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Blog 14 Min. Lesezeit20. Oktober 2026

Landtagswahl NRW Kandidaten: Alle Infos zur Übersicht

Landtagswahl NRW Kandidaten: Alle Infos zu Kandidatinnen und Kandidaten nach Wahlkreis und Partei, Nominierungsstatus und biografischen Angaben.

Simon Mai

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Simon Mai

Landtagswahl NRW Kandidaten: Alle Infos zur Übersicht
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Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022 gewann die CDU 76 von 128 Wahlkreisen laut amtlicher Ergebnisübersicht, obwohl ihr landesweiter Zweitstimmenanteil deutlich darunter blieb. Diese Differenz ist der operative Kern jeder Kandidatenrecherche. Persönliche Erststimmenergebnisse, Parteiergebnisse und Listenpositionen beantworten unterschiedliche Fragen und lassen sich nicht ineinander umrechnen.

Wer heute nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Landtagswahl in NRW recherchiert, arbeitet mit zwei Zeitebenen. Die amtlichen Bewerberdaten der Landeswahlleitung NRW zu 2022 liefern die Vergleichsbasis für Wahlkreis gegen Landesliste und Erststimme gegen Zweitstimme. Für 2027 zählt zusätzlich der Prozess: Nominierung, Einreichung der Wahlvorschläge und saubere Zuordnung der Wahlkreisdaten. Aus Beratersicht gilt: Erst die Trennung von Direktmandat, Listenmandat und Stimmenart macht eine Übersicht planbar für Kampagnen, Presse und Monitoring.

Warum diese Übersicht wichtig ist

Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022 wurde über Wahlkreisbewerbungen und Landeslisten parallel entschieden. Das Rennen um die Direktmandate lief in jedem Wahlkreis separat, während die Zusammensetzung des Landtags aus dem landesweiten Parteiergebnis folgte. Für die Planung 2027 liefert 2022 deshalb keine Prognose, sondern eine saubere Vergleichsbasis.

Die Trennung von Erststimme, Zweitstimme und Mandatstyp bleibt der Maßstab für jede Auswertung.

Der Nutzen zeigt sich in der operativen Arbeit. Redaktionen prüfen mit der Übersicht, ob eine genannte Person tatsächlich für einen Wahlkreis nominiert ist oder nur auf einer Liste steht, etwa wenn nach einer Pressekonferenz zwei ähnliche Namen kursieren. Parteiteams vergleichen ihre Wahlkreisleistung mit dem Zweitstimmenergebnis am selben Ort und erkennen, wo Persönlichkeit oder Organisation den Ausschlag gab. Wahlkampfverantwortliche leiten daraus konkrete Ziele ab, zum Beispiel ob ein knapp verlorener Wahlkreis mit stärkerer Präsenz vor Ort oder mit landesweiten Themen zurückgewonnen werden kann.

Eine brauchbare Kandidatenübersicht führt beide Ebenen zusammen, ohne sie zu vermischen. Sie dokumentiert Wahlkreisbewerber gesondert von Listenbewerbern und hält fest, wer in beiden Arenen antrat. Erst diese Trennung macht Kampagnen, Berichterstattung und Monitoring belastbar.

Wahlkreisvorschläge und Landeslisten im Überblick

Ein Wahlkreisvorschlag benennt eine Person, die sich im Wahlkreis um das Direktmandat bewirbt. Parteien nominieren ihre Wahlkreisbewerberinnen und Wahlkreisbewerber auf Kreisverbandsebene. Daneben sind auch Vorschläge von Wählergruppen sowie Einzelbewerberinnen und Einzelbewerbern möglich. Der Landtag NRW erläutert die Wahlorganisation und die Zuständigkeiten.

Die Landesliste ist davon getrennt. Sie enthält die Bewerberinnen und Bewerber, über die eine Partei mit der Zweitstimme gewählt werden kann. Für die amtliche Organisation sind Kreiswahlleitungen für Wahlkreisvorschläge und die Landeswahlleitung für Landeslisten zuständig. Wer Kandidatenangaben recherchiert, sollte daher nicht annehmen, eine bestätigte Person auf einer Parteiseite sei automatisch auch als Wahlkreisvorschlag eingereicht oder amtlich zugelassen.

