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- 1. Mentoring Social Media im Wahlkampf
- Das konkrete Problem
- Der passende Einstieg
- 2. Videokurs Social Media für Politikerinnen und Politiker
- Was Sie praktisch lernen
- Der passende Einstieg
- 3. Mentoring Social Media im Amt
- Wenn Zeit knapp ist
- Die Grenze zwischen Mandat und Öffentlichkeit
- 4. Mentoring Social Media für Fraktionen und Teams
- Vom Einzelkämpfer zum Arbeitsablauf
- Was das Team selbst übernimmt
- 5. Videokurs Social Media für Gemeinden
- Verwaltung braucht einen anderen Maßstab
- Ein Kurs für den Verwaltungsalltag
- Kurzvergleich: 5 Social‑Media‑Angebote für Politik & Verwaltung
- Kanal wählen, Team einplanen, dranbleiben
Ein Wahlkampftag endet oft mit einem Beitrag, den nur die eigene Blase sieht. Der Überblick zu alle Social Media Plattformen beginnt deshalb bei der Frage, wen Sie im Wahlkreis überhaupt erreichen müssen, und erst danach bei Kanal und Format. In Deutschland nutzten 2025 63 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren soziale Netzwerke mindestens einmal pro Woche, rund 44 Millionen Menschen. Die tägliche Reichweite lag bei 35 Prozent. Grundlage ist die repräsentative ARD/ZDF-Medienstudie 2025, für die 2.512 Personen befragt wurden. Die Einträge zeigen, für welche politische Rolle ein Angebot passt, welcher Einstieg realistisch ist und wo der Aufwand die Wirkung übersteigt.
1. Mentoring Social Media im Wahlkampf
Kandidierende haben selten ein reines Social-Media-Problem. Sie haben ein Priorisierungsproblem. Zwischen Haustürgesprächen, Presseanfragen und beruflichen Verpflichtungen entstehen Beiträge oft spontan. Sie erreichen dann vor allem Parteifreunde, bekannte Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Menschen, die Ihre Position ohnehin teilen.
Social Media entscheidet einen Wahlkampf selten allein. Es entscheidet aber, wen Sie überhaupt erreichen. Wer ausschließlich über Plakate, Pressearbeit und persönliche Gespräche sichtbar wird, bleibt stärker auf die bereits politisch aktiven und ohnehin mobilisierten Menschen angewiesen. Instagram, Facebook und TikTok eröffnen zusätzliche Kontaktmöglichkeiten zu Personen, die noch keine feste Entscheidung getroffen haben.
Das Mentoring Social Media im Wahlkampf richtet sich an Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten sowie an Direktkandidierende für Landtag und Bundestag. Es passt besonders dann, wenn Sie Ihren Kanal selbst führen und neben Beruf, Familie und Terminen im Wahlkreis eine umsetzbare Routine brauchen.

Das konkrete Problem
Viele Selbstlernangebote erklären, wie Sie ein Reel schneiden oder eine Grafik gestalten. Sie prüfen aber nicht Ihren bestehenden Kanal und fragen nicht nach, wenn nach zwei Wochen wieder nichts erscheint. Das eigentliche Hindernis liegt meistens früher. Bevor Sie über ein Format nachdenken, müssen Sie klären, welche Gruppe im Wahlkreis für Ihren Wahlausgang relevant ist und welche Themen diese Menschen beschäftigen.
Im Mentoring arbeiten Sie deshalb an Ihrem tatsächlichen Konto. Zuerst wird analysiert, was Sie bisher veröffentlicht haben. Danach werden Zielgruppe, Themen und Plattformwahl geordnet. Daraus entsteht ein Redaktionsplan, der bis zum Wahltag reicht und sich mit Ihrem übrigen Wahlkampf verbinden lässt.
Praktische Regel: Beherrschen Sie ein Format zuverlässig, statt fünf Formate halbherzig zu testen.
Der passende Einstieg
Der Einstieg ist kein allgemeiner Kursplan, sondern eine gemeinsame Betrachtung Ihrer Beiträge. Sie erkennen, welche Inhalte nur Zustimmung aus dem eigenen Umfeld erzeugen und welche Themen eine breitere lokale Relevanz haben. Anschließend wird ein Format ausgewählt, das Sie neben Ihren Terminen regelmäßig produzieren können.
