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- Rechtsgrundlage und Impressumspflicht
- Welche Profile betroffen sind
- Pflichtangaben im Instagram-Impressum
- Politische Verantwortlichkeit
- Platzierung und die Zwei Klick Regel
- Was Instagram nicht ersetzt
- Besonderheiten für politische Profile
- Transparenz über den Link hinaus
- Praxisleitfaden für die Einrichtung
- Die Einrichtung in vier Schritten
- Werbung getrennt prüfen
- Häufige Fehler und laufende Pflege
Sie betreiben ein Instagram-Profil für eine Partei, Fraktion, Kommune oder einen Verband. In der Biografie steht die Website, vielleicht ein Linktree, vielleicht nur eine E-Mail-Adresse. Was fehlt, ist ein klarer Zugang zum Impressum. Genau an diesem Punkt entstehen bei politischen Profilen vermeidbare Risiken, weil nicht nur der Organisationsname, sondern auch die redaktionelle und politische Verantwortlichkeit sichtbar werden muss.
Ein Impressum für Instagram gehört deshalb nicht irgendwo auf die Website, sondern muss vom konkreten Profil aus schnell, eindeutig und dauerhaft erreichbar sein. Für politische Akteure reicht es außerdem nicht, lediglich die formalen Unternehmensdaten zu kopieren. Entscheidend ist, wer für den Account und die veröffentlichten Inhalte tatsächlich verantwortlich ist.
Rechtsgrundlage und Impressumspflicht
Seit dem 14. Mai 2024 gilt in Deutschland das Digitale-Dienste-Gesetz, kurz DDG. Es hat das Telemediengesetz, kurz TMG, abgelöst. Für geschäftsmäßige Instagram Profile besteht die Anbieterkennzeichnungspflicht weiter, nun insbesondere nach § 5 DDG. Die IHK Düsseldorf erläutert die Anforderungen an das Impressum auch für geschäftliche Auftritte auf sozialen Plattformen.
Welche Profile betroffen sind
Die Pflicht betrifft nicht nur klassische Unternehmensseiten. Auch Parteien, Fraktionen, Verbände, Organisationen, Selbstständige und kommunale Einrichtungen brauchen ein Impressum, wenn sie Instagram regelmäßig für Informationen, Dienstleistungen, Werbung oder politische Kommunikation nutzen.
Ein Profil fällt damit typischerweise unter die Pflicht, wenn es:
- eine Organisation präsentiert, etwa eine Partei, Fraktion, Kommune oder einen Verband,
- politische Inhalte verbreitet, zum Beispiel Stellungnahmen, Kampagneninformationen oder Veranstaltungshinweise,
- Kontakte anbahnt, etwa zu Bürgerinnen und Bürgern, Mitgliedern oder Interessierten,
- Dienstleistungen oder politische Angebote bewirbt, auch wenn kein Verkauf direkt über Instagram stattfindet.
Eine bestimmte Followerzahl oder ein Mindestumsatz entscheidet nicht über die Pflicht. Maßgeblich ist die geschäftsmäßige Nutzung des digitalen Dienstes. Auch ein Account ohne direkten Shop kann daher ein Impressum benötigen, wenn er dauerhaft die Tätigkeit einer Organisation oder eines politischen Akteurs präsentiert.
Praktische Regel: Prüfen Sie nicht zuerst die Reichweite, sondern den Zweck des Accounts. Dient das Profil regelmäßig der öffentlichen Kommunikation einer Organisation, sollten Sie von einer Impressumspflicht ausgehen.
Für Wahlkampfprofile ist zusätzlich die Abgrenzung zwischen Wahlwerbung, politischer Information und organisatorischer Kommunikation wichtig. Eine vertiefte Einordnung bietet der Beitrag zur Impressumspflicht bei Wahlwerbung. Wer eine unkomplizierte technische Grundlage für die Anbieterangaben sucht, kann sich außerdem am Chapster Impressum orientieren.
Pflichtangaben im Instagram-Impressum
Ein Impressum muss den Anbieter eindeutig identifizieren und eine schnelle Kontaktaufnahme ermöglichen. Für ein Unternehmensprofil von creategy GmbH gehören dazu insbesondere die vollständige Firmenbezeichnung, die Rechtsform, die ladungsfähige Geschäftsanschrift, die vertretungsberechtigten Personen sowie eine schnelle elektronische Kontaktmöglichkeit, etwa E-Mail-Adresse und Telefonnummer.
