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- Wenn aus einem Ereignis eine Krise wird
- Transparenz braucht Struktur
- Was Beratung in der Krise leistet
- Vier Aufgabenbereiche
- Beratung als Schnittstellenarbeit
- Prävention und Akutbegleitung
- Vorbereitung mit politischem Bezug
- Akutbegleitung nach Organisationsform
- Der Beratungsablauf
- Die fünf Arbeitsschritte
- Freigaben ohne Stillstand
- Die passende Beratung auswählen
- Drei Optionen im Vergleich
- Auswahlkriterien mit Substanz
- Erreichbarkeit und politische Erfahrung
- Was schriftlich feststehen muss
- Erfolge und Referenzen prüfen
- Diese Fragen bringen Klarheit
- Erste Schritte für Mandantinnen und Mandanten
- Ziele und Angebot
Am frühen Morgen liegt eine Presseanfrage im Postfach. Gleichzeitig verbreitet sich in sozialen Medien ein Beitrag, dessen Vorwurf noch nicht geprüft ist. Die Bürgermeisterin ist in einem Termin, die Fraktionsgeschäftsführung verlangt eine Sprachregelung, und die Pressestelle weiß nicht, ob das Ministerium bereits informiert wurde. Jede Minute ohne gemeinsame Faktenbasis vergrößert den Abstimmungsdruck.
Krisenkommunikation Beratung beginnt deshalb lange vor der ersten Stellungnahme. Für politische Mandate, Parteien, Fraktionen, Verbände und Kommunen zählt nicht nur eine überzeugende Formulierung. Entscheidend sind klare Rollen, belastbare Freigaben, ein aktuelles Lagebild und eine Verantwortungsstruktur, die auch unter Zeitdruck funktioniert. Der BMI-Leitfaden zur Krisenkommunikation versteht Krisenkommunikation ausdrücklich als planbaren Bestandteil des Krisenmanagements.
Wenn aus einem Ereignis eine Krise wird
Ein kritischer Medienbericht ist zunächst ein Ereignis. Ein Vorwurf in einem sozialen Netzwerk ist zunächst eine Information, die geprüft werden muss. Politisch wird daraus eine Krise, wenn mehrere Stellen gleichzeitig reagieren sollen, aber niemand verbindlich festgelegt hat, wer entscheidet, wer spricht und welche Fakten bereits freigegeben sind.
In der Praxis beginnt die Eskalation häufig mit widersprüchlichen Kleinigkeiten. Eine Fraktion veröffentlicht eine vorsichtige Stellungnahme, die Verwaltung spricht von einem laufenden Prüfverfahren, und der Mandatsträger kündigt im Interview bereits Konsequenzen an. Jede Aussage kann für sich plausibel klingen. Zusammen erzeugen sie den Eindruck, dass die Organisation ihre eigene Lage nicht kennt.
Praktische Regel: In den ersten Minuten braucht ein politisches Team keine möglichst lange Erklärung, sondern eine gemeinsame Faktenbasis und eine klare Entscheidung darüber, was bereits gesagt werden kann.
Eine Beratung schafft diese Ordnung, indem sie Ereignis, Verantwortungsbereich, betroffene Zielgruppen und offene Fragen trennt. Sie identifiziert die zuständige Sprecherin oder den zuständigen Sprecher, legt die Freigabekette fest und dokumentiert, welche Aussage auf überprüften Informationen beruht. Für die Vorbereitung eignet sich eine Checkliste zur Krisenvorbereitung, sofern sie an die konkrete Organisation angepasst wird.
Transparenz braucht Struktur
Transparenz bedeutet nicht, jede ungeprüfte Information sofort öffentlich zu machen. Sie bedeutet, bekannte Fakten, offene Fragen und nächste Schritte sauber voneinander zu unterscheiden. Das schützt vor vorschnellen Festlegungen und verhindert zugleich den Eindruck, die Organisation verstecke sich.
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, schon vor einer Krise ein breites Kommunikationsnetz und eine aktivere Ansprache aufzubauen. So kann der Übergang von dauerhafter Risikoinformation zu akuter Krisenkommunikation glaubwürdig und nahtlos gelingen. Für politische Akteure gehört dazu, Grundinformationen und Zuständigkeiten bereits in der Nicht-Krisenphase zu klären. Eine nützliche Ergänzung bietet die Ressource zur transparenten Kommunikation bei mr. clean AG, weil sie den Zusammenhang zwischen nachvollziehbarer Information und Vertrauen anschaulich macht.
