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Mit 85,3 Prozent zum jüngsten Bürgermeister Deutschlands.

Sören Döffinger

Ein Kandidat ohne eigene Verwaltungserfahrung gegen etablierte Hauptamtsleiter, eine schlanke strategische Begleitung statt Rundum-Produktion. Am Ende steht der jüngste hauptamtliche Bürgermeister Deutschlands.

Mit 85,3 Prozent zum jüngsten Bürgermeister Deutschlands.
Die Presse berichtet über diesen Rekord
Die Presse berichtet über diesen Rekord

Auf dem Wahlprogramm von Sören Döffinger steht kein einziges Jahr Verwaltungserfahrung im eigenen Rathaus. Seine Mitbewerber sind Hauptamtsleiter aus der Region, Männer mit jahrzehntelanger Praxis in Kommunalverwaltungen. Döffinger selbst ist zu diesem Zeitpunkt so jung, dass sein Alter in jedem Gespräch zur ersten Frage wird, noch bevor es um Inhalte geht.

Am 28. Januar 2024 wählt Mulfingen ihn trotzdem, mit 85,3 Prozent der Stimmen. Zum Zeitpunkt seines Amtsantritts im März desselben Jahres ist Sören Döffinger der jüngste hauptamtliche Bürgermeister Deutschlands..

85,3 %

Ergebnis der Bürgermeisterwahl

16 Jahre

Amtszeit des Amtsvorgängers Robert Böhnel

8

Ortsteile der Gemeinde Mulfingen

Ein Rathaus im fränkischen Hohenlohe

Mulfingen liegt im mittleren Jagsttal, im Hohenlohekreis, im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Zur Gemeinde gehören neben dem namensgebenden Hauptort sieben weitere Ortsteile, Ailringen, Buchenbach, Eberbach, Hollenbach, Jagstberg, Simprechtshausen und Zaisenhausen, die in den 1970er Jahren eingemeindet wurden und bis heute als eigene Ortschaften mit eigenem Gemeinderatsvertretern bestehen. Mit dem Motorenhersteller ebm-papst und dem Sportartikelproduzenten JAKO sitzen zudem zwei überregional bekannte Unternehmen in der Gemeinde, ein industrielles Gewicht, das für eine Gemeinde dieser Größe ungewöhnlich ist.

Hermann Limbacher führt das Bürgermeisteramt von 1976 bis 2008, danach übernimmt Robert Böhnel und bleibt bis 2024 im Amt. Zwei lange Amtszeiten prägen damit fast fünfzig Jahre Gemeindegeschichte, bevor 2024 die Nachfolge offen zur Wahl steht.

Sören Döffinger tritt in dieser Ausgangslage gegen Hauptamtsleiter an, die bereits Jahre praktischer Verwaltungserfahrung in anderen Kommunen gesammelt haben. Bemerkenswert an seiner Kandidatur ist dabei auch ein familiärer Bezug: Sein Vater Joachim Döffinger ist selbst Bürgermeister, im benachbarten Assamstadt. Kommunalpolitik ist für Sören Döffinger damit kein fremdes Terrain, auch wenn ihm die eigene Verwaltungspraxis zu Beginn der Kandidatur noch fehlt.

Für eine Wählerschaft, die über Jahrzehnte an erfahrene, langjährig amtierende Bürgermeister gewöhnt ist, ist ein derart junger Kandidat zunächst eine ungewohnte Vorstellung. Genau diese Ungewohntheit stellt die eigentliche Aufgabe der Kampagne dar: dem Alter eine eigene Erzählung entgegenzusetzen, offen statt verschwiegen, die aus einem vermeintlichen Nachteil einen nachvollziehbaren Vorteil macht.

Strategische Beratung statt Rundum-Betreuung

Strategische Beratung im Wahlkampf von Sören Döffinger.
Strategische Beratung im Wahlkampf von Sören Döffinger.

Bei Sören Döffinger kommt ein modularer Ansatz zum Tragen, der sich von vielen anderen Bürgermeisterkampagnen unterscheidet. Während das Wahlkampfteam vor Ort die grafische Umsetzung selbst übernimmt, ist creategy ausschließlich mit der Strategie betraut, von der Positionierung bis zur laufenden Beratung während der heißen Wahlkampfphase.