Je nach Organisation kommen weitere Angaben hinzu. Dazu zählen insbesondere:
- Registerangaben, wenn das Unternehmen oder die Organisation eingetragen ist,
- Registergericht und Registernummer,
- Umsatzsteuer Identifikationsnummer, sofern vorhanden und relevant,
- Informationen zur Verbraucherschlichtung, soweit sie gesetzlich erforderlich sind,
- eine verantwortliche Person, wenn journalistisch redaktionelle Inhalte veröffentlicht werden.
Politische Verantwortlichkeit
Politische Instagram Profile brauchen besondere Sorgfalt. Ein Wahlkampfaccount kann organisatorisch einer Kandidatin, einem Kandidaten, einer Partei, einer Fraktion, einem Mandatsträger oder einem Wahlkampfverein zugeordnet sein. Diese Rollen sind nicht automatisch identisch. Das Impressum muss deshalb den tatsächlich verantwortlichen Rechtsträger benennen und darf sich nicht auf ein Wahlkampfmotto oder den Namen einer einzelnen Person beschränken.
Neben § 5 DDG kann bei journalistisch redaktionellen Angeboten § 18 Medienstaatsvertrag relevant werden. Dann muss zusätzlich eine verantwortliche Person mit Name und Anschrift genannt werden. Das betrifft beispielsweise redaktionelle politische Einordnungen, Kampagnenbeiträge, Veranstaltungsberichte oder regelmäßig veröffentlichte politische Informationen. Die IHK Mittleres Ruhrgebiet beschreibt die zusätzlichen Pflichtangaben für Social Media.

Die Angaben sollten auf einer eigenständigen, mobil lesbaren Seite stehen. Datenschutz, Kontakt und politische Verantwortlichkeit können dort verlinkt werden, das Impressum selbst muss aber klar erkennbar bleiben. Wenn Sie Zuständigkeiten oder Pflichtangaben für ein konkretes Profil klären möchten, können Sie direkt Kontakt zu creategy aufnehmen.
Für Kandidatinnen und Kandidaten, die ihren Account im Wahlkampf selbst betreuen, ist auch das Mentoring Social Media im Wahlkampf relevant. Es verbindet die Analyse des bestehenden Kontos mit Zielgruppenarbeit, einem durchhaltbaren Redaktionsplan und regelmäßigen Werkstattterminen.
Platzierung und die Zwei Klick Regel
Ein vollständiges Impressum nützt wenig, wenn niemand es findet. Die deutsche Rechtspraxis verlangt regelmäßig, dass Nutzerinnen und Nutzer die Anbieterkennzeichnung innerhalb von höchstens zwei Klicks erreichen können. Für Instagram bedeutet das: Der Weg muss direkt aus der Biografie funktionieren und darf nicht durch schwer verständliche Unterseiten führen.
Die sicherste Umsetzung besteht aus einer kurzen Kette:
- In der Bio steht dauerhaft ein Link.
- Der Link trägt die klare Bezeichnung Impressum oder Anbieterkennzeichnung.
- Der erste Klick führt direkt auf die Impressumsseite.
- Die Seite enthält die vollständigen Angaben ohne weitere Suchschritte.
Ein Linktree oder ein vergleichbarer Linkhub ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Er wird aber problematisch, wenn dort viele gleichrangige Schaltflächen stehen und das Impressum erst nach einer unklaren Auswahl sichtbar wird. Ein Button mit der Bezeichnung „Mehr“, „Infos“ oder nur dem Organisationsnamen macht den Zweck nicht ausreichend deutlich.
Was Instagram nicht ersetzt
Ein Impressum in den Story Highlights reicht nicht aus. Highlights können verändert, verschoben oder aus der sichtbaren Profilansicht entfernt werden. Sie sind deshalb keine verlässliche dauerhafte Anbieterkennzeichnung.