In jedem der 128 Wahlkreise wird eine Person mit relativer Mehrheit direkt gewählt. Es ist keine absolute Mehrheit erforderlich. Für die Recherche heißt das: Ein Kandidat kann das Direktmandat gewinnen, ohne mehr als die Hälfte der gültigen Erststimmen zu erhalten. Wer die Abgrenzungen der Wahlkreise nachschlägt, sollte auch die genaue Gebietszuordnung beachten. Eine Übersicht der Wahlkreise in Nordrhein-Westfalen hilft, die geografische Ebene der Kandidatur einzuordnen.

Infografik zur Landtagswahl NRW erklärt die Unterscheidung zwischen Wahlkreisvorschlägen und Landeslisten bei der Stimmenabgabe.

Für eine aktuelle Kandidatenübersicht sollten Sie deshalb zwei Status getrennt führen: den Stand der parteiinternen Nominierung und den Stand des amtlichen Wahlvorschlags. Erst diese Unterscheidung macht erkennbar, ob eine Person lediglich angekündigt oder bereits formal eingereicht ist.

Direktmandate 2022 nach Parteien

Bei der Wahl 2022 verteilten sich die Direktmandate deutlich ungleich: Die CDU gewann 76 Wahlkreise, die SPD 45 und Bündnis 90/Die Grünen 7. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf erfolgreiche Wahlkreisbewerberinnen und Wahlkreisbewerber. Sie sind nicht mit der späteren Sitzverteilung im gesamten Landtag gleichzusetzen, denn zusätzliche Sitze werden über Landeslisten vergeben. Die amtliche Ergebnisübersicht für NRW führt die Wahlkreise einzeln auf.

Grafik zur Verteilung der 100 Direktmandate nach Parteien bei der Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2022.

Für die Auswertung gilt: Direktmandate, Zweitstimmenanteil und Gesamtzahl der Sitze sind unterschiedliche Kennzahlen. Jede beantwortet eine andere Frage. Die Direktmandate zeigen, welche Personen in Wahlkreisen erfolgreich waren. Das Zweitstimmenergebnis zeigt die Unterstützung für Parteien. Die Gesamtzahl der Sitze bildet das Kräfteverhältnis im Parlament ab.

Praktische Regel: Übernehmen Sie Wahlkreisnamen in der amtlichen Schreibweise. Bei zusammengesetzten Bezeichnungen wie „Rhein-Sieg-Kreis III – Euskirchen III“ verhindert die genaue Benennung, dass Kandidatinnen und Kandidaten einem falschen Gebiet zugeordnet werden.

Auch beim Vergleich mit früheren Wahlen sollten Sie zuerst klären, ob Sie Kandidaten- oder Parteiergebnisse vergleichen. Für eine vertiefte Einordnung hilft die Erklärung zum Direktmandat bei der Landtagswahl. Die ausgewiesenen Wahlkreiserfolge sind ein wichtiger Teil der Kandidatenanalyse, aber sie ersetzen weder die Betrachtung der Zweitstimmen noch die Auswertung der Landeslisten.

Die wichtigsten Datenfelder einer Kandidatenübersicht

Eine Kandidatenliste wird erst dann zu einem Arbeitsinstrument, wenn sie für jede Person dieselben Angaben erfasst. Für die Planung zur Landtagswahl 2027 sollte ein Datensatz mindestens Wahlkreisnummer, Gebietsabgrenzung, Nominierungsstatus, Einreichungsstatus, Erststimmenziel und relevante Vergleichswerte früherer Wahlen enthalten. Die Wahlkreisnummer ermöglicht eine eindeutige Zuordnung; die Gebietsabgrenzung zeigt, welche Orte tatsächlich dazugehören.

DatenfeldZweckQuelle
Wahlkreisnummer und GebietsabgrenzungPerson und Gebiet eindeutig zuordnenAmtliche Wahlkreisunterlagen
NominierungsstatusFesthalten, ob die Partei ihre Kandidatur beschlossen hatKreisverband und Parteiveröffentlichungen
EinreichungsstatusAbbilden, ob der Wahlvorschlag formal eingereicht wurdeZuständige Kreiswahlleitung
ErststimmenzielKampagnenziel und lokale Priorität dokumentierenInterne Kampagnenplanung
Vergleichswerte früherer WahlenAusgangslage und Wettbewerb einordnenAmtliche Wahlergebnisse

Nominierungsstatus und Einreichungsstatus gehören in getrennte Spalten. Eine Partei kann eine Person intern bestimmt haben, während der formale Wahlvorschlag noch nicht eingereicht oder bestätigt ist. Wer beide Vorgänge unter einem einzigen Feld wie „Kandidatur steht“ zusammenfasst, verliert eine wichtige operative Unterscheidung.

