Media in den eigenen Händen
Im Digitalen setzten wir auf unser Modul Social Media Basic. Wir gestalteten ein Set an Vorlagen im Kampagnendesign, zugeschnitten auf die typischen Anlässe eines Bürgermeisterwahlkampfs: Terminankündigungen, inhaltliche Botschaften, Einblicke und Danksagungen. Mit diesen Vorlagen konnte Philipp Stolz seine Kanäle selbst bespielen, schnell, eigenständig und trotzdem durchgehend professionell.
Dahinter steht eine Überzeugung, die unseren modularen Ansatz prägt. Ein Kandidat, der gerne selbst postet und nah an seiner Gemeinde kommuniziert, braucht keine Agentur, die ihm jeden Beitrag abnimmt. Er braucht ein System, das seine Beiträge auf Kampagnenniveau hebt. Genau das leisten die Vorlagen: Sie sichern Wiedererkennbarkeit und gestalterische Qualität, während Stimme und Inhalt beim Kandidaten bleiben. Authentischer wird digitaler Wahlkampf nicht.
Beratung mit Rat und Tat
Über die einzelnen Bausteine hinaus begleiteten wir die gesamte Kampagne beratend. Von strategischen Weichenstellungen bis zu den vielen kleinen Fragen, die ein Wahlkampf täglich aufwirft, stand Philipp Stolz ein fester Ansprechpartner zur Seite. Kurze Wege, schnelle Antworten, Lösungen statt Problembeschreibungen: So verstehen wir die Rolle als Partner an der Seite eines Kandidaten.
Dieser Case zeigt damit exemplarisch, wie unser Leistungsmodell funktioniert. Kein starres Komplettpaket, das jedem Kandidaten dasselbe verordnet. Philipp Stolz buchte die Module, die seine Kampagne wirklich brauchte: Design, Print, Fotoproduktion, Social-Media-Vorlagen und Beratung. Den Rest seines Wahlkampfs führte er mit eigener Kraft, gestützt auf einen Auftritt, der professionell gebaut war und unverkennbar nach Reichenau aussah.
Der Wahltag
Am 9. November 2025 fiel die Entscheidung, und sie fiel deutlich. Philipp Stolz gewann die Bürgermeisterwahl der Gemeinde Reichenau im ersten Wahlgang mit 64,5 Prozent der Stimmen. Auf Mario Streib entfielen 35,22 Prozent, der Rest verteilte sich auf sonstige Stimmen. Der Bewerber von außen setzte sich klar gegen den Kandidaten aus dem eigenen Rathaus durch.
Dieses Ergebnis ist bemerkenswert. Ein amtierender Hauptamtsleiter bringt in eine Bürgermeisterwahl fast alles mit, was Wahlkämpfer sich wünschen: Bekanntheit, Verwaltungserfahrung und die tägliche Präsenz in der Gemeinde. Dass die Reichenau sich dennoch mit großer Mehrheit für Philipp Stolz entschied, zeigt, wie stark eine Kandidatur wirkt, wenn Person und Kampagne zusammenpassen. Der Auftritt mit der Insel im Zentrum beantwortete die entscheidende Frage dieses Wahlkampfs Tag für Tag aufs Neue: Dieser Kandidat kommt von außen, aber er hat die Reichenau verstanden.
Die Kampagne auf der Reichenau steht damit für einen Grundsatz unserer Arbeit: Ein Wahlkampfauftritt überzeugt dann, wenn er aus dem Ort heraus gedacht ist. Die Insel im Logo, die Farben vom See, die Bilder von den vertrauten Plätzen der Gemeinde. Wer den Menschen zeigt, dass er ihre Heimat verstanden hat, hat den ersten Schritt zu ihrem Vertrauen bereits gemacht. Philipp Stolz ist diesen Weg bis ins Bürgermeisteramt gegangen.