Diese Aufteilung setzt ein hohes Maß an Vertrauen auf beiden Seiten voraus. creategy liefert die strategische Linie, das Team vor Ort setzt sie in Plakate, Flyer und weitere Werbemittel um, ohne dass creategy jedes einzelne Element selbst gestaltet. Für eine Kampagne, die mit einem eigenen, engagierten Team im Rücken antritt, ist das eine passende Konstellation, Kompetenz von außen, Umsetzung von innen.

Ein zentraler Baustein dieser Zusammenarbeit ist die Rolle als strategischer Sparringspartner. Döffinger erhält bei creategy einen persönlichen Ansprechpartner, telefonisch, per E-Mail und über WhatsApp erreichbar, für die alltäglichen Fragen eines Wahlkampfs, die selten Zeit für lange Abstimmungsschleifen lassen. Gerade in einem Wahlkampf, der von einem jungen Kandidaten ohne eigenen Verwaltungsapparat geführt wird, ist diese schnelle Erreichbarkeit ein Sicherheitsnetz für Entscheidungen, die oft kurzfristig fallen müssen.

Diese Form der Begleitung unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Vollproduktion, bei der eine Agentur jedes Werbemittel selbst entwirft. Für creategy bedeutet das, die eigene Rolle bewusst kleiner zu halten, als es in anderen Bürgermeisterkampagnen der Fall ist, und dem Wahlkampfteam vor Ort dort Raum zu lassen, wo es die größere Nähe zur Gemeinde hat. Die Qualität der Beratung entscheidet sich in einem solchen Modell weniger an der Zahl der produzierten Materialien als an der Treffsicherheit weniger, aber entscheidender strategischer Empfehlungen.

Die Political Brand Method als Fundament

Für die Positionierung greift creategy auf die eigens entwickelte Political Brand Method zurück, ein strukturiertes Verfahren, mit dem die Agentur die Markenpositionierung von Kandidatinnen und Kandidaten systematisch erarbeitet, statt sie einer spontanen Idee zu überlassen. Für Döffinger bedeutet das, seine Ausgangslage, junges Alter, fehlende Verwaltungserfahrung, familiäre Nähe zur Kommunalpolitik, geordnet zu analysieren, bevor daraus eine Positionierung entsteht.

Ein solches Verfahren schafft gerade in einer Konstellation wie dieser Klarheit: Wenn die eigentliche Kampagnenumsetzung beim Team vor Ort liegt, muss die strategische Linie umso eindeutiger formuliert sein, damit sie sich verlässlich in Plakate, Briefe und Gespräche übersetzen lässt, ohne dass mit jedem neuen Werbemittel eine erneute Grundsatzdiskussion nötig wird.

Die Methode liefert damit weniger ein einzelnes Motiv als einen wiederholbaren Rahmen, an dem sich jede folgende Entscheidung der Kampagne ausrichten lässt, von der Themensetzung bis zur Frage, welche Zielgruppe zuerst angesprochen wird.

Das passende Narrativ: jung gegen erfahren

Die strategische Kernfrage der Kampagne lautet, wie sich fehlende Verwaltungserfahrung gegenüber Hauptamtsleitern mit jahrzehntelanger Praxis ausgleichen lässt. creategy entscheidet sich, diesen vermeintlichen Malus offensiv zu kompensieren, indem der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern maximiert wird, mehr Termine, mehr Gespräche, mehr persönliche Präsenz, als es ein Kandidat mit etablierter Position nötig hätte.

Wo Erfahrung fehlt, muss Nähe den Unterschied machen."

Für eine Gemeinde mit acht Ortsteilen bedeutet das, in jedem einzelnen präsent zu sein, nicht nur im Hauptort Mulfingen. Ein junger Kandidat, der sich noch keinen Ruf als Verwaltungsfachmann erarbeiten konnte, gewinnt Vertrauen eher durch direkte Begegnung als durch einen Lebenslauf, den er ohnehin noch nicht vorweisen kann.

Diese Strategie verlangt Konsequenz über die gesamte Kampagnendauer. Ein einzelner überzeugender Auftritt reicht nicht aus, wenn der Vergleichsmaßstab erfahrene Verwaltungspraktiker sind. Erst die Summe vieler persönlicher Kontakte über Wochen hinweg verschiebt den Fokus der Wählerinnen und Wähler von der fehlenden Erfahrung hin zu der Frage, wer die Gemeinde tatsächlich versteht und wer sich ihr zuwendet.