Auch das Erststimmenziel sollte nicht einfach aus einem früheren Zweitstimmenergebnis abgeleitet werden. Ein konkretes Ziel muss zur Person, zum Gebiet und zum Wettbewerb passen. Vergleichswerte aus früheren Wahlen helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine Prüfung, ob die Gebietsabgrenzung oder die Kandidatenkonstellation vergleichbar ist.

Für die spätere Arbeit vor Ort ist eine vollständige Datenbasis nur ein Teil der Vorbereitung. Der Kompaktkurs „Haustürwahlkampf richtig umsetzen“ behandelt Gesprächseinstiege, den Umgang mit Ablehnung und die strukturierte Erfassung von Rückmeldungen. So wird aus der Recherche nicht bloß eine Liste, sondern eine Grundlage für konkrete Gespräche im Wahlkreis.

Biografische Angaben und berufliche Profile

Amtliche Kandidatendaten enthalten nicht nur Parteizugehörigkeit und Listen- oder Wahlkreisposition. Sie weisen auch Berufe und Wohnorte aus. In den veröffentlichten Landeslisten finden sich beispielsweise Geschäftsführerin, Mitglied des Landtages, Biolandwirt, Sonderpädagogin, Regierungsrätin, Student der Raumplanung, Ernährungswissenschaftlerin, Grafikdesignerin und Marketing Associate. Die amtlichen Daten zu den Landeslistenbewerberinnen und -bewerbern dokumentieren damit berufliche Erfahrungen und regionale Bezüge.

Diese Angaben können helfen, Profile zu verstehen, sollten aber nicht als automatische Erklärung eines Wahlerfolgs behandelt werden. Eine Berufsbezeichnung belegt weder die Qualität einer Kandidatur noch die Unterstützung im Wahlkreis. Sie eröffnet vielmehr eine präzise Anschlussfrage: Welche Erfahrungen bringt eine Person mit, und wie macht sie diese für politische Themen und die eigene Kommunikation relevant?

Auch der Wohnort ist für die Einordnung nützlich. Er kann regionale Nähe sichtbar machen, sagt für sich genommen aber nicht aus, wie bekannt eine Kandidatin oder ein Kandidat im Wahlkreis ist. Für eine belastbare Analyse gehören biografische Angaben deshalb neben das Wahlergebnis, nicht an dessen Stelle.

Die Grünen-Landesliste umfasste unter den gewählten Bewerberinnen und Bewerbern unter anderem Mona Neubaur, Josefine Paul, Verena Schäffer, Wibke Brems, Mehrdad Mostofizadeh, Julia Höller und Tim Achtermeyer. Das Beispiel verdeutlicht, warum Listenpositionen und persönliche Profile gemeinsam betrachtet werden sollten. Für die politische Kommunikation bestehen zwei unterschiedliche Arenen: die persönliche Kandidatur im Wahlkreis und die Unterstützung für eine Partei über deren Landesliste. Berufliche Glaubwürdigkeit kann in beiden Kontexten eine Rolle spielen, muss aber jeweils mit Themen, regionaler Sichtbarkeit und konkretem Engagement verbunden werden.

Erststimme und Zweitstimme richtig verstehen

Die Erststimme entscheidet über das Direktmandat im Wahlkreis. Mit der Zweitstimme wählen die Bürgerinnen und Bürger eine Partei über deren Landesliste. Diese Unterscheidung ist entscheidend, wenn Sie die Leistung einer Kandidatin oder eines Kandidaten mit dem Ergebnis der eigenen Partei vergleichen.

Eine Infografik zur Erklärung der Erst- und Zweitstimme bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit Stimmzettelbeispielen.