Wer erst im Ereignisfall Rollen, Sprecherlogik und Kanalhoheit sortiert, verliert Zeit. Die Beratung muss dann nicht nur Texte liefern, sondern zunächst die Reibung zwischen Mandatsträgern, Pressestelle, Verwaltung und Gremien auflösen. Genau daraus entsteht eine politische Kommunikation, die auch unter Druck nachvollziehbar bleibt.
Was Beratung in der Krise leistet
Krisenkommunikationsberatung ist keine ausgelagerte Pressemitteilung. Sie verbindet Akutreaktion, Verfahrenskommunikation, Strategieentwicklung und politische Lageanalyse. Diese Verbindung ist wichtig, weil eine öffentliche Aussage fast immer Folgen für interne Abstimmungen, rechtliche Prüfungen, parlamentarische Verfahren und die weitere politische Positionierung hat.
In der Akutphase richtet die Beratung eine erreichbare Kommunikationsstruktur ein. Sie erstellt ein belastbares Lagebild, formuliert eine Kernbotschaft und entwickelt sofort nutzbare Q&As. Dazu kommen Interviewbriefings, Sprechertraining und eine klare Anweisung für den Umgang mit Medienanfragen, sozialen Netzwerken und neuen Informationen.

Vier Aufgabenbereiche
Akutreaktion heißt, unter Zeitdruck handlungsfähig zu werden. Die Beratung bündelt Informationen, koordiniert Sprecherinnen und Sprecher und verhindert, dass verschiedene Kanäle unterschiedliche Kernbotschaften verbreiten.
Verfahrenskommunikation begleitet Stellungnahmen, Anhörungen, parlamentarische Anfragen oder Untersuchungsausschüsse. Aussagen müssen dokumentiert, zeitlich eingeordnet und mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Eine gute Beratung achtet darauf, dass politische Kommunikation und formale Verfahren einander nicht widersprechen.
Strategieentwicklung richtet die Kommunikation über den einzelnen Vorfall hinaus aus. Dazu gehören Positionsbestimmung, Themenpriorisierung und die Frage, welche politischen Entscheidungen die Organisation öffentlich erklären muss.
Politische Lageanalyse betrachtet Akteure, Interessen, Gremien, Medien und mögliche Eskalationspfade. Sie hilft zu erkennen, ob eine Anfrage isoliert bleibt oder auf einen größeren politischen Konflikt verweist.
Die Wirkung entsteht aus dem Zusammenspiel. Ein Q&A ohne Verantwortliche bleibt ein Dokument. Ein Lagebild ohne Freigabeprozess bleibt eine Momentaufnahme. Eine Stellungnahme ohne Verfahrenskenntnis kann politisch unnötige Risiken erzeugen.
Beratung als Schnittstellenarbeit
Politische Mandate arbeiten selten in einer einzigen Organisationseinheit. Partei, Fraktion, Ministerium, Verwaltung und Verband können unterschiedliche Zuständigkeiten und Interessen haben. Die Beratung muss diese Schnittstellen sichtbar machen und einen Prozess schaffen, in dem Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden.
Der Zusammenhang zwischen Transparenz und Reputationsschutz ist auch in der Forschung zu Unternehmenskrisen beschrieben. Eine Studie zu Krisen von Unternehmen im Zeitraum 2008 bis 2018 kommt zu dem Befund, dass proaktives und transparentes Handeln besonders geeignet ist, Reputationsverluste zu verhindern. Für politische Organisationen folgt daraus eine klare Empfehlung: Fakten früh einordnen, Verantwortung sichtbar übernehmen und die Kernbotschaft konsistent wiederholen. Die Studie zur Compliance in Krisen liefert dafür einen relevanten Bezugsrahmen.
Prävention und Akutbegleitung
Prävention beginnt mit der Frage, welche Themen politisch kippen können. Ein Risikoaudit betrachtet nicht nur mögliche Ereignisse, sondern auch vorhandene Schwachstellen in Zuständigkeiten, Informationswegen und öffentlicher Wahrnehmung. Daraus entstehen Szenarien, Sprachregelungen, Eskalationspfade und Übungen.