Prüfen Sie den Zugang außerdem aus einer ausgeloggten Mobilansicht. Ein Link, der im Redaktionskonto funktioniert, kann für andere Nutzerinnen und Nutzer anders dargestellt werden. Nach jeder Änderung der Bio, des Linkhubs oder der Website sollte das Team den kompletten Weg erneut testen und dokumentieren.
Ein rechtssicherer Link ist kurz, eindeutig beschriftet und führt ohne Zwischenstation zum vollständigen Impressum.
Die technische Profilpflege gehört in dieselbe Arbeitsroutine wie Bildgrößen, Kontaktwege und Redaktionsplanung. Praktische Hinweise für den Aufbau eines professionellen Profils finden Sie im Beitrag Instagram Kanal aufbauen. Für politische Organisationen gilt dabei eine klare Priorität: Das Impressum muss sichtbar bleiben, auch wenn der Linkhub für Kampagnen, Termine oder Presseinformationen erweitert wird.
Besonderheiten für politische Profile
Bei einem politischen Instagram Account lautet die wichtigste Frage nicht nur, ob ein Impressum erforderlich ist. Sie lautet auch, wer als Anbieter und als verantwortliche Person genannt werden muss.
Ein Kandidat kann seinen persönlichen Account im Wahlkampf nutzen. Gleichzeitig kann die Partei Inhalte zuliefern, ein Wahlkampfteam Anzeigen schalten und ein Verein organisatorisch hinter dem Profil stehen. Bei Fraktionen und Kommunen kommt hinzu, dass ein Account amtliche Information, parteipolitische Kommunikation oder beides vermitteln kann. Diese Zuständigkeiten müssen im Impressum nachvollziehbar bleiben.
Transparenz über den Link hinaus
Ein Bio Link mit der Aufschrift „Impressum“ kann formal genügen, wenn er direkt zu einer vollständigen Anbieterkennzeichnung führt. Für politische Kommunikation ist das allein aber zu wenig. Bürgerinnen und Bürger sollten auf der Zielseite schnell erkennen können, wer den Account betreibt, wer für redaktionelle Inhalte verantwortlich ist und in welcher Rolle die Organisation kommuniziert.
Die Bedeutung dieses Themas zeigt sich an der Nutzung sozialer Medien. 74 Prozent der 16 bis 27 Jährigen in Deutschland beziehen politische Informationen über soziale Medien, 38 Prozent folgen gezielt Parteien oder Politikerinnen und Politikern. Diese Angaben stammen aus der Untersuchung der Stiftung Mercator zu Politik auf Social Media.
Eine klare Informationsarchitektur sollte deshalb mindestens drei Bereiche unterscheiden:
- Impressum und Verantwortlichkeit, mit Anbieter und verantwortlicher Person,
- Datenschutz und Kontakt, mit den relevanten Informationswegen,
- Werbekennzeichnung und politische Einordnung, wenn bezahlte Inhalte oder Kampagnenmaterial veröffentlicht werden.
In einer deutschen Untersuchung wurden rund 31.000 Instagram und TikTok Videos aus dem Zeitraum Juni bis Dezember 2024 ausgewertet. Zugleich sehen 50 Prozent der jungen Nutzerinnen und Nutzer politische Inhalte häufig über algorithmisch ausgewählte Feeds. Beide Angaben sind in der Einordnung zur politischen Kommunikation auf Social Media dokumentiert. Ein verständlich beschrifteter Link ist deshalb nicht nur eine juristische Formalität, sondern ein Teil politischer Glaubwürdigkeit. Weitere strategische Grundlagen bietet der Beitrag Social Media und Politik.
Praxisleitfaden für die Einrichtung
Richten Sie das Impressum nicht zwischen Tür und Angel ein. Legen Sie zuerst fest, wer den Account organisatorisch betreibt und wer für redaktionelle Inhalte verantwortlich ist. Erst danach übertragen Sie die Daten in eine mobil optimierte Impressumsseite.
Die Einrichtung in vier Schritten
Erstens, Anbieter festlegen. Entscheiden Sie, ob die Partei, Fraktion, Kommune, der Verband, die Kandidatin oder der Kandidat als Anbieter auftritt. Bei geteilten Strukturen sollten Sie die organisatorische Beziehung zusätzlich verständlich erläutern.