Werkstatttermine im Abstand von alle zwei bis drei Wochen sorgen dafür, dass zwischen den Sitzungen tatsächlich neue Beiträge entstehen. Sie erhalten Rückmeldung zu veröffentlichten Inhalten und können die redaktionelle Linie nachschärfen. Ein kleines Werbebudget lässt sich dabei realistisch einordnen. Sie sehen also nicht nur, was möglich klingt, sondern auch, welche Erwartungen an bezahlte Reichweite unvernünftig sind.
Die Grenze liegt dort, wo Sie eine vollständige Agenturproduktion erwarten. Das Mentoring befähigt Sie, Ihren Kanal selbst zu führen. Wenn niemand aus dem Wahlkampfteam Zeit für Aufnahmen, Freigaben und Antworten einplant, wird auch ein guter Redaktionsplan nicht dauerhaft funktionieren. Eine vertiefende Einordnung zur Social-Media-Strategie im Wahlkampf hilft bei der Verzahnung mit Haustürwahlkampf, Pressearbeit und Veranstaltungen.
2. Videokurs Social Media für Politikerinnen und Politiker
Amtsträgerinnen und Amtsträger stehen vor einem anderen Problem als Kandidierende. Sie müssen politische Arbeit sichtbar machen, ohne jede Veröffentlichung wie Wahlwerbung wirken zu lassen. Gleichzeitig bleibt zwischen Sitzungen, Terminen und Bürgergesprächen wenig Zeit, sich die Grundlagen nebenbei anzueignen.
Ein allgemeiner Marketingkurs greift hier oft zu kurz. Unternehmen erklären Produkte, politische Personen erklären Entscheidungen, vertreten Positionen und müssen mit persönlicher Kritik umgehen. Sie brauchen Nähe, ohne beliebig zu werden, und Klarheit, ohne jedes Thema auf einen Slogan zu reduzieren.
Der Videokurs Social Media für Politikerinnen und Politiker ist für Amtsträgerinnen und Amtsträger, Kandidatinnen und Kandidaten, Ratsmitglieder sowie politisch aktive Personen gedacht. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Was Sie praktisch lernen
Der Kurs verbindet Strategie und Handwerk. Sie klären, welche zwei Plattformen für Ihre Rolle tatsächlich sinnvoll sind und welche Kanäle Sie begründet ignorieren können. Danach geht es um Seiteneinrichtung, Sichtbarkeit, Videoaufnahmen und Grafiken.
Für die tägliche Umsetzung sind einfache Werkzeuge oft ausreichend. Entscheidend ist weniger die technische Ausstattung als die Fähigkeit, eine Botschaft verständlich zu strukturieren. Ein kurzer Beitrag braucht einen klaren Einstieg, einen konkreten politischen Punkt und eine erkennbare Handlungsaufforderung. Eine Grafik darf nicht versuchen, eine komplette Vorlage zu ersetzen.
Sie lernen außerdem, wie Sie einschätzen, ob TikTok zu Ihrer politischen Aufgabe und Ihrer persönlichen Kommunikationsweise passt. Die Plattformwahl sollte dabei nicht nach öffentlichem Druck erfolgen. In Deutschland nutzten 2025 40 Prozent der Bevölkerung Instagram wöchentlich, Facebook kam auf 31 Prozent und TikTok auf 20 Prozent. Die Werte stammen aus der ARD/ZDF-Medienstudie 2025. Reichweite sagt jedoch nichts automatisch über Vertrauen oder Überzeugung aus.
Der passende Einstieg
Sie starten mit Positionierung, Zielgruppe und den Themen, für die Sie stehen wollen. Danach richten Sie Ihre Kanäle ein und entwickeln einen Plan, der über einzelne Sitzungen hinaus trägt. Die Lektionen sind voraufgezeichnet und zeitlich unbegrenzt verfügbar. Sie können anhalten, zurückspulen und später gezielt nachschlagen. Ihr Fortschritt wird gespeichert.