Das Bundesamt für Strahlenschutz leitet aus seiner Untersuchung zur behördlichen Online-Krisenkommunikation einen technischen Mindeststandard ab. Dazu gehören vorbereitete Textbausteine, eine definierte Freigabekette, eine Darksite-Logik und regelmäßige Strategieprüfung. Diese Elemente müssen an die konkrete Organisation angepasst und regelmässig aktualisiert werden.
Vorbereitung mit politischem Bezug
Eine Kommune braucht andere Vorbereitungen als eine Partei. Ein Ministerium muss Verfahren, Zuständigkeiten und behördliche Auskunftswege besonders sauber abbilden. Eine Fraktion braucht kurze Abstimmungswege zwischen Fraktionsführung, Pressestelle und Fachpolitik. Ein Verband muss zusätzlich seine Mitglieder, politische Ansprechpartner und betroffene Stakeholder berücksichtigen.
Sinnvolle Präventionsleistungen sind:
- Risikoaudit: Kritische Themen, sensible Aktenlagen und mögliche Auslöser werden erfasst und nach politischer Relevanz geordnet.
- Szenarienanalyse: Für plausible Lagen werden Erstreaktion, Sprecherrolle, Zielgruppen und Freigaben vorbereitet.
- Sprachregelungen: Kernbotschaften, Begriffe und Grenzen der Auskunft werden verbindlich festgehalten.
- Frühwarnsystem: Medien, soziale Netzwerke und relevante Debatten werden beobachtet, damit Warnsignale nicht erst mit einer Presseanfrage auffallen.
- Training: Mandatsträgerinnen, Mandatsträger und Pressestellen üben kritische Nachfragen, Interviews und interne Abstimmungen. Ein Krisenkommunikationstraining sollte dabei konkrete Szenarien der jeweiligen Organisation verwenden.
Akutbegleitung nach Organisationsform
In der Krise verschiebt sich der Schwerpunkt. Jetzt zählen erreichbare Verantwortliche, eine zentrale Einsatzleitung, schnelle Freigaben und aktuelle Q&As. Die Beratung muss neue Fakten aufnehmen, Widersprüche markieren und die Botschaft anpassen, ohne dass jede Änderung einen vollständigen Neustart auslöst.
Verwaltungen benötigen vor allem Verfahrenskommunikation, weil Zuständigkeiten, Prüfungen und rechtliche Grundlagen erklärt werden müssen. Parteien und Fraktionen brauchen Strategie- und Issues Management, damit der Einzelfall nicht die gesamte politische Linie überlagert. Verbände benötigen zusätzlich einen stabilen Stakeholder-Dialog, weil Mitglieder, Politik und Öffentlichkeit unterschiedliche Fragen stellen.
Digitale Werkzeuge können Monitoring und Dokumentation unterstützen. Ein Branchenbericht zur Notfall- und Krisenkommunikation 2025 weist jedoch darauf hin, dass der Mensch weiterhin eine Schwachstelle bleibt. Deshalb entscheidet nicht die Tool-Einführung allein, sondern die Qualität von Entscheidungs- und Freigabeprozessen unter Stress. Der Bericht zu digitalen Tools in der Krisenkommunikation beschreibt diesen Zusammenhang ausführlicher.
Der Beratungsablauf
Eine belastbare Beratung beginnt mit einer strukturierten Lageaufnahme, nicht mit dem ersten Textentwurf. Zuerst werden Ereignis, bekannte Fakten, offene Fragen, politische Verantwortung und betroffene Zielgruppen festgehalten. Diese Trennung verhindert, dass Vermutungen unbemerkt in eine öffentliche Aussage gelangen.
Die fünf Arbeitsschritte
Lageaufnahme: Die Beratung sammelt die verfügbaren Informationen und benennt Informationslücken. Ergebnis ist eine aktuelle Übersicht, die intern als gemeinsame Arbeitsgrundlage dient.
Analyse: Risiken, Akteure, Medienlagen und mögliche Folgefragen werden geordnet. Die Beratung prüft, welche Aussagen politisch, rechtlich und verfahrensbezogen besonders sensibel sind.
Strategieentwicklung: Das Team definiert Kernbotschaft, Zielgruppen, Sprecherlogik und Kanäle. Es entscheidet auch, welche Informationen sofort, später oder überhaupt nicht veröffentlicht werden können.
Umsetzung: Nun entstehen Q&As, Presseanweisung, Statements, Briefings und ein Veröffentlichungsplan. Gleichzeitig werden Rückfragen, Gerüchte und neue Fakten laufend erfasst.