Zweitens, Pflichtangaben zusammentragen. Erfassen Sie Firmen oder Organisationsname, Rechtsform, ladungsfähige Anschrift, Vertretungsberechtigte, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und gegebenenfalls Registerdaten, Umsatzsteuer Identifikationsnummer sowie die verantwortliche Person nach dem Medienstaatsvertrag.

Drittens, Link setzen. Platzieren Sie in der Instagram Bio einen dauerhaft erreichbaren Link mit der Bezeichnung „Impressum“ oder „Impressum und Verantwortlichkeit“. Wenn Sie einen Linkhub verwenden, muss die Impressumsoption dort unmittelbar sichtbar sein.
Viertens, Funktion testen. Öffnen Sie das Profil aus einer ausgeloggten Mobilansicht. Prüfen Sie, ob der Link funktioniert, die Zielseite vollständig lädt und alle Angaben ohne zusätzliche Suche erreichbar sind. Dokumentieren Sie den Test nach jeder Änderung.
Werbung getrennt prüfen
Das Impressum ersetzt keine Werbekennzeichnung. Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Instagram Verfahren geprüft, wann der kommerzielle Zweck eines Beitrags erkennbar gemacht werden muss. Ein Profil kann daher ein korrekt verlinktes Impressum benötigen und einzelne Beiträge zusätzlich als Werbung kennzeichnen müssen. Die Zusammenfassung des Bundesgerichtshofs zur Werbekennzeichnung auf Instagram beschreibt diese Unterscheidung.
Als anschauliche Referenz für eine klar strukturierte Anbieterkennzeichnung eignet sich das Impressum von Schumm & Rösch. Für die laufende politische Arbeit sollten Impressum, Datenschutz, Anzeigenkennzeichnung und redaktionelle Verantwortlichkeit trotzdem auf den eigenen Account und die eigene Organisationsstruktur zugeschnitten werden. Reichweitenfragen gehören in eine separate Redaktionsplanung, etwa bei der Arbeit daran, wie Instagram mehr Follower bekommt.
Häufige Fehler und laufende Pflege
Viele Fehler entstehen nicht durch fehlende Textbausteine, sondern durch schlechte Erreichbarkeit. Der häufigste technische Fehler ist ein nicht direkt erreichbarer oder irreführend benannter Link. Ein Linkhub ohne unmittelbar sichtbare Impressumsoption erhöht das Auffindbarkeitsrisiko, wie die Anforderungen aus § 5 DDG zeigen.
Prüfen Sie Ihr Profil regelmäßig anhand dieser kurzen Liste:
- Link testen: Führt der Bio Link ohne Umweg zum Impressum?
- Bezeichnung prüfen: Steht dort sichtbar „Impressum“ oder „Anbieterkennzeichnung“?
- Daten abgleichen: Stimmen Anschrift, Vertretungsberechtigte, E-Mail-Adresse und Registerdaten?
- Verantwortlichkeit klären: Ist bei redaktionellen Inhalten eine konkrete Person mit Name und Anschrift genannt?
- Werbung unterscheiden: Sind bezahlte oder kommerzielle Beiträge zusätzlich korrekt gekennzeichnet?
- Mobilansicht öffnen: Funktioniert der Zugang auch ausgeloggt und auf dem Smartphone?
Nach einem Umzug, einem Wechsel in der Geschäftsführung, einer neuen E-Mail-Adresse oder einer Veränderung der Organisationsstruktur muss das Impressum sofort aktualisiert werden. Für weitere Hinweise zur digitalen Unternehmenskommunikation können Sie den Medienblog für Unternehmen von Küstermann Media GmbH nutzen.
Verankern Sie den Funktionstest in Ihrem Redaktionsprozess. Wer die Bio bei jeder Kampagnenänderung mitprüft, verhindert, dass ein kurzfristiger Linktausch die Anbieterkennzeichnung unauffindbar macht.
creategy GmbH unterstützt Parteien, Fraktionen, Verbände, Kommunen und Kandidatinnen und Kandidaten bei politischer Kommunikation, Kampagnenplanung und der praktischen Umsetzung von Social Media. Wenn Sie Ihr Instagram Profil rechtssicher strukturieren und zugleich strategisch nutzen möchten, besuchen Sie creategy GmbH.