Der Wahlkreis Rhein-Erft-Kreis I zeigt den Unterschied konkret. Romina Plonsker von der CDU gewann 2022 mit 44,6 Prozent der gültigen Erststimmen. Sie erhielt 30.282 Erststimmen. Die SPD kam dort auf 18.184 Stimmen beziehungsweise 26,8 Prozent. Bei den Zweitstimmen erreichte die CDU im selben Wahlkreis 40,4 Prozent, die SPD 25,4 Prozent und die FDP 6,1 Prozent. Die amtlichen Einzelergebnisse für Rhein-Erft-Kreis I zeigen damit, warum sich persönliche Kandidatenwerte und Parteiergebnisse nicht gleichsetzen lassen.

Für die Bewertung einer Kandidatur sollten Sie deshalb mindestens drei Dinge nebeneinanderstellen: den Erststimmenanteil der eigenen Person, das Zweitstimmenergebnis der Partei und das Ergebnis der wichtigsten Konkurrenz. Daraus lässt sich erkennen, ob die Kandidatin oder der Kandidat im Wahlkreis besser oder schlechter abschnitt als die eigene Partei. Diese Differenz ist aussagekräftiger als ein Blick auf nur eine Stimmensorte.

Das Parteiergebnis beschreibt die Unterstützung für eine Partei. Das persönliche Erststimmenergebnis beschreibt den Wettbewerb zwischen konkreten Personen im Wahlkreis.

Wer tiefer in die Bedeutung der Personenstimme einsteigen will, findet eine ergänzende Einordnung zur Erststimme bei der Landtagswahl. Für die Kandidatenrecherche gilt: Erst- und Zweitstimmen getrennt erfassen, anschließend im selben Wahlkreis vergleichen.

Repräsentation und innerparteilicher Wettbewerb

Kandidatenübersichten zeigen häufig, wer an der Spitze einer Partei steht. Weniger sichtbar bleibt, wie die Listen zusammengesetzt wurden und welche Personen bei der Aufstellung um aussichtsreiche Plätze konkurrierten. Dabei beginnt politische Repräsentation nicht erst am Wahltag. Sie hängt auch davon ab, wer kandidiert, welche Regionen und gesellschaftlichen Gruppen vertreten sind und nach welchen Kriterien Delegierte auswählen.

Bei Kommunalwahlen lag der Frauenanteil zuletzt bei 35,2 Prozent in den Räten kreisfreier Städte und bei 32,3 Prozent in den Kreistagen. Diese Werte sind keine direkte Prognose für die Landtagswahl, sie verweisen aber auf eine strukturelle Lücke bei der politischen Repräsentation in Nordrhein-Westfalen. Zugleich wurden bei der jüngsten Aufstellung der Linken für die ersten 16 Listenplätze rund 80 Kandidaturen angekündigt. Die Unterlage des Landtags NRW zur Repräsentation und Kandidatenaufstellung macht damit sowohl die Repräsentationsfrage als auch den Wettbewerb um aussichtsreiche Plätze relevant.

Welche Kriterien bei der Auswahl zählen, lässt sich nicht allein aus der fertigen Liste ablesen. Regionale Verankerung, Beruf, kommunalpolitische Erfahrung, Geschlecht, fachpolitisches Profil und Medienbekanntheit können in innerparteilichen Entscheidungen eine Rolle spielen. Eine systematische Übersicht sollte daher nicht nur die gewählte Person festhalten, sondern auch sichtbar machen, wer kandidierte und welche Regionen oder Gruppen in der Liste vertreten sind.

Das ist mehr als eine biografische Ergänzung. Wer Listen als Ergebnis demokratischer Auswahlprozesse betrachtet, kann Veränderungen zwischen Wahlen nachvollziehbar machen. Die Frage, wer eine Partei im Wahlkampf vertritt, beginnt bei der Auswahl innerhalb der Partei. Eine Einordnung zur Rolle des Direktkandidaten ergänzt diese Perspektive um die Person, die im Wahlkreis antritt.

So recherchieren Sie aktuelle Kandidatenlisten

Eine belastbare Kandidatenübersicht entsteht schrittweise. Beginnen Sie mit den amtlichen Wahlkreis- und Ergebnisdaten, nicht mit zusammenkopierten Namen aus einzelnen Meldungen. Die amtlichen Datensätze nennen für Direktmandate Wahlkreis, Partei, Name, Beruf und Wohnort. Diese Angaben bilden den Ausgangspunkt, den Sie anschließend um den aktuellen Verfahrensstand ergänzen.