Evaluation: Nach der Stabilisierung folgen Chronologie, Auswertung und Korrekturmaßnahmen. Gute Nachbereitung beantwortet, welche Entscheidung wann getroffen wurde, wo Freigaben stockten und welche Anpassung die Organisation künftig braucht.

Jede Phase braucht ein sichtbares Ergebnis. Dazu gehören Verantwortliche, Entscheidungsvorlagen, Freigabefristen, aktuelle Q&As und eine nachvollziehbare Dokumentation. Der BMI-Leitfaden mit Checklisten für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung gliedert den Prozess genau in diese drei Arbeitsphasen.
Freigaben ohne Stillstand
Die Freigabekette darf weder zu kurz noch unnötig kompliziert sein. Eine Aussage sollte fachlich geprüft, politisch eingeordnet und von der zuständigen Stelle freigegeben werden. Gleichzeitig braucht das Team eine Regel für den Fall, dass eine entscheidungsbefugte Person nicht erreichbar ist.
Für kommunale Mandate müssen politische Führung, Verwaltungsspitze und Pressestelle voneinander abgegrenzte Rollen erhalten. Bei Parteien und Fraktionen kommt die Abstimmung mit Parteiführung oder Fachpolitik hinzu. Wer diese Unterschiede nicht im Prozess abbildet, produziert später parallele Botschaften.
Das folgende Video kann als Gesprächseinstieg dienen, wenn Teams ihren eigenen Beratungsprozess visualisieren und auf Lücken prüfen:
Eine politische Beratung sollte außerdem die organisatorische Einbettung verstehen. Hinweise zur politischen Beratung sind besonders dann hilfreich, wenn Krisenkommunikation mit laufender Kampagnen-, Fraktions- oder Mandatsarbeit verbunden ist.
Die passende Beratung auswählen
Die bekannteste Agentur ist nicht automatisch die richtige. In einer politischen Krise zählt, ob ein Team Entscheidungswege, parlamentarische Abläufe, Verwaltungspraxis und mediale Dynamiken versteht. Eine allgemeine PR-Agentur kann starke Markenkommunikation liefern. Daraus folgt aber nicht automatisch Erfahrung mit Fraktionsdisziplin, Koalitionsabstimmungen oder sensiblen politischen Verfahren.
Drei Optionen im Vergleich
| Option | Politische Erfahrung | Erreichbarkeit | Freigabeprozesse | Nachweise |
|---|---|---|---|---|
| Spezialisierte politische Beratung | Kennt politische Rollen, Gremien und Konfliktlagen | Verbindliche Ansprechpartner und definierte Bereitschaft sollten nachweisbar sein | Entwickelt Rollen, Eskalationswege und Freigabestufen | Anonymisierte Fallbeispiele, Prozessbeschreibungen und benannte Ansprechpartner |
| Allgemeine PR-Agentur | Stark in Medienarbeit und öffentlicher Positionierung, politische Erfahrung muss geprüft werden | Hängt vom Mandatsmodell und Team ab | Häufig auf Kommunikationsinhalte konzentriert, politische Schnittstellen müssen geklärt werden | Kampagnen- und Medienreferenzen, politische Übertragbarkeit prüfen |
| Interne Ressourcen | Hohe Kenntnis der eigenen Organisation und Aktenlage | Im Büroalltag vorhanden, bei Spitzenbelastung begrenzt | Interne Wege bekannt, unabhängige Moderation kann fehlen | Eigene Übungen, Handbücher und dokumentierte Nachbereitung |
Eine spezialisierte Krisenkommunikationsagentur sollte nicht nur Texte formulieren. Sie muss Verantwortung, Erreichbarkeit, juristische Schnittstellen und Eskalationswege konkret organisieren. Lassen Sie sich vor einer Beauftragung zeigen, wie die Beratung eine neue Information prüft, wer eine Kernbotschaft freigibt und wie widersprüchliche Interessen dokumentiert werden.
Auswahlkriterien mit Substanz
Fragen Sie nach dem tatsächlichen Ansprechpartner auf Entscheidungsebene. Ein grosser Name in der Präsentation hilft wenig, wenn im Ereignisfall ein wechselndes Team ohne politische Erfahrung übernimmt. Prüfen Sie auch, ob die Beratung mit vertraulichen Akten, unterschiedlichen Lagern und kurzfristigen Statements umgehen kann.