Zielgruppenbriefe statt Gießkannenprinzip

Ein weiteres zentrales Element der Kampagne sind zielgruppenspezifische Briefe. Statt eine einzige Botschaft an alle Haushalte zu verschicken, steht am Anfang eine Zielgruppenanalyse, gefolgt von einer Segmentierung nach Lebenswelten und Interessen. Landwirtinnen und Landwirte, Gewerbetreibende und ehrenamtlich Aktive erhalten dadurch jeweils Briefe, die auf ihre konkreten Anliegen eingehen, statt allgemeine Kampagnenfloskeln zu wiederholen.

Für eine Gemeinde, in der Landwirtschaft und mittelständische Betriebe nebeneinander bestehen, ist diese Differenzierung mehr als eine formale Übung. Ein Landwirt, der Briefe über kommunale Themen erhält, die für ihn keine Rolle spielen, überliest sie wahrscheinlich. Ein Brief, der konkret auf landwirtschaftliche Anliegen eingeht, wird eher gelesen und bleibt eher in Erinnerung, gerade bei einem Kandidaten, der sich sein Vertrauen erst noch erarbeiten muss.

Auch ehrenamtlich Aktive, eine in einer Gemeinde mit acht Ortsteilen und entsprechend vielen Vereinen besonders wichtige Gruppe, erhalten eine eigene Ansprache. Wer sich seit Jahren im Feuerwehrverein oder Sportclub engagiert, erwartet zurecht, dass ein künftiger Bürgermeister dieses Engagement kennt und würdigt, statt es in einer allgemeinen Wahlbotschaft unterzubringen.

Für einen jungen Kandidaten hat dieser Ansatz einen zusätzlichen Effekt, der über die reine Zielgruppenansprache hinausgeht. Ein detaillierter, erkennbar auf die eigene Lebenswelt zugeschnittener Brief signalisiert Sorgfalt, gerade von einem Absender, dem die Wählerschaft diese Sorgfalt aufgrund seines Alters zunächst nicht automatisch zutraut. Jeder Brief wird damit selbst zu einem kleinen Beleg für die Kompetenz, die Döffinger noch nicht über Amtsjahre nachweisen kann.

85,3 Prozent für den jüngsten Bürgermeister Deutschlands

Am 28. Januar 2024 gewinnt Sören Döffinger die Bürgermeisterwahl in Mulfingen mit 85,3 Prozent der Stimmen, ein Ergebnis, das seine Mitbewerber deutlich hinter sich lässt. Mit seinem Amtsantritt im März desselben Jahres wird er zum jüngsten hauptamtlichen Bürgermeister Deutschlands und zum Nachfolger von Robert Böhnel, der das Rathaus sechzehn Jahre lang geführt hatte.

Zwei Erkenntnisse aus diesem Case lassen sich auf andere Kandidaturen ohne eigene Verwaltungserfahrung übertragen. Erstens: Fehlende Erfahrung lässt sich nicht wegdiskutieren, aber sie lässt sich durch maximierte persönliche Präsenz in den Hintergrund rücken, besonders in Gemeinden mit mehreren eigenständigen Ortsteilen. Zweitens: Zielgruppenspezifische Kommunikation schlägt das Gießkannenprinzip, weil sie zeigt, dass ein Kandidat die unterschiedlichen Lebenswelten einer Gemeinde tatsächlich kennt, statt nur pauschal um Vertrauen zu werben.

Für creategy zeigt der Case außerdem, dass sich Strategie und Umsetzung sauber trennen lassen, wenn ein Kandidat ein eigenes, verlässliches Team an seiner Seite hat. Nicht jede Kampagne braucht die komplette Produktion aus einer Hand. Manchmal reicht die richtige strategische Linie und ein Sparringspartner, der in jeder Phase des Wahlkampfs erreichbar ist, damit ein junger Kandidat gegen erfahrene Mitbewerber bestehen kann.

85,3 Prozent sind dabei kein Ergebnis, das sich allein mit Jugend oder mit einem sympathischen Auftreten erklären lässt. Es ist das Ergebnis einer Strategie, die eine augenscheinliche Schwäche von Anfang an offen mitgedacht und ihr über Wochen hinweg konsequent eine eigene, positive Erzählung entgegengestellt hat, gestützt auf ein Team vor Ort, das diese Erzählung zuverlässig in die Fläche getragen hat.

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