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- Warum Training jetzt zählt
- Politische Information braucht Verlässlichkeit
- Sieben Kompetenzen im Training
- Entscheidungen sichtbar machen
- Qualität vor Gestaltung
- Plattformen und Reichweite
- Plattformwerte in Formate übersetzen
- Einen Hauptkanal begründen
- Zielgruppe vor Kanal
- Vom Anliegen zur Veröffentlichung
- Ein Kalender mit Arbeitsaufträgen
- Community und Krise
- Vom Bürgerdialog zur Eskalation
- Triage unter Zeitdruck
- Passende Trainingsformate
- Selbst lernen oder begleitet arbeiten
- Bezahlte Kommunikation gesondert prüfen
- Das passende Format wählen
- Sichtbarkeit mit Substanz
51 Prozent der Wahlberechtigten nutzten Anfang 2025 soziale Netzwerke zur politischen Information, so eine Bitkom-Research-Befragung unter 1.002 Wahlberechtigten ab 18 Jahren. Für politische Akteure stellt sich damit eine praktische Frage: Können Sie dort verständlich erklären, wofür Sie stehen, und auch dann verlässlich reagieren, wenn aus einer Nachfrage öffentlicher Streit wird? Ein gutes Social-Media-Training verbindet dafür handwerkliche Fähigkeiten mit begründeten Entscheidungen.
Warum Training jetzt zählt
66 Prozent der Befragten nahmen bei der Bundestagswahl 2021 politische Botschaften auf Facebook, Instagram, Twitter oder TikTok wahr. Das zeigt die Studie der Medienanstalten zur Bundestagswahl 2021: Soziale Netzwerke sind ein Ort politischer Information, an dem verständliche und verlässliche Kommunikation zählt.
Eine Bürgermeisterkandidatin veröffentlicht einen Beitrag zur Schulwegsicherheit. Foto, Text und Termin stehen fest. Doch soll der Beitrag Eltern erreichen, einen Vorschlag erläutern oder Hinweise auf gefährliche Stellen sammeln? Ohne ein klares Ziel kann auch ein sorgfältig vorbereiteter Post seine Aufgabe verfehlen.
Politische Information braucht Verlässlichkeit
Laut der eingangs genannten Bitkom-Befragung lagen Nachrichten-Websites und Nachrichten-Apps mit 63 Prozent vor sozialen Netzwerken. In derselben Befragung nannten 56 Prozent Facebook und 35 Prozent X am häufigsten als Plattformen für Wahlinformationen. Die Zahlen helfen bei der Kanalwahl, ersetzen aber nicht die Frage, welche Menschen Sie erreichen und welche Reaktion Sie ermöglichen möchten.
Trainingsmaßstab: Ein Beitrag sollte politische Information zugänglich machen und einer redaktionellen Prüfung standhalten.
Dafür müssen Kompetenzen, Kanalwahl und Krisenreaktion zusammenspielen. Wie bei einer Wegweisung genügt es nicht, den richtigen Ort zu nennen: Die Botschaft muss verständlich sein, und jemand muss auf Rückfragen reagieren können. Ein passendes Trainingsformat richtet sich deshalb nach der Rolle, den Aufgaben und den Entscheidungen, die das Team im Alltag treffen muss.
Sieben Kompetenzen im Training
Kompetenzen und erkennbarer Lernerfolg
| Kompetenz | Was geübt wird | Woran Sie es erkennen |
|---|---|---|
| Strategie | Zielgruppe, Botschaft, Kanalziel | Schriftliche Ziele statt einer Postsammlung |
| Plattformen | Logik von Instagram, Facebook, TikTok und bewusste Lücken | Begründete Kanalauswahl |
| Content | Formate, Sprache, Bildrechte | Redaktionsplan und kleine Formatbibliothek |
| Community | Ton, Moderation, Antwortzeiten | Feste Fristen für Bürger- und Kritikerfragen |
| Krisenkommunikation | Triage, Belege, interne Rollen | Übungsfall unter Zeitdruck |
| Quellenprüfung | Urheber, Datum, Beleg, Interesse, Formatwahl, Moderation | Freigabe vor der Veröffentlichung |
| Politische Werbung | Kennzeichnung und Targeting seit Oktober 2025 | Transparenzhinweis in der Anzeige |
Die Übersicht lässt sich als Arbeitsauftrag lesen: Zu jeder Kompetenz gehört etwas, das Ihr Team tatsächlich erstellt oder vorführt. Eine Teilnahmebescheinigung sagt darüber weniger aus als ein veröffentlichungsreifer Beitrag mit dokumentierter Freigabe.