Honorare müssen nachvollziehbar sein. Klären Sie, welche Leistungen im Grundmandat enthalten sind, wann Zusatzaufwand entsteht und wie eine Bereitschaft ausserhalb der Bürozeiten organisiert wird. Im öffentlichen Bereich ist außerdem der Datenschutz verbindlich. Bei einem Beratungsangebot des Bundesministeriums der Justiz werden Papierunterlagen beispielsweise drei Jahre verschlossen aufbewahrt und danach gelöscht oder vernichtet, wie die Datenschutzerklärung des BMJV-Beratungstelefons zeigt. Ihre Beratung sollte ebenfalls klar erklären, wie personenbezogene Daten verarbeitet, geschützt und gelöscht werden.
Erreichbarkeit und politische Erfahrung
Eine lange Referenzliste ersetzt keinen erreichbaren Krisenstab. In einer politischen Krise muss die Beratung sagen können, wer kontaktiert wird, wie Vertretungen funktionieren und wie neue Fakten in bereits freigegebene Aussagen einfliessen. Für Pressestellen des Bundes veröffentlicht das BMI feste Erreichbarkeiten. Allgemeine Anfragen der Bürgerkommunikation werden dort montags bis donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 15.00 Uhr angenommen, wie die Informationen des BMI zum Krisenmanagement ausweisen. Ein politisches Mandat braucht für akute Lagen eine eigene, ausdrücklich vereinbarte Regelung.
Was schriftlich feststehen muss
Verlangen Sie vor der Beauftragung klare Antworten auf diese Fragen:
- Erreichbarkeit: Wer nimmt ausserhalb der üblichen Bürozeiten den Anruf entgegen?
- Reaktionsweg: Wer erstellt Lagebild, Q&As und Entwurf einer Stellungnahme?
- Vertretung: Was passiert bei Urlaub, Krankheit oder parallelen Mandaten?
- Freigabe: Wer darf eine Aussage fachlich und politisch freigeben?
- Eskalation: Wann wird die Leitung, ein Krisenstab oder eine juristische Schnittstelle einbezogen?
- Dokumentation: Wo werden Entscheidungen, Versionen und offene Fragen festgehalten?
Politische Erfahrung zeigt sich nicht allein an früheren Mandaten. Sie zeigt sich darin, ob die Beratung eine parlamentarische Anfrage, eine kommunale Zuständigkeitsfrage und eine investigative Medienanfrage unterschiedlich behandelt. Bitten Sie um anonymisierte Fallbeispiele und lassen Sie den Ablauf erklären, nicht nur das Ergebnis.
Entscheidend ist nicht, wer im Pitch am überzeugendsten spricht. Entscheidend ist, wer im Krisenmoment Verantwortung übernimmt und Entscheidungen nachvollziehbar macht.
Erfolge und Referenzen prüfen
Politische Krisenkommunikation lässt sich selten mit einer einzigen Kennzahl bewerten. Ob eine Beratung gut gearbeitet hat, zeigt sich häufig daran, ob die Organisation sprechfähig blieb, Verfahren sauber begleitet wurden und interne Widersprüche ausblieben. Deshalb sollten Mandantinnen und Mandanten konkrete Nachweise verlangen, statt sich von Auszeichnungen, Rankings oder allgemeinen Imagefilmen leiten zu lassen.
Eine aussagekräftige Referenz beschreibt die Ausgangslage, den Eskalationsverlauf, die übernommenen Aufgaben und die dokumentierten Ergebnisse. Sie muss keine vertraulichen Namen nennen. Sie sollte aber verständlich machen, ob die Beratung als Sprecherin, Stabsstelle, Coach oder strategische Begleitung gearbeitet hat.
Diese Fragen bringen Klarheit
Fragen Sie im Auswahlgespräch:
- Welche Lage wurde begleitet? Lassen sich politisches Feld, Organisationsform und Konfliktart nachvollziehbar beschreiben?
- Welche Rolle hatte die Beratung? Hat sie Texte erstellt, den Krisenstab unterstützt, Sprecher vorbereitet oder Entscheidungen moderiert?
- Wie wurde Erfolg bewertet? Wurden Sprechfähigkeit, Verfahrenssicherheit, Reaktionsfähigkeit oder Vertrauensarbeit überprüft?