  1. Wahlkreis eindeutig festlegen. Erfassen Sie die Nummer und die vollständige amtliche Gebietsbezeichnung. Das verhindert Verwechslungen bei zusammengesetzten Wahlkreisen.
  2. Bewerberinnen und Bewerber erfassen. Halten Sie Name, Partei, Beruf und Wohnort getrennt fest. Unterscheiden Sie Wahlkreisvorschlag und Listenplatz.
  3. Nominierung und Einreichung prüfen. Markieren Sie, ob eine Person parteiintern nominiert wurde und ob ein Wahlvorschlag amtlich eingereicht ist. Nutzen Sie dafür die zuständigen Stellen und die Veröffentlichungen der Parteien.
  4. Vergleichswerte ergänzen. Tragen Sie frühere Erst- und Zweitstimmenergebnisse separat ein. Prüfen Sie vor dem Vergleich, ob Wahlkreis und Gebietsabgrenzung übereinstimmen.
  5. Änderungen dokumentieren. Notieren Sie, wann ein Eintrag geprüft wurde und welche Quelle den Status belegt. So können Teams offene Angaben gezielt nachverfolgen.

Bei zusammengesetzten Gebieten ist die amtliche Bezeichnung besonders wichtig. Im Wahlkreis „Rhein-Sieg-Kreis III – Euskirchen III“ gewann Oliver Krauß von der CDU 2022 mit 41,0 Prozent beziehungsweise 25.560 gültigen Erststimmen. Der SPD-Kandidat erhielt 23,2 Prozent beziehungsweise 14.477 Stimmen; der Abstand betrug 17,8 Prozentpunkte. Bei den Zweitstimmen lag die CDU dort bei 40,5 Prozent und die SPD bei 20,3 Prozent. Die amtlichen Einzelergebnisse für diesen Wahlkreis zeigen, welche Angaben eine saubere Kandidatenanalyse tragen: Person, Partei, Stimmenzahl, Stimmenanteil und Ergebnis der Konkurrenz.

Quellen für amtliche Wahldaten

Für Wahldaten sind amtliche Veröffentlichungen der richtige Ausgangspunkt, weil sie Ergebnisse und Kandidaturen systematisch nach Wahlkreis oder Landesliste ordnen. Die Ergebnisübersicht eignet sich besonders dafür, gewonnene Direktmandate und einzelne Wahlkreisergebnisse zu prüfen. Bewerberdatensätze helfen dagegen, Kandidatinnen und Kandidaten mit Partei, Beruf und Wohnort zu erfassen.

Die Wahlorganisation des Landtags NRW beantwortet eine andere Art von Frage: Sie erläutert, welche Stellen für Wahlkreisvorschläge und Landeslisten zuständig sind und wie die Einreichung organisiert ist. Wer klären will, ob eine Person nominiert, eingereicht oder amtlich geführt wird, sollte diese Verfahrensebene getrennt von den historischen Ergebnisdaten prüfen.

Parteiveröffentlichungen können ergänzen, was amtliche Listen nicht abbilden, etwa eine interne Nominierungsentscheidung oder eine geplante Kandidatur. Sie ersetzen aber nicht die amtliche Prüfung des Einreichungsstatus. Eine Parteimeldung und ein amtlich bestätigter Wahlvorschlag sind unterschiedliche Informationsstände.

Auch Wahlergebnisse haben Grenzen: Sie dokumentieren, was bei einer vergangenen Wahl geschehen ist, nicht was bei der nächsten Wahl eintreten wird. Beruf, Wohnort und Parteizugehörigkeit beschreiben Kandidaturen, erklären jedoch nicht automatisch deren Erfolg. Für eine seriöse Recherche sollten deshalb immer Quelle, Datum der Prüfung und Status der Angabe festgehalten werden. So bleibt nachvollziehbar, welche Informationen amtlich belegt und welche ergänzend aus Parteiveröffentlichungen übernommen wurden.

Kandidatenübersicht für die Kampagnenplanung nutzen

Eine gute Kandidatenübersicht verbindet lokale Wettbewerbsfähigkeit mit der Strategie der Landesliste. Für die operative Planung sollte jedes Profil deshalb mindestens zwei Ebenen abbilden: den Wettbewerb um das Direktmandat im Wahlkreis und die Position der Person auf der Landesliste. Wer beides in einer einzigen Erfolgskennzahl zusammenfasst, verliert den Unterschied zwischen persönlicher Kandidatur und Parteiergebnis.