Entscheidungen sichtbar machen
Bei der Strategie formuliert das Team, wen es mit welchem Thema erreichen möchte und woran es den Erfolg erkennt. Das Ergebnis ist ein schriftliches Kanalziel, beispielsweise qualifizierte Hinweise zur Verkehrssituation im Ort zu erhalten.
Plattformkompetenz bedeutet, denselben Anlass für unterschiedliche Nutzungssituationen zu beurteilen. Am Ende steht eine begründete Auswahl einschließlich der Kanäle, die das Team mangels Zielgruppenbezug oder Betreuungskapazität bewusst auslässt.
Bei Content entstehen wiederverwendbare Muster für Text, Bild und Video, jeweils mit geklärten Nutzungsrechten. Ein brauchbarer Social-Media-Content erklärt beispielsweise einen Beschluss so, dass auch Menschen ohne Kenntnis der Ausschussarbeit folgen können.
Im Community-Management üben die Teilnehmenden sachliche Antworten, Rückfragen und Moderationsentscheidungen. Sichtbar wird der Lernerfolg in einer Antwortvorlage samt verbindlicher Zuständigkeit und Frist.
Krisenkommunikation verlangt Entscheidungen unter Unsicherheit. Das Team bearbeitet einen Übungsfall und kann anschließend zeigen, wer Belege sichert, wer spricht und wer freigibt.
Qualität vor Gestaltung
Bei der Quellenprüfung unterscheiden die Teilnehmenden überprüfbare Tatsachen, Meinungen und Werbung. Eine repräsentative Untersuchung der Stiftung Neue Verantwortung unter 4.191 Internetnutzerinnen und Internetnutzern, vorgestellt von der Bundeszentrale für politische Bildung, belegt Schwierigkeiten bei genau dieser Unterscheidung.
Das Arbeitsergebnis ist eine kurze Prüfroutine, die auch Formatwahl und Moderation berücksichtigt. Eine zugespitzte Grafik braucht möglicherweise mehr Kontext; eine unklare Behauptung gehört zunächst in die Prüfung, nicht in die Kommentarantwort.
Bei politischer Werbung übt das Team, Gestaltung und erforderliche Transparenzinformationen gemeinsam vorzubereiten. Das Ergebnis ist ein prüfbarer Anzeigenentwurf, dessen rechtliche Anforderungen vor der Buchung geklärt sind.
Vor der Veröffentlichung stehen Quelle, Urheber, Datum, Beleglage und mögliches Interesse. Erst danach folgt die Gestaltung.
Reichweite allein reicht als Lernziel nicht aus. Aufmerksamkeitsrate, vollständige Wiedergaben, qualifizierte Kommentare und beantwortete Anfragen zeigen genauer, welche Fähigkeiten ein Team bereits anwenden kann.
Plattformen und Reichweite
Die ARD/ZDF-Medienstudie 2024 bietet eine Orientierung für die Kanalwahl: In der von Januar bis März 2024 durchgeführten kombinierten Telefon- und Onlinebefragung der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren nutzten 60 Prozent soziale Medien mindestens wöchentlich, 31 Prozent täglich, bei einer durchschnittlichen täglichen Nutzungsdauer von etwa 30 Minuten, wie die ARD/ZDF-Medienstudie ausweist. Die folgende Tabelle ordnet ihre Plattformwerte einer Trainingsentscheidung zu.
Regelmäßige Nutzung sozialer Medien 2024
| Angebot | Reichweite | Veränderung zum Vorjahr | Trainingsfolge |
|---|---|---|---|
| Social Media gesamt, mindestens wöchentlich | 60 Prozent | plus 8 Prozentpunkte | Kontinuität statt Einzelposts |
| Social Media gesamt, täglich | 31 Prozent | Nicht angegeben | Wiedererkennbare Serien bei begrenzter täglicher Nutzungszeit |
| rund 40 Prozent regelmäßige Nutzung | Nicht angegeben | Visuelle, persönlich erzählte Formate | |
| 33 Prozent | Nicht angegeben | Hinweise und Dialog für breite Altersgruppen | |
| TikTok | 18 Prozent wöchentlich | plus 3 Prozentpunkte | Kurze Videodramaturgie |
Die Werte beschreiben unterschiedliche Nutzungsmaße. Insbesondere darf die regelmäßige Plattformnutzung nicht pauschal als tägliche Reichweite gelesen werden. Ebenso wenig lässt sich aus der Bevölkerungsreichweite ableiten, wie viele Menschen ein einzelner politischer Account erreicht.