Das funktioniert besonders gut, wenn Sie selbstständig arbeiten und sich feste Lernzeiten schaffen. Der Kurs wartet nicht auf Ihre nächste konkrete Veröffentlichung und kommentiert nicht automatisch, warum ein Beitrag auf Ihrem Konto nicht funktioniert.
Ein Videokurs vermittelt das Handwerk. Die politische Entscheidung, was Sie öffentlich sagen und wofür Sie verantwortlich zeichnen, bleibt bei Ihnen.
Die Grenze liegt deshalb in der fehlenden individuellen Begleitung. Wenn Ihr bestehender Kanal festgefahren ist, ein sensibles Amtsverhältnis besteht oder Ihr Team unterschiedliche Freigabewege braucht, reicht Selbstlernen möglicherweise nicht. Eine ergänzende Einordnung zu Social Media in der Politik unterstützt die Übertragung auf Ihren konkreten Alltag.
3. Mentoring Social Media im Amt
Im Gemeinderat kann eine Sitzung öffentlich sein und trotzdem kaum jemanden erreichen. Bürgerinnen und Bürger sehen den Tagesordnungspunkt, aber sie wissen nicht unbedingt, wofür Sie dort stehen oder welche Entscheidung Sie mitgetragen haben. Für ehrenamtliche Mandatsträgerinnen und Mandatsträger ist deshalb Regelmäßigkeit wichtiger als ein großer Auftritt.
Das Mentoring Social Media im Amt passt zu Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, Ehrenamtlichen und Personen, die auf einer Liste zur Kommunalwahl antreten. Es ist bewusst schmal angelegt. Sie wählen ein Format, das in Ihren Alltag passt, und bauen damit eine verlässliche Gewohnheit auf.
Wenn Zeit knapp ist
Das typische Muster lautet: Nach einer Sitzung erscheint ein langer Text, anschließend bleibt der Kanal mehrere Wochen ruhig. Für Sie entsteht dadurch zusätzlicher Druck. Für die Menschen, die Ihnen folgen könnten, entsteht keine erkennbare Erwartung, wann und warum sie wiederkommen sollen.
Ein Format mit klarer Struktur senkt diese Hürde. Sie können aus einer Sitzung einen konkreten Beschluss, eine offene Frage oder einen lokalen Konflikt herausgreifen. Die Veröffentlichung muss nicht jede Einzelheit dokumentieren. Sie soll verständlich machen, worum es ging, welche Position Sie vertreten und was als Nächstes geschieht.
Das Mentoring hilft Ihnen dabei, Inhalte in ungefähr zwanzig Minuten pro Beitrag vorzubereiten. Außerdem entsteht ein Redaktionsplan für zwei Beiträge pro Woche. Diese Angaben stammen aus der Produktbeschreibung des Angebots auf der Mentoring-Seite für kommunale Mandatsträger. Sie sind als Arbeitsrahmen gedacht, nicht als automatische Erfolgsgarantie.
Die Grenze zwischen Mandat und Öffentlichkeit
Viele Ehrenamtliche veröffentlichen aus Unsicherheit gar nichts. Sie wissen nicht, welche Informationen aus einer nichtöffentlichen Beratung stammen, wie sie mit Verwaltungsinformationen umgehen sollen oder wann eine persönliche Bewertung unangebracht ist. Ein klarer Prüfweg hilft: Was ist öffentlich? Was ist Ihre eigene politische Einordnung? Welche Aussage lässt sich belegen?
Das Mentoring besteht aus drei Terminen über sechs Wochen und Material für die Zwischenzeit. Die begrenzte Struktur passt zu einem Ehrenamt neben Beruf und Familie. Sie erhalten keine Vollproduktion für jede Sitzung, sondern ein Verfahren, das Sie selbst bedienen.
Öffentlichkeit braucht keine Dauerbeschallung. Sie braucht einen Rhythmus, den Sie auch in arbeitsreichen Monaten einhalten.
Sind Sie hauptamtlich Bürgermeisterin, Bürgermeister oder Abgeordnete beziehungsweise Abgeordneter, reicht der ehrenamtliche Zuschnitt möglicherweise nicht. Dann müssen zusätzlich die Trennung von Amt und Person, das Zusammenspiel mit der Verwaltung und die Grenze zwischen Amtsinformation und Wahlwerbung geklärt werden. Für Risiken wie Angriffe, Desinformation und unbedachte Veröffentlichungen bietet die Einordnung zu Social-Media-Gefahren einen passenden Ausgangspunkt.