Besonders aufschlussreich ist der Abstand zwischen Erststimmenergebnis und Zweitstimmenergebnis. Er zeigt, ob eine Kandidatin oder ein Kandidat im Wahlkreis stärker oder schwächer abschnitt als die eigene Partei. Die Kennzahl erklärt nicht allein, warum ein Ergebnis zustande kam. Sie hilft aber, die Ausgangslage zu beschreiben und die Fragen für die weitere Analyse zu bestimmen: Welche Themen wurden vor Ort gesetzt? Wie sichtbar war die Person? Welche Konkurrenz trat an?

Aus dieser Analyse folgt eine praktische Priorität. Erfassen Sie zunächst die Daten verlässlich, legen Sie anschließend ein realistisches Erststimmenziel fest und verbinden Sie es mit konkreten Aufgaben im Wahlkreis. Eine Übersicht kann außerdem dabei helfen, Ressourcen und Zuständigkeiten zu ordnen. Informationen zu Kosten im Wahlkampf lassen sich dabei als eigener Planungsbaustein heranziehen, statt sie mit Wahlergebnissen zu vermengen.

Für Kampagnenteams ist die Übersicht kein Ersatz für Gespräche, Präsenz oder politische Inhalte. Sie macht aber sichtbar, wer kandidiert, in welchem Gebiet die Person antritt und welche Vergleichswerte die Planung stützen. Nutzen Sie die Daten als laufendes Arbeitsdokument: Aktualisieren Sie Statusangaben, halten Sie Quellen fest und prüfen Sie Kennzahlen getrennt. So entsteht eine Grundlage, auf der Kandidatinnen und Kandidaten und ihre Teams fundierte Entscheidungen treffen können.

Häufige Fragen zur Kandidatenübersicht

Wann sind Kandidatenlisten aktuell?

Eine Liste ist nur so aktuell wie ihre letzte Prüfung. Unterscheiden Sie zwischen einer angekündigten Kandidatur, einer parteiinternen Nominierung und einem amtlich eingereichten Wahlvorschlag. Erfassen Sie deshalb den Prüfstand und die dazugehörige Quelle, statt einen Namen ohne Statusangabe als endgültig zu führen.

Worin unterscheiden sich Wahlkreisbewerber und Listenkandidaten?

Wahlkreisbewerberinnen und Wahlkreisbewerber treten mit der Erststimme im jeweiligen Wahlkreis an. Listenkandidatinnen und Listenkandidaten stehen auf der Landesliste einer Partei, die mit der Zweitstimme gewählt wird. Eine Person kann in beiden Zusammenhängen auftreten; die Einträge sollten trotzdem getrennt bleiben.

Bedeutet ein gewonnenes Direktmandat automatisch viele Sitze für die Partei?

Nein. Ein Direktmandat beschreibt den Erfolg einer Person in einem Wahlkreis. Die Gesamtzahl der Sitze im Landtag ist eine andere Kennzahl und berücksichtigt auch Sitze, die über Landeslisten vergeben werden. Vergleichen Sie die Werte deshalb nicht, als bezeichneten sie dasselbe Ergebnis.

Warum reichen Parteiseiten für die Recherche nicht aus?

Parteiseiten können über interne Aufstellungen und angekündigte Kandidaturen informieren. Für den formalen Stand eines Wahlvorschlags ist die amtliche Wahlorganisation maßgeblich. Eine zuverlässige Übersicht kann beides nutzen, muss die Herkunft der Angaben aber erkennbar lassen.

Welche Angaben sollte ein Team zuerst prüfen?

Beginnen Sie mit der Wahlkreiszuordnung, dem vollständigen Namen, der Partei und dem Status der Kandidatur. Ergänzen Sie danach Erst- und Zweitstimmen aus früheren Wahlen sowie biografische Angaben, sofern sie amtlich ausgewiesen sind. Diese Reihenfolge hilft, falsche Zuordnungen früh zu vermeiden und die Ergebnisse später sinnvoll einzuordnen.

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Simon Mai

Über die Autorin / den Autor

Simon Mai

Simon Mai ist Geschäftsführer der Spezialagentur creategy. Zuvor war er im Bundestag und EU-Parlament tätig. Er hat bereits über 200 Wahlkämpfe begleitet.

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