Plattformwerte in Formate übersetzen
Für Instagram bietet sich eine visuelle, persönlich erzählte Übung an. Eine Kandidatin zeigt etwa den Weg von einer Bürgerfrage über einen Ortstermin bis zur politischen Forderung. Dabei muss jeder Beitrag auch ohne Kenntnis der vorangegangenen Veröffentlichung verständlich bleiben.
Auf Facebook lässt sich derselbe Anlass als nachvollziehbarer Hinweis mit Bild, Hintergrund und konkreter Frage aufbereiten. Das Team übt, wichtige Informationen früh zu nennen und weiterführende Erläuterungen so zu ordnen, dass Leserinnen und Leser nicht erst einen Verwaltungstext entschlüsseln müssen.
TikTok verlangt eine eigenständige Videoentscheidung. Ein Einstieg über das sichtbare Problem, beispielsweise einen unübersichtlichen Schulweg, ist als Übung sinnvoller als eine lange Begrüßung mit Amtsbezeichnung. Anschließend müssen Erklärung und Schlussfolgerung auch für Menschen funktionieren, die die sprechende Person bislang nicht kennen.
Einen Hauptkanal begründen
Die Differenz zwischen Wochen- und Tagesreichweite hat eine redaktionelle Konsequenz: Planen Sie wiedererkennbare Folgen, ohne vorauszusetzen, dass alle Menschen jeden Beitrag sehen. Kontinuität bedeutet dabei eine verlässliche Themenführung, keine bloße Wiederholung derselben Aussage.
Als Trainingsaufgabe wählt jedes Team für eine klar beschriebene Zielgruppe einen Hauptkanal und ordnet weitere Kanäle nach. Ein Verband mit Fachpublikum wird anders entscheiden als eine Bürgermeisterkandidatin mit lokalem Wahlkreis oder eine Gemeinde mit regelmäßigem Informationsbedarf zu Dienstleistungen.
Eine Übersicht über Social-Media-Plattformen hilft beim Vergleich. Eröffnen sollten Sie einen Kanal erst, wenn Zielgruppenbezug, geeignete Formate und die Betreuung zusammenpassen.
Zielgruppe vor Kanal
Wer zuerst nach einer Posting-Idee sucht, entscheidet häufig nach dem verfügbaren Material. Dann erscheint das Gruppenfoto vom Termin, obwohl die Menschen im Ort vor allem wissen möchten, was beschlossen wurde und was sich für sie ändert.
Ein belastbarer Redaktionsprozess beginnt deshalb mit dem Informationsbedarf. Eine Untersuchung von Fraunhofer-Institut und Universität Stuttgart kam zu dem Ergebnis, dass Verwaltungen die Möglichkeiten sozialer Medien vielfach noch nicht ausschöpfen, wie der Fachbeitrag zur gezielten Vorbereitung kommunaler Social-Media-Nutzung erläutert.
Vom Anliegen zur Veröffentlichung
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Zielgruppe und Thema bestimmen. Benennen Sie Menschen mit einer gemeinsamen Frage, etwa Eltern von Grundschulkindern, statt die gesamte Bürgerschaft anzusprechen. Formulieren Sie anschließend in einem Satz, was diese Menschen verstehen oder beitragen sollen.
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Den Kanal auswählen. Prüfen Sie, wo Sie diese Gruppe plausibel erreichen und einen Dialog betreuen können. Die allgemeine Plattformreichweite ersetzt dabei keine Kenntnis der örtlichen Öffentlichkeit.
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Ein wiederholbares Format festlegen. Eine regelmäßige Erklärung zu einer Bürgerfrage kann tragfähiger sein als ständig wechselnde Gestaltungsversuche. Schreiben Sie Einstieg, benötigtes Material und Abschluss als Muster auf.
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Eine konkrete Handlung ermöglichen. Bitten Sie beispielsweise um die Benennung einer gefährlichen Stelle oder verweisen Sie auf das Beteiligungsverfahren. Eine allgemeine Aufforderung zum Kommentieren hilft wenig, wenn unklar bleibt, wozu die Rückmeldungen dienen.
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Antwort und Weiterbearbeitung organisieren. Legen Sie fest, wer Hinweise liest, fachlich prüft und gegebenenfalls weitergibt. Sagen Sie offen, wenn eine Antwort erst nach Rücksprache möglich ist.