4. Mentoring Social Media für Fraktionen und Teams
In vielen Fraktionen hängt Social Media an einer einzigen Person. Sie sammelt Themen, filmt, schneidet, schreibt Texte und veröffentlicht. Fällt sie aus, pausiert der Kanal. Eine Agentur kann diesen Engpass gegen laufende Beauftragung abnehmen, sie löst aber nicht automatisch das Problem, dass im Team keine eigene Routine entsteht.
Das Mentoring Social Media für Fraktionen richtet sich an Fraktionen in Stadt- und Kreistagen, Landtagsfraktionen, Geschäftsstellen von Verbänden und Teams, die gemeinsam veröffentlichen. Einzelpersonen brauchen in der Regel ein persönlicheres Format.
Vom Einzelkämpfer zum Arbeitsablauf
Der Kern ist ein halber Tag vor Ort. Ihr Team arbeitet mit der vorhandenen Technik, in den eigenen Räumen und an eigenen Themen. Dabei wird nicht nur über Videoformate gesprochen. Die Beteiligten entwickeln einen Ablauf von der Idee über die Aufnahme bis zum fertigen Beitrag.
Das ist wichtig, weil politische Teams selten an Themenmangel leiden. Sie scheitern eher daran, dass jede Aufnahme neu erfunden wird. Ohne feste Rollen dauert die Abstimmung zu lange. Ohne klare Gestaltung wird vor jedem Beitrag über Farben, Untertitel und Bildsprache diskutiert.
Die ersten Termine legen Strategie und Format fest. Der Praxistag bringt das Verfahren in den Arbeitsalltag. Danach folgen digitale Werkstätten, in denen die ersten selbst produzierten Videos geprüft werden. So sehen Sie, ob der Ablauf tatsächlich funktioniert, wenn nicht mehr alle Beteiligten im Schulungsraum sitzen.
Was das Team selbst übernimmt
Ein brauchbarer Prozess klärt vier Verantwortlichkeiten:
- Themenauswahl: Eine Person sammelt Vorlagen, Sitzungsinhalte und aktuelle Fragen.
- Aufnahme: Ein Mitglied übernimmt Kamera, Licht und Ton, eine zweite Person konzentriert sich auf die sprechende Person.
- Freigabe: Das Team legt fest, wer Fakten, rechtliche Fragen und politische Aussagen prüft.
- Veröffentlichung: Eine zuständige Person lädt den Beitrag hoch, moderiert Kommentare und dokumentiert Rückmeldungen.
Das Mentoring umfasst sechs Termine, davon fünf digital und einen halben Tag vor Ort. Diese Angaben sind in der Beschreibung des Team-Mentorings genannt. Die Form ist für Teams sinnvoll, die nach der Begleitung selbst weiterarbeiten wollen.
Die Grenze liegt bei fehlender interner Zuständigkeit. Ein Workshop erzeugt keine Kontinuität, wenn niemand für Freigaben erreichbar ist oder politische Sprecherinnen und Sprecher nicht rechtzeitig liefern. Auch ein einheitliches Branding ersetzt keine relevante Aussage. Hinweise zur politischen Social-Media-Marke helfen bei der Gestaltung, lösen aber nicht die Abstimmung im Team.
5. Videokurs Social Media für Gemeinden
Kommunalverwaltungen betreuen Social Media häufig zusätzlich zu Pressearbeit, Website, Bürgertelefon und interner Kommunikation. Die zuständige Mitarbeiterin oder der zuständige Mitarbeiter hat die Aufgabe nicht immer gelernt. Gleichzeitig gelten andere Anforderungen als in der Unternehmenskommunikation: Neutralität, Datenschutz und nachvollziehbare Antworten auf Bürgerfragen gehören zum Alltag.
Der Videokurs Social Media für Gemeinden richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Gemeinden, Städten und Landkreisen. Er eignet sich auch für Personen, die einen kommunalen Kanal neu aufbauen und noch keine belastbare Struktur haben.