- Welche Grenze gab es? Seriöse Anbieter benennen, welche Entscheidungen beim Mandanten bleiben mussten.
- Wie lange dauerte die Zusammenarbeit? Eine punktuelle Unterstützung sagt etwas anderes aus als ein dauerhaft gepflegter Prozess.
| Nachweis | Aussagekraft | Typische Schwäche |
|---|---|---|
| Anonymisierte Fallstudie | Zeigt Ausgangslage, Vorgehen und konkrete Rolle | Ergebnisse bleiben ohne nachvollziehbare Kriterien schwer einzuordnen |
| Benanntes Politikfeld | Macht Erfahrung mit ähnlichen Strukturen prüfbar | Eine Branchenangabe sagt wenig über die tatsächliche Aufgabe aus |
| Schulungs- oder Trainingsprojekt | Belegt Arbeit mit Sprecherinnen, Sprechern und Teams | Teilnahme allein belegt noch keine Akutkompetenz |
| Mandatsdauer | Zeigt Kontinuität und Pflege von Prozessen | Lange Zusammenarbeit kann ohne dokumentierte Ergebnisse unklar bleiben |
| Namentliche Ansprechperson | Schafft Verantwortlichkeit im Auswahlprozess | Ein Name ersetzt keine klare Vertretungsregelung |
Achten Sie auf die Bereitschaft, vergleichbare Situationen im Gespräch zu schildern. Wer nur Erfolge nennt, aber keine schwierige Entscheidung, keine offene Frage und keine eigene Grenze benennt, liefert kein belastbares Bild.
Erste Schritte für Mandantinnen und Mandanten
Sie brauchen vor dem Erstgespräch kein fertiges Krisenhandbuch. Sie sollten aber die Lage so weit ordnen, dass die Beratung schnell arbeiten kann. Eine kompakte Übersicht spart Rückfragen und zeigt, wo Entscheidungen bereits getroffen wurden.
Bereiten Sie zunächst diese Informationen vor:
- Aktuelle Lage: Was ist passiert, wann wurde es bekannt und welche Entwicklung wird erwartet?
- Betroffene Gruppen: Wer muss informiert werden, etwa Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder, Beschäftigte, Medien oder parlamentarische Gremien?
- Politischer Bezug: Welche Mandatsträger, Fraktionen, Behörden oder Verfahren sind beteiligt?
- Bisherige Kommunikation: Welche Stellungnahmen, Interviews, Beiträge oder internen Hinweise gibt es?
- Entscheidungsstand: Was ist bestätigt, was wird geprüft und wer darf die nächsten Schritte beschließen?
Bestimmen Sie eine Ansprechperson mit ausreichender Entscheidungsbefugnis. Klären Sie Vertraulichkeit, Schweigepflicht und den Umgang mit personenbezogenen Daten. Gerade bei kommunalen und politischen Mandaten sollten Sie außerdem festlegen, welche Personen ausserhalb der Bürozeiten erreichbar sind und wer eine Vertretung übernimmt.
Ziele und Angebot
Formulieren Sie zwei oder drei konkrete Ziele. Das können Deeskalation, belastbare Aussagen für ein Verfahren oder die Vorbereitung einer Pressekonferenz sein. Vermeiden Sie Ziele wie „Image verbessern“, solange nicht feststeht, welches Verhalten, welche Information oder welcher politische Prozess dafür verändert werden soll.
Bitten Sie um ein schriftliches Angebot. Es sollte Leistungsbestandteile, Ansprechpartner, Honorarmodell, Erreichbarkeit, Freigabewege und Eskalationspfade enthalten. Fragen Sie auch, ob die Beratung Monitoring, Q&As, Sprecherbriefings, Krisenhandbuch und Nachbereitung übernimmt oder dafür weitere Dienstleister eingebunden werden.
Der erste Kontakt kann über den Kontakt zu creategy erfolgen. Entscheidend ist, dass Sie nicht nur die akute Stellungnahme besprechen, sondern auch die organisatorischen Voraussetzungen für die nächste Lage.
creategy GmbH unterstützt politische Mandate, Parteien, Fraktionen, Verbände und Kommunen bei Krisenprävention, Akutbegleitung, Verfahrenskommunikation und Reputationsaufbau. Wenn Sie Freigaben, Lagebild und Verantwortlichkeiten belastbar organisieren wollen, besuchen Sie creategy GmbH und vereinbaren Sie ein Erstgespräch.