Die Reihenfolge verhindert, dass das Team einen gelungenen Beitrag mit einer gelösten Kommunikationsaufgabe verwechselt. Beim Thema Schulwegsicherheit zählt auch, ob aus einem Kommentar ein verwertbarer Hinweis wird und die betreffende Person eine Rückmeldung erhält.
Ein Kalender mit Arbeitsaufträgen
Das Redaktionsmodell braucht eine Themenmatrix, die Anlass, Zielgruppe, Kernaussage und verantwortliche Person zusammenführt. Ergänzen Sie eine kleine Formatbibliothek, verbindliche Antwortzeiten und eine monatliche Auswertung.
| Baustein | Praktischer Eintrag |
|---|---|
| Themenmatrix | Schulweg, betroffene Eltern, aktueller Prüfstand, fachliche Zuständigkeit |
| Formatbibliothek | Erklärvideo, Frage-Antwort-Beitrag, bebilderter Sachstand |
| Antwortprozess | Zuständige Person, Vertretung, Rückfrageweg und zugesagte Frist |
| Auswertung | Beobachtung, Schlussfolgerung und nächste Anpassung |
Bei Videos betrachten Sie Aufmerksamkeitsrate und vollständige Wiedergaben, jeweils mit Blick auf die Definition der Plattform. Bei Dialogformaten prüfen Sie qualifizierte Kommentare, Weiterleitungen und beantwortete Anfragen.
Bewerten Sie diese Kennzahlen nach dem jeweiligen Auftrag. Ein hilfreicher Servicebeitrag muss keine lebhafte Debatte auslösen; eine Beteiligungsfrage sollte dagegen verwertbare Rückmeldungen ermöglichen.
Ein Redaktionsplan ist erst belastbar, wenn neben dem Veröffentlichungstermin auch Prüfung, Antwort und Auswertung eingeplant sind.
Ein Training sitzt erst, wenn diese Bausteine im Kalender stehen.
Community und Krise
Eine öffentliche Korrektur kann eine Falschbehauptung erst bekannt machen. Krisenkommunikation beginnt deshalb mit einer Entscheidung: Begrenzen Sie mit einer Reaktion den Schaden, oder verschaffen Sie einem irreführenden Inhalt zusätzliche Aufmerksamkeit? Für diese Abwägung braucht das Team klare Zuständigkeiten und eine gemeinsame Einschätzung der Lage.
In einer repräsentativen Bitkom-Befragung vom Januar 2025 berichteten 30 Prozent der Internetnutzerinnen und Internetnutzer, bereits auf Falschmeldungen zur Bundestagswahl gestoßen zu sein. 75 Prozent hielten die Demokratie insgesamt nicht gut gegen Fake News und Desinformation vorbereitet. Diese Zahlen machen deutlich, warum es im Training nicht nur um passende Formulierungen geht. Das Team muss auch erkennen, wann eine Reaktion sinnvoll ist und wer sie freigibt.
Vom Bürgerdialog zur Eskalation
Im Alltag gehören eine feste Antwortfrist, verständliche Tonalität und ein geklärter Freigabeweg zusammen. Wiederholen Sie das Anliegen zunächst in eigenen Worten. So zeigen Sie, dass Sie die Frage verstanden haben, bevor Sie einer Aussage widersprechen. Vermeiden Sie dabei, eine falsche Behauptung unnötig zu wiederholen.
Ein durchdachtes Social-Media-Community-Management legt außerdem fest, welche Fragen das Redaktionsteam selbst beantworten kann. Persönliche Daten, konkrete Bedrohungen und rechtlich unklare Vorwürfe brauchen einen anderen Bearbeitungsweg als eine kritische Nachfrage. Diese Unterscheidung ist eine praktische Entscheidungshilfe: Sie verbindet Kommunikationskompetenz mit Zuständigkeit und Kanalwahl.

Triage unter Zeitdruck
Für eine Übung in den ersten 30 Minuten nach Entdeckung eines irreführenden Beitrags eignet sich ein Triage-Modell. Es ist wie eine Sortierung vor dem Handeln: Das Team priorisiert begründet, bevor es öffentlich reagiert.
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Belege sichern. Dokumentieren Sie Screenshot, Fundstelle, Uhrzeit und Absender. Trennen Sie, was tatsächlich sichtbar ist, von dem, was Sie lediglich vermuten.