Verwaltung braucht einen anderen Maßstab
Eine Verwaltung muss nicht möglichst persönlich wirken. Sie muss verständlich, verlässlich und erreichbar kommunizieren. Ein Beitrag zu einer Baustelle, einer Satzungsänderung oder einer Veranstaltung sollte deshalb nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen. Er muss erklären, was gilt, wen es betrifft und wo Bürgerinnen und Bürger weitere Informationen erhalten.
Für Gemeinden zählt außerdem die Kanalarchitektur. Nicht jede Plattform passt zur vorhandenen Zielgruppe oder zum verfügbaren Personal. In Deutschland nutzten 2025 rund 63 Prozent der Menschen ab 14 Jahren soziale Netzwerke mindestens wöchentlich, während die tägliche Reichweite 35 Prozent betrug. Diese Werte nennt die Media Perspektiven-Auswertung der ARD/ZDF-Medienstudie. Sie zeigen die allgemeine Nutzung, nicht automatisch die Eignung eines Kanals für Ihre Gemeinde.
Ein Kurs für den Verwaltungsalltag
Der Kurs umfasst rund 130 Minuten Videomaterial in sechs Kapiteln und ist zeitlich unbegrenzt verfügbar. Diese Angaben stehen in der Produktbeschreibung zur Gemeindekommunikation. Sie können die Inhalte in Ihren Dienstplan einpassen, unterbrechen und später wieder aufnehmen.
Behandelt werden Strategie, erreichbare Ziele, Redaktionsplanung, Bildmaterial, verständliche Texte und Gestaltung ohne eigene Grafikabteilung. Ebenso wichtig ist der Umgang mit kritischen Bürgerfragen. Eine Verwaltung sollte nicht jede Kritik löschen oder jede Diskussion endlos führen. Sie braucht Regeln für Zuständigkeit, Ton, Datenschutz und Eskalation.
Für kommunale Kanäle gilt: Eine schnelle Antwort ist nur dann hilfreich, wenn sie sachlich geprüft und der richtige Absender erkennbar ist.
Die Grenze des Videokurses liegt bei Fällen, die eine individuelle Organisationsentscheidung verlangen. Wenn mehrere Ämter freigeben müssen, politische Neutralität besonders sensibel ist oder ein Krisenfall bevorsteht, reicht ein allgemeines Lernangebot nicht aus. Dann brauchen Sie zusätzlich klare Zuständigkeiten, eine dokumentierte Freigabekette und einen Moderationsplan.
Kurzvergleich: 5 Social‑Media‑Angebote für Politik & Verwaltung
| Angebot | Format & Dauer | Zielgruppe | Kernnutzen | USP | Zugang / Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| Mentoring: Social Media im Wahlkampf | Mentoring, Analyse + Werkstatttermine alle 2–3 Wochen | Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Direktkandidatinnen und Direktkandidaten (Land/Bund) | Redaktionsplan bis Wahltag, Reichweite außerhalb eigener Blase, schnelle Content-Produktion | Arbeit am echten Konto, regelmäßiges Feedback, Fokus auf wahlentscheidende Gruppen | Persönliches Mentoring, modular buchbar, Preis auf Anfrage |
| Videokurs: Social-Media für Politikerinnen und Politiker | Voraufgezeichnet, jederzeit verfügbar, modulare Kapitel | Amtsträgerinnen und Amtsträger, Kandidatinnen und Kandidaten, Mandatsträgerinnen und Mandatsträger | Strategie + Handwerk, Plattformwahl, Videoschnitt & Grafik, umsetzbarer Plan | Kombiniert strategisches Verständnis mit praktischem Handwerk, speziell für Politik | Selbstlern-Kurs, unbegrenzter Zugriff, Preis auf Anfrage |
| Mentoring: Social Media im Amt | Mentoring, 3 Termine über 6 Wochen | Ehrenamtliche, Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, Listenbewerbende | Format für 20-Min.-Beiträge, Redaktionsplan für Regelmäßigkeit, rechtssichere Inhalte | Fokus auf Trennung von Amt und Person, niedriger Zeitaufwand | Persönliches Mentoring, schlanker zeitlicher Einsatz, Preis auf Anfrage |