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Verbreitung einschätzen. Prüfen Sie, ob ein einzelner Kommentar, wiederholte Veröffentlichungen oder erkennbare Weiterverbreitung vorliegen. Werten Sie Zustimmung nicht automatisch als koordinierte Aktion.
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Reaktionsweg wählen. Möglich sind Beobachten, Ignorieren, Moderieren nach veröffentlichten Regeln, eine knappe Korrektur oder eine eigene Erklärung. Je nach Lage kommen eine Meldung an die Plattform oder eine Einordnung gegenüber der Presse hinzu.
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Rollen und Freigaben klären. Bestimmen Sie, wer spricht, wer die Aussage prüft und wer rechtliche Schritte bewertet. Bedrohungen erfordern eine gesonderte Sicherheitsentscheidung.
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Wirkung nachprüfen. Prüfen Sie, ob die Reaktion den Sachverhalt klärt oder die Behauptung weiterträgt. Halten Sie Entscheidung und Begründung fest.
Als Übungsfälle eignen sich ein manipuliertes Zitat, ein altes Bild im falschen Zusammenhang, ein KI-generiertes Video, koordinierte Kommentare und eine weitergeleitete WhatsApp-Nachricht. Bewerten Sie gemeinsam Geschwindigkeit, Belegqualität, Tonalität, Verstärkungsrisiko und Zuständigkeit. So wird sichtbar, welche Kompetenz in der jeweiligen Rolle fehlt.
Bewusstes Schweigen kann angemessen sein, wenn die Verbreitung gering und die Sachlage unklar ist. Auch dann braucht es eine verantwortliche Person, die die Entwicklung beobachtet.
Passende Trainingsformate
Ein passendes Trainingsformat verbindet drei Fragen: Welche Kompetenzen fehlen, über welche Kanäle soll kommuniziert werden, und wer reagiert bei einer Krise? Für die kommunale Öffentlichkeitsarbeit neben anderen Aufgaben kann ein anderer Lernrhythmus passen als für eine Kandidatin im Wahlkampf. Arbeiten mehrere Personen mit Freigaben zusammen, wird zudem die Abstimmung zum eigenen Lerngegenstand.
Trainingsformate für politische Akteure
| Format | Rhythmus | Passt für | Grenze |
|---|---|---|---|
| Videokurs Social-Media für Gemeinden | Selbstbestimmt, mit wiederholbaren Kapiteln | Mitarbeitende in Gemeinde, Stadt und Landkreis ohne Vorkenntnisse | Kein fortlaufender Blick auf das eigene Konto |
| Mentoring im Wahlkampf | Analyse, danach regelmäßige Werkstatttermine | Bürgermeisterkandidatinnen und Bürgermeisterkandidaten, Direktkandidatinnen und Direktkandidaten | Braucht feste Termine neben dem Wahlkreis |
| Teamschulung vor Ort | Beispielsweise ein bis zwei Tage mit Rollenplan | Fraktionen, Verbände, Pressestellen | Wirkung hängt an der Umsetzung danach |
| Krisensimulation | Fälle unter Zeitdruck | Alle mit öffentlicher Reichweite | Ersetzt keine laufende Redaktion |
Selbst lernen oder begleitet arbeiten
Der Videokurs für Gemeinden behandelt Kanalwahl, Strategie, Redaktionsplanung, Bildmaterial, verständliche Sprache, kritische Bürgerfragen und die Auswertung eigener Zahlen. Die Kapitel lassen sich selbstbestimmt bearbeiten und wiederholen. So können Mitarbeitende die Inhalte in ihren Arbeitsalltag einordnen, ohne dass der Kurs eine laufende Rückmeldung zum eigenen Auftritt bietet.
Diese Rückmeldung kann ein interner Anwendungstermin ergänzen. Dabei wird aus einem Thema des Kurses ein konkreter Redaktionsauftrag, etwa ein Beitrag, für den Kanal und Ansprache begründet werden. Das macht sichtbar, welche Kenntnisse bereits sitzen und wo weitere Unterstützung nötig ist.
Mentoring verbindet Analyse und begleitete Arbeit am eigenen Konto. Teamschulungen setzen dagegen bei gemeinsamer Abstimmung und vereinbarten Rollen an; eine Krisensimulation lässt das Team Freigaben und Reaktionswege unter Zeitdruck erproben. Die Formate unterscheiden sich damit vor allem darin, ob Einzelne ihre Praxis weiterentwickeln oder eine Gruppe gemeinsame Abläufe einübt.
Bezahlte Kommunikation gesondert prüfen
Seit dem 10. Oktober 2025 gilt die EU-Verordnung über Transparenz und Targeting politischer Werbung vollständig. Die Europäische Kommission zu den Leitlinien für politische Werbung erläutert die Anforderungen: Politische Anzeigen müssen als solche erkennbar sein. Zugänglich sein müssen unter anderem Angaben zum Auftraggeber, zum betroffenen Wahl- oder Entscheidungsprozess, zu verwendeten Targetingverfahren und zum finanziellen Kontext.
Für politisches Targeting mit personenbezogenen Daten ist eine ausdrückliche, gesonderte Zustimmung erforderlich. Eine allgemeine Einwilligung in personalisierte Werbung genügt dafür nicht, wie die zuständige Informationsseite des Digital Services Coordinator erläutert. Auch der Ausschluss von Personengruppen gehört in diese Prüfung.
Ein Training mit Anzeigenübungen sollte deshalb einen vollständigen Transparenzhinweis und die Prüfung der vorgesehenen Datenverwendung umfassen. Vor jeder Planung muss das Team außerdem klären, ob die gewählte Plattform politische Anzeigen zulässt.
Das passende Format wählen
Wenn Sie in einer Verwaltung einen Kanal aufbauen, beginnen Sie mit einem selbstbestimmten Grundlagenformat für kommunale Kommunikation. Sie brauchen vor allem sicheres Handwerk, eine klare Trennung von sachlicher Information und parteipolitischer Positionierung sowie einen verlässlichen Bürgerdialog.
Wenn Sie im Wahlkampf selbst veröffentlichen und vor allem bekannte Unterstützerinnen und Unterstützer erreichen, ist persönliche Begleitung am eigenen Konto sinnvoll. Mentoring erlaubt, Themenauswahl, Auftreten und tatsächliche Rückmeldungen gemeinsam zu beurteilen. Wer zunächst eigenständig Grundlagen erwerben möchte, findet im Videokurs Social-Media für Politikerinnen und Politiker eine Verbindung aus Strategie und praktischer Umsetzung.
Wenn mehrere Personen für eine Fraktion, einen Verband oder eine Pressestelle veröffentlichen, klären Sie zuerst Rollen, Freigaben und Krisenwege in einer Teamschulung. Sonst erwerben Einzelne neue Fähigkeiten, während die Organisation bei jeder Veröffentlichung dieselben Abstimmungen wiederholt.
Sichtbarkeit mit Substanz
Nach den bei GESIS dokumentierten Angaben zur politischen Informationsnutzung informieren sich 26 Prozent der Wahlberechtigten mehrmals pro Woche in sozialen Netzwerken über politische Themen; bei den unter 30-Jährigen sind es 48 Prozent. Die praktische Herausforderung besteht darin, auch Menschen anzusprechen, die nicht gezielt nach Ihren Positionen suchen.
Dafür braucht Ihr Team alltagsnahe Problemaufklärung, wiedererkennbare Kurzvideo-Folgen und nachvollziehbare lokale Bezüge. Zeigen Sie beispielsweise, welche konkrete Frage hinter einer Haushaltsentscheidung steht, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen und wo die Entscheidung noch offen ist.
Ein lokales Vertrauenssignal kann ein nachvollziehbarer Arbeitsstand mit benannter Zuständigkeit sein. Die Glaubwürdigkeit entsteht dabei aus überprüfbaren Aussagen und sichtbarer Verantwortung, nicht aus möglichst scharfer Empörung.
Wählen Sie das Trainingsformat nach der Entscheidung, die Sie anschließend besser treffen müssen.
Der erste Arbeitsschritt ist eine Redaktionsprüfung: Benennen Sie eine Zielgruppe und einen Hauptkanal, legen Sie zehn bestehende Beiträge daneben und entwickeln Sie daraus den nächsten Redaktionsmonat. So erkennen Sie konkret, ob Ihnen vor allem Handwerk, strategische Rückmeldung oder ein verbindlicher Teamprozess fehlt.
Die creategy GmbH unterstützt politische Akteure überparteilich mit Onlinekursen, persönlichem Mentoring und der Begleitung laufender Kommunikation durch einen festen Ansprechpartner. Besprechen Sie, welche Entscheidungen Ihrem Team derzeit schwerfallen und welches Social-Media-Training daraus einen verlässlichen Arbeitsablauf machen kann.