| Mentoring: Social Media für Fraktionen und Teams | 6 Termine (5 digital + ½ Tag vor Ort) | Fraktionen, Geschäftsstellen, Teams in Räten und Landtagen | Teamfähiges Format, Workflow von Idee bis fertigem Video, Redaktionsplanung auf mehreren Schultern | Vor-Ort-Halbtag mit eigener Technik, nachhaltige Routinebildung im Team | Teammentoring, implementierungsorientiert, Preis auf Anfrage |
| Videokurs: Social-Media für Gemeinden | Voraufgezeichnet, ca. 130 Min., 6 Kapitel | Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Öffentlichkeitsarbeit von Gemeinden, Städten und Landkreisen | Kanalwahl, Redaktionsplan, Bürgerdialog, DSGVO-gerechte Praxis | Speziell für kommunale Neutralität und Verwaltungsprozesse konzipiert | Selbstlern-Kurs, unbegrenzter Zugriff, Preis auf Anfrage |
Kanal wählen, Team einplanen, dranbleiben
Wer den Kanal festlegt, bevor der erste Beitrag entsteht, spart den größten Teil des Aufwands. Zuerst bestimmen Sie die Gruppe im Wahlkreis oder in der Gemeinde, die Sie noch nicht erreichen. Danach wählen Sie zwei Plattformen, schreiben einen Redaktionsplan bis zum Wahltag und prüfen die Zahlen in festen Abständen.
Die Plattform sollte zur Aufgabe passen. Instagram eignet sich für sichtbare Personen, kurze Erklärungen und vertikale Videos. Facebook kann für lokale Einordnung, längere Texte und Verweise auf weitere Informationen sinnvoll sein. TikTok verlangt eine eigene Bildsprache und eine klare Entscheidung, ob Sie dort glaubwürdig auftreten können. YouTube, WhatsApp und Facebook spielen für politische Nachrichten eine wichtige Rolle, während allgemeine Reichweite und Nachrichtennutzung nicht automatisch zusammenfallen. Diese Differenz beschreibt die Analyse der Plattformdynamiken in Deutschland.
Reichweite allein genügt nicht. Sie sollten nach Alter, Region, Video-Abschlussrate, Interaktionen pro erreichten Personen und qualifizierten Kontakten auswerten. Dazu gehören zum Beispiel Veranstaltungsanmeldungen, Newsletter-Abonnements oder konkrete Gespräche an der Haustür. Bei bezahlter Reichweite dokumentieren Sie Zielgruppe, Laufzeit, Budget, kreative Variante und Ausschlüsse.
Social Media hat außerdem eine Vertrauensseite. Eine repräsentative Untersuchung der Bertelsmann Stiftung mit 2.016 Personen ab 16 Jahren zeigt, dass 77 Prozent soziale Medien als Instrument politischer Einflussnahme wahrnehmen und 71 Prozent ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung kritisch beurteilen. Die Ergebnisse sind in der Untersuchung der Bertelsmann Stiftung dokumentiert.
Planen Sie deshalb auch Korrekturen, Quellenangaben, Moderation und persönliche Sicherheit ein. Bei Informationen, die Nutzerinnen und Nutzer für falsch oder unglaubwürdig halten, zeigt sich die Risikoseite besonders deutlich. Im ersten Quartal 2025 begegneten 54 Prozent der Internetnutzenden zwischen 16 und 74 Jahren solchen Informationen. Der Bericht von Destatis verweist außerdem auf die Einschätzung, dass TikTok, X und Facebook besonders mit falschen oder irreführenden Informationen verbunden werden.
Ob Sie das selbst übernehmen oder begleiten lassen, hängt von Ihrer Rolle im Amt und von der Zeit ab, die neben Beruf und Terminen bleibt. Kandidierende brauchen oft ein persönliches System. Fraktionen brauchen Zuständigkeiten auf mehreren Schultern. Verwaltungen brauchen Neutralität, Freigaben und belastbare Antworten. Der passende Kanal ist deshalb derjenige, den Sie mit klarer Aufgabe und dauerhaftem Ablauf betreiben können.
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